Samsung investiert knapp 15 Milliarden Dollar in neue Chipfabrik

Sie soll im koreanischen Pyeongtaek entstehen. Der Bau wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2015 beginnen und im zweiten Halbjahr 2017 abgeschlossen sein. Von dem neuen Werk verspricht sich Samsung eine Steigerung seiner Fertigungskapazitäten "im niedrigen zweistelligen Prozentbereich".

Samsung plant den Bau einer weiteren Chipfabrik in seinem Heimatland Südkorea. Das neue Werk in Pyeongtaek in der Provinz Gyeonggi-do lässt sich der Elektronikkonzern 15,6 Billionen Won (rund 14,7 Milliarden Dollar) kosten. Der erste Spatenstich soll in der ersten Jahreshälfte 2015 erfolgen. Die Produktion wird das Werk voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 aufnehmen.

„Unser Investment in die neue Fertigungsfabrik wird die Gestaltung von Samsungs künftigen Halbleitergeschäft entscheidend beeinflussen“, kommentierte Kwon Oh-hyun, CEO und Vizevorsitzender von Samsung Electronics. Das neue Werk soll Samsung dabei helfen, die wachsende Nachfrage nach Halbleiterprodukten zu erfüllen.

Auf diesem 790.000 Quadratmeter großen Areal am Rand von Pyeongtaek soll die neue Samsung-Chipfabrik entstehen (Bild: Samsung).Auf diesem 790.000 Quadratmeter großen Areal am Rand von Pyeongtaek soll die neue Samsung-Chipfabrik entstehen (Bild: Samsung).

Laut Reuters erwartet der Konzern eine Steigerung seiner Fertigungskapazitäten „im niedrigen zweistelligen Prozentbereich“, sobald die Anlage in Pyeongtaek in Betrieb geht. Noch sei aber nicht entschieden, ob dort Logikprozessoren oder Speicherchips produziert würden.

In der laufenden Woche wird Samsung wird Samsung voraussichtlich die vorläufige Bilanz für sein drittes Fiskalquartal veröffentlichen. Im zweiten Quartal hatte das Unternehmen einen im Jahresvergleich um 25 Prozent gesunkenen operativen Gewinn hinnehmen müssen, der stark von seinem Smartphone-Geschäft abhängt. Es war der dritte Gewinnrückgang in Folge. Schon damals warnte Samsung, die zweite Jahreshälfte werde „eine Herausforderung bleiben“, da der Wettbewerb im Mobilmarkt zu niedrigeren Gerätepreisen führe und sein Ergebnis belaste.

Aufgrund dieser Aussagen haben Analysten düstere Prognosen für das laufende Quartal abgegeben: In Korea sagten sie Anfang Juli durchschnittlich einen Gewinnrückgang von 15,4 Prozent auf 8,59 Billionen Won (8,43 Milliarden Dollar) voraus. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt jetzt sogar nur noch mit 5,6 Billionen Won (5,2 Milliarden Dollar).

Samsung ist zwar weiterhin der weltgrößte Smartphone-Hersteller, sieht sich aber beispielsweise in China einem härterem Wettbewerb mit lokalen Herstellern ausgesetzt. So verlor es seine Führungsposition im chinesischen Smartphonemarkt im zweiten Quartal an Xiaomi. Eine weitere Bedrohung ist Lenovo, dass Anfang des Jahres die Übernahme von Motorola Mobility angekündigt hatte.

Im High-End-Segment duelliert sich Samsung insbesondere mit Apple. Mit dessen neuen iPhones hat sich der Wettbewerb auch hier intensiviert. Zwar dürfte Samsung weiterhin mehr Einheiten ausliefern, aber Apple fährt mit seinen Geräten höhere Gewinnmargen ein.

Und auch im Chipgeschäft muss sich Samsung bei Kernprodukten wachsender Konkurrenz erwehren. Fertigte es den A7-Prozessor für das iPhone 5S noch im Alleingang, setzt Apple beim Nachfolger A8 für das iPhone 6 und 6 Plus vor allem auf Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) als Partner. Dieser stellt 70 Prozent der benötigten Chips her, während Samsung nur noch 30 Prozent produziert. Allerdings sollen die Koreaner bereits einen Vertag mit Apple über die Fertigung des A8-Nachfolgers haben. Dem Vernehmen nach wird der wahrscheinlich A9 genannte Chip eine von 20 auf 14 Nanometern verkleinerte Strukturbreite aufweisen.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

Themenseiten: Prozessoren, Samsung

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