Google öffnet Marktplatz Play für chinesische Entwickler

Google hat seinen App-Marktplatz Google Play für Entwickler in China geöffnet. Sie können sich dort als Anbieter registrieren und ihre Apps in allen 130 Ländern verkaufen, in denen Google Play aktiv ist – darunter Kambodscha, Turkmenistan und Simbabwe, aber nicht China selbst. Nur in der Sonderverwaltungszone Hongkong und auf der von China beanspruchten Insel Taiwan können Endanwender legal auf Google Play zugreifen.

Logo von Google Play (Bild: Google)

„Chinesische Entwickler können jetzt sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Anwendungen anbieten und zwischen mehreren Monetarisierungsmodellen wie In-App-Käufen und Abonnements wählen“, schreibt Produktmanager Ellie Powers in einem Blogbeitrag. „Auf Google Play gemachte Umsätze werden ihnen als US-Dollar an ihre Konten in China überwiesen.“ Dazu sei eine Registrierung bei Google Wallet nötig.

Bisher konnten chinesische Android-Programmierer ihre Produkte nur in App-Stores von Drittanbietern einstellen oder mussten ein im Ausland registriertes Entwicklerkonto nutzen. Im Rest der Welt gelten insbesondere chinesische Android-App-Stores aber als bedenklich. Die meisten Android-Infektionen in Australien beispielsweise sind laut F-Secure auf chinesische Stores zurückzuführen.

Google hatte sich 2010 aufgrund von Operation Aurora, einem vermutlich staatlich geförderten Hackerangriff, mit seiner Suchmaschine und anderen Diensten aus China zurückgezogen. Ursprünglich war angenommen worden, Ziel des Angriffs seien Tibet-Aktivisten gewesen, die Konten bei Google unterhielten. Im Mai 2013 sagten jedoch frühere US-Regierungsbedienstete, der Angriff habe in Wirklichkeit Informationen zu US-Überwachungsmaßnahmen und Verbrechensbekämpfung gegolten.

Dem Wall Street Journal zufolge erwägt Google nun aber, den Play Store wieder für Anwender in China zu öffnen, um im nach verkauften Stückzahlen zweitgrößten Smartphonemarkt der Welt präsent zu sein. Schließlich schöpfen die Drittanbieter-App-Stores derzeit dort Vermittlungsgebühren ab, die sonst Google einnehmen könne.

In Powers‘ Blogeintrag wird zumindest darauf verwiesen, dass Google im vergangenen Jahr Entwicklern in weiteren 60 Ländern den Verkauf über Play ermöglicht hat, darunter Jordanien, Katar, Oman, Pakistan, Puerto Rico und Venezuela. Mit einer Rückkehr nach China müsste sich Google auch den dortigen Zensurmaßnahmen wieder unterwerfen. In den letzen Jahren wurden seine vom Ausland aus angebotenen Services immer wieder gesperrt.

[mit Material von Leon Spencer, News.com]

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