Bericht: US-Regierung macht Nordkorea für Angriff auf Sony Pictures verantwortlich

Das Land spielte bei dem Einbruch in Sonys Server angeblich eine "zentrale Rolle". Die US-Regierung soll aber noch nicht entschieden haben, ob sie die Anschuldigungen auch öffentlich macht. Sony hat indes die Veröffentlichung des Films "The Interview" abgesagt.

Vertreter der US-Regierung sind angeblich zu dem Schluss gekommen, dass Nordkorea bei dem Hackerangriff auf Sony Pictures eine „zentrale Rolle“ gespielt hat. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf nicht näher genannte leitende Beamte. Demnach diskutiert das Weiße Haus noch, ob es Nordkorea öffentlich eines cyberterroristischen Angriffs beschuldigen soll. Sony Pictures hat indes den US-Start der Filmkomödie „The Interview“, die möglicherweise Auslöser der Attacke war, abgesagt.

(Logo: Sony Pictures)

Dem Bericht zufolge wird im Weißen Haus auch noch über eine mögliche Reaktion auf den Angriff diskutiert. Die US-Regierung prüfe, welche Beweise sie für ihre Anschuldigungen vorlegen könne, ohne zu viele Details darüber preiszugeben, wie sie zu ihren Erkenntnissen gelangt ist.

Japan lehnt laut New York Times jegliche öffentliche Anschuldigungen ab, um laufende diplomatische Verhandlungen mit Nordkorea über die Freilassung entführter japanischer Bürger nicht zu gefährden. Bernadette Meehan, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats der USA, sagte der Zeitung lediglich, die Regierung „prüfe verschiedene Optionen für eine mögliche Antwort“.

Die New York Times vermutet, dass die US-Regierung auf neue Drohungen der Hacker reagiert. Die hatten im Lauf der Woche angekündigt, die Welt werde „voller Angst sein„, falls der von ihnen kritisierte Film „The Interview“ wie geplant am 25. Dezember in die Kinos komme. In der Komödie werden zwei Fernsehjournalisten in einen Anschlagsversuch auf den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-Un verwickelt. Die Hackergruppe „Guardians of Peace“ hatte das Werk als „Film des Terrorismus“ bezeichnet.

Ein Ziel haben die Hacker allerdings damit erreicht. Sony kündigte gestern an, „The Interview“ nicht zu veröffentlichen. Zuvor hatten mehrere US-Kinoketten bereits erklärt, den Film aus Angst vor Anschlägen nicht ins Programm aufzunehmen. „Wir sind sehr enttäuscht über den dreisten Versuch, die Veröffentlichung eines Films zu verhindern und dabei unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern und der US-Öffentlichkeit zu schaden“, heißt es in einer Stellungnahme von Sony Pictures. Sony teile die Sorgen der Kinobetreiber um die Sicherheit ihrer Angestellten und Kunden.

Nordkorea hat bisher jegliche Beteiligung an dem Angriff auf Sony Pictures dementiert. „Wir wissen nicht, wo sich Sony Pictures in Amerika befindet und warum es das Ziel des Angriffs wurde“, sagte ein Sprecher der National Defense Commission der staatlichen Nachrichtenagentur Korean Central News Agency. Der Angriff sei aber möglicherweise eine „gerechte Tat“ von Unterstützern und Sympathisanten Nordkoreas gewesen und eine Reaktion auf die Forderung, den „US-Imperialismus“ zu beenden.

[mit Material von Seth Rosenblatt, News.com]

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