Anonymous nennt KKK-Angehörige Terroristen

Der Ku-Klux-Klan spricht von "ein paar Jugendlichen, die sich im Keller ihrer Mama einen runterholen". Seine primäre Website ist aber trotz Cloudflare-Unterstützung weiter offline. #OpKKK soll fortgesetzt werden, bis Anonymous sie als "kompletten Erfolg" ansieht. Dann will es die eroberten Twitter-Konten löschen.

Anonymous hat wie angekündigt über ein Twitter-Konto des Ku-Klux-Klans (@KuKluxKlanUSA) eine Erklärung abgegeben. Das Hackerkollektiv nennt den KKK darin eine Terrorgruppe. Es kündigt weitere Angriffe an.

Anonymous-Logo (Bild: Anonymous)

Über die Twitter-Konten des Klans ist Anonymous laut seiner Erklärung an weitere Informationen zur Identität von Mitgliedern des rassistischen Geheimbunds gelangt. Man diskutiere noch, ob diese Identitäten veröffentlicht werden sollen, heißt es. „Wir wollen sicherstellen, dass wir die richtigen Leute benennen. Es wäre ganz gegen die Praxis von Anonymous, wenn wir Daten von Unschuldigen veröffentlichen würden.“

Die KKK-Twitterkonten will Anonymous noch eine Weile behalten: „Wenn wir diese Operation als vollständigen Erfolg betrachten, werden wir dieses Konto von Twitter löschen. Die Erfolge vom 16. November sind aber nur der Anfang.“

In Ferguson im US-Bundesstaat Missouri steht das Urteil gegen den Polizisten Darren Wilson an, der den unbewaffneten Michael Brown erschossen hatte. Der KKK versuchte in diesem Kontext, Demonstranten einzuschüchtern. Anonymous rechtfertigt seine von ihm selbst als „Cyberwar“ eingestufte Aktion als „Verteidigung des Rechts auf freie Meinungsäußerung“.

Am Montag kommentierte dann Frank Ancona, Imperial Wizard („Kaiserlicher Zauberer“) und Vorstand der Traditionalist American Knights of the KKK, gegenüber der Zeitung Daily News: „Für mich klingt das so, als ob sich ein paar Jugendliche im Keller ihrer Mama einen runterholen.“ Am Tag zuvor war es Anonymous gelungen, mit Hilfe von Fotos einer Demonstration für Darren Wilson nachzuweisen, dass Ancona in Wirklichkeit Polizist ist und es ihm schlecht ansteht, Demonstranten mit dem Tod zu drohen, die zu schützen seine Aufgabe ist. Die inkriminierenden Bilder waren bei Facebook veröffentlicht, aber später entfernt worden. Anonymous gab auch Anconas realen Namen preis.

Das zweite Twitter-Konto @YourKKKcentral startete der Klan, nachdem Anonymous sein primäres Konto gekapert hatte. Dort rief er unter anderem nach dem FBI – bis sich Anonymous auch dieses Konto schnappte. Inzwischen ist die Vereinigung auf @Klanonymous ausgewichen.

Parallel üben die Hacktivisten offenbar weiter durch DDoS-Angriffe Druck auf die Klan-Websites ikkkk.com und TraditionalistAmericanKnights.com aus, die beide schon rund 48 Stunden nicht erreichbar sind – obwohl die Site der „Traditionalist Knights“ offenbar Kunde von CloudFlare ist. Auch das primäre Forum des Klans, Stormfront, fällt immer wieder aus. Dort gepostete Spendenaufrufe, die für den Kampf gegen die Hacker benötigt würden, sind nur sporadisch zu lesen.

Die von Anonymous eingeführten Hashtags #OpKKK und #HoodsOFF („Hauben herunter“) wurden am ersten Tag der Aktion je mehr als 35.000-mal verwendet. Selten stieß ein Hackerangriff auf so viel positive Resonanz, auch wenn einige Rassismusgegner sich einem Zwiespalt ausgesetzt sehen: Sie möchten sich zwar über weitere Aktionen von Anonymous informieren, aber nicht Follower des Ku-Klux-Klans werden.

Darren Wilson hatte Michael Brown am 9. August erschossen. Das Geschworenenurteil wird in den nächsten Tagen erwartet.

[mit Material von Violet Blue, ZDNet.com]

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Themenseiten: Anonymous, Hacker, Politik, Twitter

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