Blackberry erweitert Messenger um neue Datenschutzfunktionen

Blackberry hat eine neue Version seines Messaging-Diensts Blackberry Messenger (BBM) veröffentlicht. Zwei der neuen Funktionen geben Nutzern mehr Kontrolle über die von ihnen verschickten Nachrichten, wodurch auch der Schutz der Privatsphäre verbessert wird. Darüber hinaus vereinfacht BBM den Versand hochauflösender Fotos.

BBM-Logo (Bild: Blackberry)Die Funktion Message Retraction erlaubt es, eine Nachricht, die versehentlich oder auch an eine falsche Person verschickt wurde, in einer vorgegeben Zeit zurückzuholen. Sie erscheint dann nicht in der Chat-Anwendung des Empfängers. Er sieht stattdessen nur einen Hinweis, wonach die Nachricht zurückgezogen wurde. Auch Dateianhänge und Dateiübertragungen lassen sich so rückgängig machen.

Die andere neue Funktion nennt Blackberry Timed Messages. Nutzer können also, ähnlich wie bei Snapchat, vorgeben, wie lange eine Nachricht, nachdem sie geöffnet wurde, auf dem Display des Empfängers angezeigt wird. Zudem muss der Empfänger während er die Mitteilung liest, den Touchscreen berühren. Ist die Zeit abgelaufen oder nimmt er den Finger vom Display, verschwindet die Nachricht. Das erlaubt es „Nutzern mit mehr Diskretion und Freiheit zu kommunizieren als je zuvor“, teilte Blackberry mit.

Allerdings ist es weiterhin möglich, Screenshots von Nachrichten zu erstellen. Der Absender erhält aber eine Mitteilung, falls versucht wird, eine Nachricht auf diese Art zu speichern. Auch das Zurückholen einer fälschlicherweise verschickten Nachricht garantiert nicht, dass der Empfänger sie nicht zuvor gesehen oder gar gesichert hat.

Fotos verschickt BBM während eines Chats weiterhin mit einer reduzierten Auflösung. Der Empfänger kann aber nun mit einem Klick um eine hochauflösende Kopie bitten. Auch die Nutzung der Funktion BBM Stickers wurde nach Herstellerangaben überarbeitet, um das Einfügen von Stickern zu vereinfachen. Nutzer können zudem nun sehen, welche Musik bei ihren BBM-Kontakten beliebt ist.

Laut John Sims, Präsident des Bereichs Global Enterprise Services bei Blackberry, können Nutzer nun zuversichtlich sein, dass „ihre Inhalte vertraulich bleiben und nur von den beabsichtigten Empfängern gelesen werden“. Allerdings sind Message Retraction und Timed Messages „Premium-Funktionen“, die Blackberry nur in den kommenden drei Monaten kostenlos anbietet. Danach sollen sie, zusammen mit anderen Features, nur im Rahmen eines BBM-Abonnements zur Verfügung stehen.

Zu dem Abonnement an sich machte Blackberry jedoch keine Angaben. Eine Sprecherin sagte lediglich, Blackberry werde gegen Ende des dreimonatigen Testzeitraums für Message Retraction und Times Messages seine Pläne für ein Blackberry-Abonnement öffentlich machen.

Der kanadische Handyhersteller kämpft seit Monaten mit einem stetig sinkenden Marktanteil und schrumpfenden Verkaufszahlen. Im Rahmen einer Neuausrichtung konzentriert sich Blackberry auf andere Produkte und Dienste, darunter auch Blackberry Messenger. Die Chat-Anwendung, die früher auf Blackberry-Geräte beschränkt war, ist seit gut einem Jahr auch für Android, iOS und Windows Phone erhältlich. Letztere soll in absehbarer Zeit aber nicht mehr aktualisiert werden. Während für Android, Blackberry und iOS die neuen Features bereits zur Verfügung stehen, müssen Anwender von BBM unter Windows Phone darauf noch warten. Blackberry hat zwar sein Messaging-Tool auch für die Microsoft-Plattform aktualisiert, allerdings stehen die neuen Funktionen dort noch nicht zur Verfügung. Laut Programmbeschreibung arbeiten die Entwickler allerdings an Version 2, „in der zusätzliche Funktionen für BBM für Windows Phone verfügbar sein werden.“

[mit Material von Lance Whitney, News.com]

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2 Kommentare zu Blackberry erweitert Messenger um neue Datenschutzfunktionen

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  • Am 3. November 2014 um 10:46 von Hi, hi...

    …wie soll man das verstehen:
    „Letztere soll in absehbarer Zeit aber nicht mehr aktualisiert werden.“?
    Der BBM, so wenige iOS-, WP- und Androiduser diesen auch nutzen, soll nicht mehr weiterentwickelt werden? Steht das irgendwo bei BlackBerry?

    • Am 3. November 2014 um 11:23 von Kai Schmerer

      Danke für den Hinweis. Unser amerikanischer Kollege hat sich offenbar geirrt. Ich habe den Text entsprechend angepasst.

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