Facebook macht iOS-App „Rooms“ für anonyme Gruppenchats verfügbar

Anders als bei der kürzlich veröffentlichten Chat-App Groups besteht kein Klarnamenzwang und es wird auch kein Facebook-Konto vorausgesetzt. Nutzer können Chaträume zu beliebigen Themen anlegen und optisch anpassen. Der Zugang ist nur auf Einladung in Form eines QR-Codes möglich.

Nach der Gruppenchat-App Groups hat Facebook nun auch die schon im Oktober vorgestellte Anwendung Rooms in deutscher Sprache veröffentlicht, die zusätzlich eine anonyme Nutzung ermöglicht. Allerdings liegt sie bisher nur für iOS vor, während Groups auch für Android erhältlich ist.

Facebook Rooms Logo (Bild: Facebook)

Mit Rooms können Anwender Chaträume zu beliebigen Themen anlegen, in die sie andere Nutzer einladen können. Das Design lässt sich anpassen, indem eine Farbe, ein Hintergrund oder ein Emoji für die „Gefällt mir“-Schaltfläche ausgewählt wird.

Anders als bei Groups steht es Nutzern frei, ihren echten Namen oder ein Pseudonym zu verwenden – ein Facebook-Konto wird nicht benötigt. Selbst die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Für jeden Chatraum kann auf Wunsch ein anderer Spitzname gewählt werden. Innerhalb der Räume ist es auch möglich, Fotos, Videos und Notizen mit anderen Anwendern auszutauschen.

Rooms ist ein Beispiel für Facebooks Bemühungen, die Kommunikation zwischen Nutzern neu zu definieren. Das Social Network bietet bereits vier Messaging-Anwendungen an: Groups, Messenger, WhatsApp und Slingshot, die jeweils den Versand von Nachrichten an Einzelpersonen und Gruppen erlauben. Mit der Foto-Sharing-App Instagram können Anwender zudem auch ohne Klarnamenzwang Fotos veröffentlichen oder Nachrichten verschicken.

Facebook zufolge wurde Rooms speziell für mobile Geräte entwickelt. Das Konzept stammt angeblich vom Start-up Branch, das das Social Network Anfang des Jahres übernommen hatte. Es ist an die Chaträume aus den Anfangstagen des Internets angelehnt. Beispielsweise erhalten neue Nutzer nur auf Einladung in Form eines QR-Codes Zutritt zu einem Chatraum. Zudem gibt es keine Suchfunktion. Betreiber eines Chatraums können optional festlegen, dass alle Beiträge vor der Veröffentlichung manuell geprüft werden.

Nach der Vorstellung von Rooms im Oktober meldete sich der Entwickler einer ähnlichen App namens „Room“ zu Wort und warf Facebook Ideenklau vor. Room erlaubt wie die neue Facebook-Anwendung ebenfalls anonyme Gruppenchats mit Einladungen, wurde aber schon im September in Apples App Store veröffentlicht. Gegenüber 9to5Mac erklärte Damien Rottemberg, Mitgründer und CTO von Room: „Wir sind sicher, dass dies kein Zufall ist. Wir können nicht verstehen, wie Facebook mit all seinen Anwälten eine App gleichen Namens mit identischen Funktionen veröffentlichen kann.“ Daher denke man über rechtliche Schritte nach.

Facebook Rooms auf dem iPhone (Bild: Facebook)

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Themenseiten: Facebook, Messenger, Soziale Netze, iOS

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