Samsung treibt Restrukturierung durch Verkauf seines Rüstungsgeschäfts voran

Die Tochterfirmen Samsung Techwin, Samsung General Chemicals, Samsung Total und Samsung Thales gehen für 1,7 Milliarden Dollar an den südkoreanischen Mischkonzern Hanwha. Der Abschluss der Transaktion wird spätestens für Mitte 2015 erwartet.

Samsung will sich im Rahmen seiner laufenden Restrukturierung von seinem Rüstungsgeschäft trennen. Die Tochterunternehmen Samsung Techwin, Samsung General Chemicals, Samsung Total und Samsung Thales sollen für 1,9 Billionen Won (rund 1,7 Milliarden Dollar) an den südkoreanischen Konzern Hanwha übergeben werden. Nach der obligatorischen Genehmigung durch die Regulierungsbehörden Anfang nächsten Jahres wird die Transaktion voraussichtlich Mitte 2015 abgeschlossen werden.

Samsung-Logo (Bild: Samsung)

Samsung Electronics, Samsung C&T, Samsung Securities und andere Tochtergesellschaften veräußern ihren Anteil von 32,4 Prozent an Samsung Techwin für 840 Milliarden Won (758 Millionen Dollar) an Hanwha Holdings. Der 57,6-Prozent-Anteil von Samsung C&T, Samsung SDI und Samsung Electro-Mechanics an Samsung General Chemicals geht für 1,6 Billionen Won (1,44 Millarden Dollar) an Hanwha Chemical und Hanwha Energy. Samsung C&T, mit 38,4 Prozent bisher größter Anteilseigner von Samsung Genera Chemical, wird 18,5 Prozent an dem Chemiegeschäft behalten und künftig mit Hanwha in dem Bereich zusammenarbeiten.

Ein führender Samsung-Manager, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte gegenüber ZDNet Korea: „Wir müssen uns von unnötigen Geschäften trennen und uns auf die entscheidenden Wachstumssegmente wie Elektronik konzentrieren.“ Brancheninsidern zufolge suchte der Konzern schon länger nach einem Käufer für die Geschäftsbereiche, da sie keine Synergien mit dem Kerngeschäft ermöglichten und schlecht liefen.

Samsung Techwin produziert Überwachungskameras, Ausrüstung zur Chipfertigung und selbstfahrende Artillerie. Samsung Thales, ein Joint Venture mit dem französischen Rüstungsunternehmen Thales, stellt militärische Radareinheiten und Kommandosysteme für Kriegsschiffe her. Samsung General Chemicals liefert unter anderem reine Terephthalsäure, die zur Herstellung von Polyester benötigt wird. Und Samsung Total, ein Joint Venture mit dem französischen Mineralölunternehmen Total, produziert Ethylen.

„Unser anfängliches und primäres Interesse galt dem Kauf von Samsungs Chemiefabriken. Doch wir haben Samsung gebeten, weitere Geschäftsbereiche einzubeziehen, um die Transaktion zu ermöglichen, bevorzugt das Rüstungsgeschäft, weil dies auch zu unserem Kerngeschäft gehört und Synergien mit dem Chemiegeschäft erlaubt“, sagte ein führender Hanwha-Manager, der mit dem Deal vertraut ist.

Es ist das erste Mal seit der asiatischen Finanzkrise im Jahr 1997, dass sich Samsung für einen Milliardenbetrag von einem kompletten Geschäftsbereich trennt. Damals verkaufte es sein gesamtes Automobilgeschäft.

Anfang April hatte Samsung damit begonnen, kleinere Konzerntöchter für eine bessere Kontrolle zusammenzuführen und sein Kerngeschäft mit den Bereichen Elektronik, Finanzen und Bau zu straffen. Die Neuausrichtung soll auch die Abhängigkeit von Heimanwender-Elektronikprodukten reduzieren, die 2013 noch 75 Prozent aller Umsätze und Gewinne generierten.

[mit Material von Cho Mu-hyun, ZDNet Korea]

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2 Kommentare zu Samsung treibt Restrukturierung durch Verkauf seines Rüstungsgeschäfts voran

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  • Am 26. November 2014 um 14:19 von Oh ...

    … das lese ich gerne: sollte sich Samsung moralisch neu aufstellen wollen? Sie sollten Google einen Wink geben, dass deren Militärgeschäft ihrer Marke schaden könnte. ;-)

    Aber ansonsten: guter Schritt, Samsung. Definitiv eine gute Entscheidung.

    • Am 27. November 2014 um 12:16 von Judas Ischias

      Hab gerade gelesen, dass Apple großes Interesse geäußert hat, das Geschäft zu übernehmen. ;)

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