Windows 10: Nutzer beschweren sich über OneDrive-Synchronisation

Microsoft geht von dem mit Windows 8.1 eingeführten Konzept der "smart files" ab. Dabei zeigten Platzhalter im Explorer auch Dateien an, die nur in der Cloud gespeichert und nicht synchronisiert waren. Windows-10-Tester fordern eine Option für Power-User, um wieder alle Dateien sehen zu können.

Mit dem zweiten Update für die Enterprise Technical Preview von Windows 10 hat Microsoft ein grundlegendes Features der OneDrive-Synchronisation geändert und damit offenbar viele Nutzer unglücklich gemacht. Während zahlreiche weitere Veränderungen sowie neue Touch-Gesten zur vereinfachten Bedienung überwiegend gut aufgenommen wurden, verärgerte dieses eine Feature viele Tester.

Auf Microsofts UserVoice-Site unterbreitete Mary Branscombe, IT-Journalistin und Ko-Autorin mehrerer Bücher über Windows 8, einen Feature-Vorschlag, der auf die Rücknahme der ungeliebten Änderung zielte. Schon in wenigen Tagen fand sie dafür die Unterstützung von über 3700 Nutzern der Testversion – und ihre Zahl erhöht sich noch immer rapide. Auch die Kommentare unter ihrem Beitrag fallen fast durchweg ablehnend gegenüber der Änderung aus.

(Screenshot: Ed Bott)Auswahl der zu synchronisierenden Ordner bei Windows 10 Build 9879
(Screenshot: Ed Bott)

 

Branscombe wünscht sich zumindest eine Option, um erneut alle OneDrive-Dateien im Datei-Explorer angezeigt zu bekommen, ob sie synchronisiert sind oder nicht. „Wenn diese Integration entfällt, dann bietet die Nutzung von OneDrive keine Vorteile gegenüber jeder anderen Cloud“, argumentiert sie. „Bitte fügen Sie eine Option für Power-User hinzu, damit sie weiterhin alle Dateien sehen können, und zeigen Sie durch eine Icon-Einblendung, welche Dateien lokal oder in der Cloud gespeichert sind.“

Mit Windows 8.1 hatte Microsoft Platzhalter für Cloud-Dateien eingeführt, die aus Platzgründen nicht automatisch auf den Rechner synchronisiert wurden. Kleine Platzhalter-Dateien dienten dazu, verfügbare Ordner und Dateien anzuzeigen. Vom Nutzer geöffnete Dokumente wurden dann automatisch synchronisiert. Microsoft selbst kündigte dieses Konzept der „smarten Dateien“ mit einem überschwänglichen Blogeintrag im Juli 2013 an. Es fand seinen Weg auch in die Vorschauversion von Windows 10, bis es mit dem jüngsten Update entschwand.

Mit dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Build 9879 erfolgt die Synchronisation innerhalb der OneDrive Sync App, die im Hintergrund läuft und über ein Symbol im Infobereich erreichbar ist. Eine automatische Synchronisation aller Dateien erfolgt jedoch nur unter dafür idealen Bedingungen – wenn lokal sehr viel Speicherplatz bereitsteht und auf OneDrive weniger als 500 MByte belegt sind. In der Regel muss der Nutzer daher zu synchronisierende Ordner auswählen, indem er sie in einer Baumstruktur markiert. Da es keine Platzhalter mehr für nur online verfügbare Dateien im Explorer gibt, sind diese dann nur über den Zugriff auf OneDrive mit einem Webbrowser in Erfahrung zu bringen.

Der für OneDrive verantwortliche Microsoft-Manager Jason Moore nahm die Kritik zur Kenntnis, begründete jedoch die Änderung mit dem Feedback anderer Nutzer. Diese seien beispielsweise verwirrt gewesen, weil sie nicht auf angezeigte Dateien zugreifen konnten, wenn sie offline waren. Auch hätten einige Anwendungen nicht gut mit den Platzhaltern harmoniert, und die Verlässlichkeit der Synchronisation habe gelitten.

„Wir waren nicht glücklich damit, wie wir die Platzhalter geschaffen hatten“, schrieb Moore. Zudem seien die Platzhalter nicht einfach „abgeschaltet“ worden. „Wir haben grundlegende Verbesserungen darin vorgenommen, wie die Synchronisation erfolgt. Dabei haben wir uns auf Zuverlässigkeit in allen Szenarios konzentriert.“

Eine kurzfristige Rückkehr der Platzhalter-Technik ist daher nicht unbedingt zu erwarten. „Längerfristig“ plant Microsoft zwar, wesentliche Features der Platzhalter zurückzubringen. Unklar ist aber derzeit noch, ob das bereits in der endgültigen Version von Windows 10 der Fall sein wird oder nicht.

Bei der Entwicklung von Windows 8 ignorierte Microsoft das kritische Feedback der Tester weitgehend. Bei Windows 10 will es erklärtermaßen besser auf die Rückmeldungen reagieren und sie nach Möglichkeit berücksichtigen. In der Kontroverse um die OneDrive-Synchronisation könnte sich beispielhaft zeigen, inwieweit das gelingt.

[mit Material von Ed Bott, ZDNet.com]

Neueste Kommentare 

9 Kommentare zu Windows 10: Nutzer beschweren sich über OneDrive-Synchronisation

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  • Am 12. September 2015 um 13:48 von Sammüller Wilma

    Geehrte Leser, habe Windos 10 geladen, bin leider nicht zufrieden, möchte
    mein altes System wieder haben, wie geht das??
    Altes System war Windows 7/8 danke.

    • Am 8. Januar 2016 um 15:27 von Inge Hoffmann

      Ich kann mich dem nur anschließen. Auch ich habe blöderweise Windows 10 geladen und möchte ebenfalls mein altes System 7/8 wieder haben. Wer kann mir sagen, wie das geht? Brauche schnell Hilfe.

  • Am 20. Oktober 2015 um 10:44 von Regina

    Dann macht es für mich keinen Sinn mehr weiter OneDrive zu nutzen. Ich habe damals angefangen, dieses als Haupt-Cloud zu nutzen und damit Dropbox abgelöst, weil ich es grade so toll fand auf alle Dateien zugreifen zu können, ohne dass sie meine Festplatte voll machen. Jetzt mit der blöden Synchronisation ist dieses Programm nutzlos und ich suche mir wieder andere

  • Am 3. November 2015 um 16:25 von Turicum04

    Ich habe weitaus grössere Probleme mit Win10/OneDrive, die ich mit der Vorversion nicht hatte: Grössere Dateien bleiben hängen, das Programm (z.B. PP) stürzt ab! Dann werden die Dateien gar nicht mehr geladen bzw. gespeichert (div. Fehlermeldungen!). Am internen Speicher kann es nicht liegen, da kaum Ausnützung. Sobald ich OD ausschalte, laufen auch diese grossen Dateien wieder.

  • Am 28. November 2015 um 10:36 von klaus korger

    Hallo
    bin von windows 7 auf 10 umgestiegen und frage mich warum?!
    Unter Win 7 war alles bestens. Jetzt mit diesem Mischmasch von alt und neu kommt mehr Frust als Lust auf. Und das MS und solche halbfertigen Lösungen zumutet liegt vermutlich an den Megadateien die dahinter stecken. Kein Programmierer auf diesem Planet blickt da noch komplett durch und kann verstehen, was passiert wenn etwas geändert wird. Besserung scheint da nicht in Sicht.

  • Am 25. Dezember 2015 um 9:24 von Turicum04

    Seit einer Woche (Update?) habe ich weitere Probleme mit dem Aktualisieren: Selbst einfache Excel-Dateien werden teilweise nicht mehr automatisch aktualisiert, erhalten aber in OneDrive das grüne Häkchen. Für mich ist so ein Speicher völlig wertlos und unbrauchbar, ja sogar gefährlich, da nicht auf dem neusten Stand.

  • Am 2. Januar 2016 um 14:56 von Taufkirchner

    Tolle Neuerung, seit dem update auf W10 sehe ich von meinem OD ein paar mickrige Dateien, die kürzlich hochgeladen wurden. Bilder gar nicht mehr, bzw. nur über die „Foto-App“. Habe versucht aus der Foto app zu kopieren, auf meinen Server. Meeega langsam, zudem verhindert die geöffnete Foto-App einen Ordnerwechsel mit dem Explorer. Also schließen, richtigen Ordner öffnen, wieder kopieren und dann laange warten. Ich nutze OD dann eben nicht mehr. Dropbox geht gut.

  • Am 27. Januar 2016 um 18:37 von Christina Bannier

    Ich schliesse mich den negativen Bewertungen vollumfänglich an. Ich hatte vor Windows 10 Windows 7 Professional. Ein tolles und schnelles Programm, ohne Probleme.

  • Am 11. April 2016 um 21:04 von Birger

    Ich kann mich da auch nur anschließen. W10, finde ich jetzt gar nicht sooooo schlecht. Ich fand W8.1 in Ordnnug und in W10 laufen einige Dinge wieder, die unter W8.1 leider nicht liefen. Dennoch ist das System nicht unbedingt Völlig unbrauchbar aus o.g. Gründen. Wenn ich eh alle Daten auf allen Rechnern habe, kann ich besser gleich eine Externe Platte oder SD-Karte benutzen. Die nehmen kaum Platz weg, sind inzwischen sehr groß und meine Daten laufen nicht über den MS-Server.

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