Android: Kitkat erreicht einen Marktanteil von über 30 Prozent

Das entspricht einer Steigerung von knapp 23 Prozent oder 5,6 Punkten in den letzten zwei Monaten. Die Vorgängerversion Jelly Bean kommt insgesamt auf 50,9 Prozent und das fast drei Jahre alte Ice Cream Sandwich auf 8,5 Prozent.

Nach Angaben von Google erreicht die aktuelle Android-Version 4.4 einen Marktanteil von 30,2 Prozent. Das entspricht einer Steigerung von knapp 23 Prozent oder 5,6 Punkten in den letzten zwei Monaten. Im September lag der Anteil noch bei 24,5 Prozent, im August betrug er 20,9 Prozent, Anfang Juli 17,9 Prozent und Anfang Juni 13,6 Prozent.

Erst im Juli hatte Kitkat das über drei Jahre alte Gingerbread (2.3.x) überholt, das nach erneuten Einbußen von 1,6 Punkten nur noch auf 9,8 Prozent kommt. Das fast drei Jahre alte Ice Cream Sandwich (4.0.x), das inzwischen nur noch einen Anteil von 8,5 Prozent verzeichnet, hatte Kitkat schon im Juni hinter sich gelassen.

Die am meisten verbreitete Android-Version ist mit 50,9 Prozent nach wie vor Jelly Bean, zu dem die Versionsnummern 4.1 bis 4.3 zählen. Gegenüber den Vormonaten hat es allerdings weiter eingebüßt. Geht man nach einzelnen Versionsnummern, führt Kitkat mit 30,2 Prozent die Statistik an, gefolgt von Android 4.1.x mit 22,8 und 4.2.x mit 20,8 Prozent. Jelly Bean und Kitkat kommen zusammen auf einen Anteil von 81,10 Prozent.

Android: Kitkat erreicht im November 2014 einen Anteil von 30 Prozent (Quelle: Google)

Trotz der in jüngster Zeit schnell wachsenden Verbreitung von Kitkat bleibt Android eine fragmentierte Plattform. Die Haupt- und Unterversionen von Android 2.2 Froyo bis 4.4 Kitkat finden sich weiterhin auf unterschiedlich alten Geräten. Dies ist vor allem für Entwickler ein Problem, die ihre Anwendungen an verschiedene Bildschirmgrößen, Hardware-Komponenten und andere Faktoren anpassen müssen.

Hauptgrund für die Fragmentierung ist der im Vergleich zu Apples iOS deutlich komplexere Update-Prozess. Denn im Fall von iOS kontrolliert Apple sowohl die Hardware als auch die Software und damit das gesamte Aktualisierungsverfahren von Anfang bis Ende. Bei Android stellt Google hingegen nur die Updates für sein Betriebssystem bereit. Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter müssen jede neue Version zunächst testen und für ihre Geräte zulassen, außerdem haben sie alle ihre eigenen Zeitpläne und Fristen. Außerdem hat Apple lediglich zwei ähnliche iOS-Produkte im Angebot – das iPhone und das iPad (drei, wenn man den iPod Touch noch dazuzählen will). Der Android-Markt umfasst hingegen unzählige Smartphones und Tablets von vielen verschiedenen Herstellern.

Aufgrund der Größe und der Vielfältigkeit des Marktes ist daher kein baldiges Ende der Android-Fragmentierung in Sicht. Vielmehr stecken zahlreiche Modelle in einer Update-Sackgasse. Eine neuere Version erhalten die Nutzer dann erst wieder mit einem Geräteneukauf – was ja auch im Interesse der Endgeräte-Hersteller sowie der Carrier liegt, die so eine Chance zur Vertragsverlängerung bekommen. Dies wird sich sicherlich auch nicht mit Android 5.0 ändern. Versierte Anwender können allerdings mit dem Aufspielen einer sogenannten Custom Rom wie CyanogenMod oder OmniRom diesem Mechanismus entgegenwirken, sofern ihr Gerät zu diesen Android-Versionen kompatibel ist. In Sachen Sicherheit hat Google auf die Fragmentierung reagiert und liefert Aktualisierungen alle sechs Wochen seit Sommer über den Dienst Google Play aus. Damit erreicht es nahezu alle Android-Telefone.

Von einer leichten Fragmentierung kann man inzwischen auch in Verbindung mit iOS sprechen. Das am 17. September veröffentlichte Mobilbetriebssystem findet bisher nur auf 52 Prozent aller iDevices Verwendung. Das besagt Apples jüngste Statistik, die alle iPhones, iPads und iPods Touch berücksichtigt, die am 27. Oktober mindestens einmal auf den App Store zugegriffen haben. Damit hat sich die Verbreitung der neuesten iOS-Version gegenüber dem 5. Oktober kaum erhöht. Damals wies Apple einen Anteil von 47 Prozent für iOS 8 aus. Der Anteil von iOS 7 ist seitdem von 47 auf 43 Prozent gesunken. Der Verbreitungsgrad früherer Versionen ging von 6 auf 5 Prozent zurück.

Ein möglicher Grund für den vergleichsweise schnelleren Umstieg der Nutzer auf iOS 7 ist, dass Apple damit ein grundlegend überarbeitetes Design vorstellte. Auch andere Neuerungen wie iTunes Radio, die Mitteilungszentrale und automatische App-Updates waren damals offenbar für viele Anwender ein großer Anreiz, iOS 6 schnell hinter sich zu lassen. iOS 8 bietet zwar auch viele Verbesserungen, aber eben keine herausragende einzelne Neuerung wie ein vollständig neues Design. Apple Pay beispielsweise lässt sich zunächst nur mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus in den USA nutzen. Außerdem setzt iOS 8 bei einem Over-the-Air-Update von iOS 7 einen freien Speicherplatz von circa 5 (iPhone) bis 7 GByte (iPad) voraus. Bei Geräten mit 16 GByte Speicherplatz dürfte das in manchen Fällen zu viel sein, sodass Anwender erst Daten löschen müssen, um ein OTA-Update durchführen zu können. Eine Aktualisierung von iOS über iTunes ist von dieser Beschränkung nicht betroffen.

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