Edward Snowden erhält alternativen Nobelpreis

Eine Dankesrede hatte er schon im September nach der Bekanntgabe veröffentlicht. Eine Reise von Moskau nach Stockholm erwies sich als unmöglich. Gemeinsam mit Alan Rusbridger vom Guardian bekam Snowden den Right Livelihood Award in der Ehrenkategorie - also ohne verbundenes Preisgeld.

Edward Snowden im Guardian-Interview (Screenshot: ZDNet.de)Edward Snowden im Guardian-Interview (Screenshot: ZDNet.de)

Edward Snowden ist wie im September angekündigt mit dem Right Livelihood Award geehrt worden, der auch als „Alternativer Nobelpreis“ bezeichnet wird. Zusammen mit Alan Rusbridger von der britischen Zeitung „The Guardian“ erhielt er in Abwesenheit den Ehrenpreis für „Mut und Geschick beim Enthüllen staatlicher Überwachung unbekannten Ausmaßes, die grundlegende demokratische Prozesse und Verfassungsrechte verletzt“.

Snowden sollte eigentlich von seinem russischen Exil aus nach Stockholm zur Preisverleihung eingeflogen werden. Das erwies sich als nicht realisierbar. Er hatte aber schon im September eine viel beachtete Dankesrede veröffentlicht.

Über den britischen Journalisten Alan Rusbridger heißt es, er erhalte den Preis für „den Aufbau einer weltweiten Medien-Organisation, die sich verantwortlichem Journalismus zum Wohl der Öffentlichkeit verschrieben hat und nicht davor zurückschreckt, gewissenlose Handlungen von Firmen und Regierungen aufzudecken.“

Ehrenpreis bedeutet, dass Snowden und Rusbridger kein Preisgeld erhalten. Die mit dem Light Livelihood Award normalerweise verbundene Summe von 500.000 schwedischen Kronen (54.000 Euro) steht in diesem Jahr aber drei weiteren Preisträgern zu, darunter Asma Jahangir aus Pakistan für „Verteidigung und Schutz von sowie Werbung für die Menschenrechte in Pakistan, oft in schwierigen Situationen und mit großem persönlichem Risiko.“

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Engagement für die Menschenrechte ist auch der Grund, aus dem Basil Fernando den Preis erhält. Der Autor aus Sri Lanka war lange Direktor der asiatischen Menschenrechtskommission mit Sitz in Hongkong. Bill McKibben aus den USA dagegen macht unter anderem mit seiner Website 350.org unermüdlich auf den weltweiten Klimawandel aufmerksam, wie die Jury anerkennt.

Es war nicht der erste Preis für Snowden: Der Whistleblower wurde schon mit dem Sam Adams Award für persönliche Integrität in der geheimdienstlichen Arbeit ausgezeichnet. Foreign Policy, ein führendes und meinungsbildendes US-Magazin zur Außenpolitik, setzte ihn außerdem an die Spitze seiner Liste der „100 Global Thinkers„, die „2013 die Welt gestalteten“. Er war auch für den EU-Menschenrechtspreis 2013 nominiert, den letztlich die 16-jährige Pakistanerin Malala Yousafzai erhielt. Die Bloggerin kämpft seit Jahren für das Recht auf Schulbesuch und überlebte einen Mordanschlag radikaler Islamisten. Snowden stand auch auf der Vorschlagsliste für den Friedensnobelpreis 2014.

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