New York: Amazon testet Zustellung per Fahrradkurier

Es hat dazu laut WSJ Räumlichkeiten nahe dem Empire State Building als Ausgangsbasis gemietet. Ziel sind innerstädtische Lieferungen binnen einer Stunde. Dem Einzelhandel will Amazon so den Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit der Waren nehmen.

Amazon geht im Kampf um die schnellste Zustellmethode für online bestellte Waren technisch einen Schritt zurück und testet Fahrradkuriere. Das berichtet das Wall Street Journal. In der Nähe des Empire State Building hat es Räumlichkeiten als Ausgangsbasis angemietet, um das Ziel einer innerstädtischen Zustellung innerhalb einer Stunde zu erreichen.

Amazon-Paket (Bild: CNET)

Amazon.com bestätigte den Bericht nicht. Es bietet derzeit im Bestfall eine Lieferung am selben Tag an, aber nur in 13 Städten (einschließlich New York). Zusätzlich muss die Bestellung bis zu einer bestimmten Uhrzeit eingehen, um noch am selben Tag geliefert zu werden. Nach 21 Uhr Ortszeit ist ohnehin keine Zustellung mehr möglich.

Mit diesen Bestrebungen versucht Amazon, Ladengeschäften den Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit der Waren zu nehmen. Es agiert damit auch gegen konkurrierende Onlinehändler, die eine Abholung in einer Filiale ermöglichen. Nicht zuletzt sind schnelle Lieferungen fürs Geschäft mit Lebensmitteln besonders wichtig – eine Segment, das Amazon seit diesem Monat mit Amazon Local anvisiert.

Vor fast genau einem Jahr hatte Amazon-CEO Jeff Bezos im US-Fernsehen einen Test mit Drohnen öffentlich gemacht. Diese sollen Bestellungen innerhalb von 30 Minuten ausliefern. Die für einen neuen Lieferdienst namens Amazon Prime Air vorgesehenen Fluggeräte besitzen acht Rotoren und haben etwa die Größe eines ferngesteuerten Modellflugzeugs. Die Pläne des Online-Händlers sehen vor, dass die „Octocopter“ direkt aus einem Logistikzentrum starten und Waren in Plastikboxen von der Größe eines Schuhkartons ausliefern.

Mit einem Start des Diensts rechnete Bezos damals in vier bis fünf Jahren. Unter anderem stellen die Anforderungen für die Erteilung einer Fluglizenz noch Hindernisse dar.

Google arbeitet seit 2013 an einem Zustelldienst namens Shopping Express. Für dieses Jahr sind laut Recode 500 Millionen Dollar eingeplant, um in den USA weiter zu expandieren. Er soll Nutzern die Möglichkeit geben, Produkte im lokalen Einzelhandel zu kaufen, die ihnen dann noch am selben oder am nächsten Tag zugestellt werden.

Im Gegensatz zu Amazon positioniert sich Google laut Recode nicht als Konkurrent des Einzelhandels, sondern als Verbündeter. Es nimmt für jede Zustellung eine Gebühr im einstelligen Prozentbereich.

Mit Zustelldiensten will zudem auch die Privatfahrdienst-App Uber ihr Angebot erweitern. Einen Fahrrad-Lieferservice hatte sie schon im April gestartet.

[mit Material von Donna Tam, News.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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