iTunes-Entwickler hat an Blockade von Mitbewerbern gearbeitet

Der iPhone-Hersteller wollte Player von Drittanbietern fernhalten, sagt Rod Schultz als Zeuge im Kartellprozess. Dem früheren Apple-Mitarbeiter zufolge diente das zuerst dem Copyright-Schutz, bewirkte aber später die Marktdominanz des iPods. In der nächsten Woche stehen die Schlussplädoyers an - und die Jury beginnt mit den Beratungen.

Der frühere Apple-Entwickler Rod Schultz hat im iTunes-Kartellprozess ausgesagt, dass er daran gearbeitet hat, „100 Prozent aller Nicht-iTunes-Clients abzublocken“. Das Projekt mit dem Codenamen „Candy“ habe der erklärten Absicht gedient, „Player von Drittanbietern fernzuhalten“, die mit Apples iPod konkurrierten.

(Bild: Apple)Schultz ließ erkennen, dass er seiner Zeugenpflicht nur widerwillig nachkam. Er erschien in einer Lederjacke und ließ sein Hemd lose über den Gürtel herabhängen. Laut Wall Street Journal sagte er außerhalb des Gerichtssaals, in einer frühen Phase habe die Arbeit seines Teams dem Verlangen des Marktes für digitale Musik nach einem Copyright-Schutz entsprochen. Später habe es jedoch die „marktbeherrschende Stellung“ des iPods bewirkt.

Der frühere iTunes-Entwickler berichtete weiterhin, ihm sei ursprünglich aufgetragen worden, Linux-basierte Medienplayer vom Zugriff auf die iTunes-Bibliothek abzuhalten. „Mir wurde gesagt, dass die Player von Drittanbietern Apples Datenbank korrumpieren“, sagte er. „Daher sollte ich Player von Drittanbietern identifizieren und sie an der Synchronisation hindern.“

Der bereits 2005 eingereichten Sammelklage zufolge soll Apple seine “dominante Marktposition im Bereich Musikdownloads und tragbare Medienplayer” benutzt haben, um “den Wettbewerb zu schwächen und sein Monopol zu stärken”. Mit FairPlay codierte Musik lässt sich nur auf iPods und keinen anderen Geräten abspielen. Es verhindert auch, dass bei anderen Anbietern gekaufte Musik auf iPods wiedergegeben werden kann.

Rod Schultz verließ Apple 2008, um bei Adobe an DRM-Technologien zu arbeiten. Er wurde von den Klägern vorgeladen und sagte als letzter Zeuge im Verfahren aus. In der nächsten Woche stehen die Schlussplädoyers an, danach werden die Geschworenen beraten. Die Kläger fordern Schadenersatz in Höhe von 350 Millionen Dollar. Sollte die Jury jedoch zum Ergebnis kommen, dass Apple vorsätzlich gegen das Kartellrecht verstoßen hat, könnte sich dieser Betrag verdreifachen.

Themenseiten: Apple, Gerichtsurteil, Kartell, Musik, iPod, iTunes

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

9 Kommentare zu iTunes-Entwickler hat an Blockade von Mitbewerbern gearbeitet

Kommentar hinzufügen
  • Am 13. Dezember 2014 um 18:35 von Judas Ischias

    Ach, sieh mal da.
    Solch hässliche Sachen machte Apple?
    Das kann ich jetzt aber so gar nicht glauben. ;)

    Ist eine „marktbeherrschende Stellung“ nicht so etwas wie ein Quasi-Monopol? ;)

    Dann müsste sich doch der „Namenlose“ noch zu Wort melden, denn bei Artikeln, die Google betreffen, zetert er ja auch rum.

    Da müsste er ja eigentlich bei Apple auch eine Meinung zu haben?

    350 Millionen Dollar ist meiner Meinung nach viel zu wenig Geld, Minimum 10% Jahresumsatz wären doch eher gerecht.

    • Am 13. Dezember 2014 um 21:41 von Gähn

      Das sagt doch alles: „“Mir wurde gesagt, dass die Player von Drittanbietern Apples Datenbank korrumpieren”, sagte er. “Daher sollte ich Player von Drittanbietern identifizieren und sie an der Synchronisation hindern.”“

      Es gibt für Real kein Recht darauf sich in ein geschlossenes System zu hacken, und da ggfs Schaden anzurichten.

      Zu Deinem anderen Hater Geschwurbel schreibe ich nix, der Unsinn-Faktor ist zu hoch. Du vermischst zu oft Dinge miteinander, von denen Du nix verstehst. Und eine Diskussion bringt nix, weil Du nix lernen willst. Cheers! ;-)

      • Am 14. Dezember 2014 um 1:13 von Judas Ischias

        Meinst Du den Real Markt, oder Real Madrid und wenn ja, was haben die mit der Sache zu tun? ;)

        Und wenn man dem Typen gesagt hätte:“Spring aus dem Fenster „, dann hätte er dies auch getan?
        Und Du würdest so etwas auch tun?

        Dann wünsche ich weiterhin viel Spaß in deiner Apfelwelt. ;)

  • Am 14. Dezember 2014 um 16:40 von WDSE

    Judas I, einfach mal das Geschwätz lassen
    Die Musikindustrie war wegen Raubkopien am Boden inklusive vieler Künstler. Es war Vorgabe einen Kopierschutz zu installieren und das System zu schützen. Apple hat halt für die damalige Zeit ein super System auf die Beine gestellt und wurde marktbeherrschend. Jetzt ist das nicht mehr der Fall, jetzt legen die Streaming Gesellschaften zu. Das ist Business.
    Die Prozesse laufen doch nur, weil Rechtsanwälte in USA die Dollars bei Apple sehen. Ist bei einigen Prozessen bei Google nicht anders.

  • Am 14. Dezember 2014 um 19:15 von C

    Der Apfel-Programmierer hat die Anweisungen seiner Chefs befolgt.
    Ihm kann man keinen Vorwurf machen, er glaubte im Rahmen des Erlaubten bzw. der Gesetze zu handeln.

    Den Vorgesetzten muss man einen Vorwurf machen und sie auch gerichtlich belangen.
    Zum einen ist Linux kein Fremd-Körper in der IT, im Gegenteil – dort werden i.d.R. internationale Standards 1:1 umgesetzt und nicht herstellerspezifisch verbogen.
    Zum anderen korrumpieren andere Player (auch Linux-basierte) nicht die Apfel-Datenbank, wenn sie diese lediglich LESEN (READ).
    Und – die Fa. Apple hat nirgendwo angegeben (insbesondere nicht VOR dem Kauf) dass sie nur ein geschlossenes System entwickelt, betreibt und verkauft. Zumal MP3 ja ein Standard (u. a. Frauenhofer Institut) ist, und keine Apfel-Eigene spezifische Entwicklung (wo doch der Apfel auf Trivialitäten wie abgerundete Ecken und Keil-Formen sogar Design-Patente anmeldet & bekommt).

    Und – wenn man eine marktbeherrschende Stellung hat, darf man die kleinere Konkurrenz nicht bewusst ausbooten und ihn die Ecke drängen. Dafür sind eben Kartell-Vorgaben da, dass marktbeherrschende Unternehmen Ihre Markt-Macht nicht missbrauchen.

    Ich hoffe, die Fa. Apple wird verurteilt und muss dann das 3-fache an Strafe (also ca. 1 MRD US-$) bezahlen. Wird die zwar nicht jucken, aber weg ist weg.

    • Am 14. Dezember 2014 um 23:29 von Es

      Ging aber nicht nur um lesenden Zugriff, was aber auch Mist wäre, wenn die in anderer Leute Software herumfummeln, sondern die wollten ihre DRM-geschützte Software irgendwie bei Apple in die iTunes Datenbank reinschummeln.

      Wenn es schief gegangen wäre, hätten alle über Apple gemosert, dass deren Software nicht funktioniert – da ist es verständlich, dass ihnen das nicht gefällt.

      Und, wie bereits mehrfach beschrieben, es war eine Auflage der Musikindustrie. Allein das dürfte schon das Verfahren ad absurdum führen.

  • Am 15. Dezember 2014 um 10:05 von M@tze

    „Schultz ließ erkennen, dass er seiner Zeugenpflicht nur widerwillig nachkam. Er erschien in einer Lederjacke und ließ sein Hemd lose über den Gürtel herabhängen.“ Den Zusammenhang muss mir mal jemand erklären. Wenn ich mal mit Lederjacke und Hemd in’s Büro gehe, komme ich dann meiner Arbeit auch nur widerwillig nach?

    • Am 15. Dezember 2014 um 12:53 von Dominik Schön

      Sehr gut :D

  • Am 15. Dezember 2014 um 11:44 von oos

    Was hast DRM mit v einen OS zu tun? Jedes DRM kann auf jeden OS umgesetzt werden wenn man dies will!!!
    Ich habe nichts dagegen, dass Apple nur seine iProdukte auf iTunes zugreifen lassen wollte/will. Das dürfen sie gerne tun. Doch sollten sie sich b dann auch offen dazu bekennen, indem sie v dass auf der Website so darstellen, dass jeder der iTunes downloaden will vor v dem Download und Nutzung darauf hingewiesen wird. Aber das haben sie auch nicht getan.
    Ob das eine Strafe wert ist und gegen gesetzliche Vorgaben verstößt weiss ich nicht. Aber das sind die Gründe warum ich keine Apple Produkte habe. Ich mag b es nicht wenn jemand versucht mich v für Dumm zu verkaufen. Und Apple macht dass sehr gerne!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *