Ericsson gibt Modemgeschäft auf und entlässt rund 1000 Mitarbeiter

Der weltgrößte Mobilfunkausrüster wird den defizitären Geschäftsbereich schließen. Davon betroffen sind auch 216 Mitarbeiter am Standort Nürnberg. Bis zu 500 Angestellte sollen sich auf offene Stellen in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung im schwedischen Lund bewerben können.

Ericsson hat angekündigt, die Entwicklung von Modems für Smartphones einzustellen. Im Zuge dessen erfolgt die Abwicklung der zugehörigen Abteilung sowie die Streichung von rund 1500 Stellen. Knapp 1000 Mitarbeiter verlieren dabei ihre Jobs. Etwa 500 erhalten die Möglichkeit, sich auf offene Stellen in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung im schwedischen Lund zu bewerben. Auch 216 Angestellte sowie knapp 30 Berater am Standort Nürnberg sind betroffen. Gespräche mit Arbeitnehmervertretern sollen zeitnah erfolgen.

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Die Modem-Abteilung wurde vor rund einem Jahr in das Unternehmen eingegliedert und ging in dessen alleinigen Besitz über, nachdem das Joint Venture mit dem Mikrochip-Hersteller STMicroelectronics zerbrach. Wie Reuters berichtet, entstanden in den letzten drei Fiskalquartalen nach Beendigung des Gemeinschaftsunternehmens jedoch operative Verluste in Höhe von 240 Millionen Dollar. Laut Ericsson sind 1582 Mitarbeiter in 14 Ländern in der defizitären Abteilung beschäftigt. Insgesamt hat der Mobilfunkausrüster weltweit rund 115.000 Mitarbeiter.

In einer Stellungnahme erklärte Ericsson, es wolle einen Teil der durch die Abwicklung entstehenden Kapazitäten in die Weiterentwicklung seiner Mobilfunknetze investieren, um die Wachstumschancen in diesem Bereich besser nutzen zu können. CEO Hans Vestberg sagte: „Im Hinblick auf die Dynamik des Modem-Marktes sowie die Entwicklung in den Märkten für Kleinzellen und Innenraumabdeckung, glauben wir, dass sich eine Neuverteilung der Ressourcen für das gesamte Unternehmen und seine Kunden gegenüber einem Erhalt der Abteilung als vorteilhafter erweist.“ Ericsson rechnet dabei mit massiven Kosteneinsparungen, beziffert jedoch nicht, wie hoch diese im Einzelnen sind.

Die Anpassung der Konzernstrategie ist das Ergebnis einer bereits früher angekündigten Bewertung über die Zukunftsfähigkeit der Abteilung. Seit der Integration des Modem-Geschäfts im August 2013 lag der Schwerpunkt der Arbeit darauf, dass Hersteller erste Smartphones mit einem Ericsson-Modem auf den Markt bringen. Dies wurde ein Jahr später mit der Ericsson-Plattform M7450 erreicht. Das Marktpotential für diese Produkte hat sich inzwischen jedoch verringert. Das Modem soll allerdings wie geplant weiterhin an Smartphone-Hersteller ausgeliefert werden.

Die Umsetzung des Strategiewechsels beginnt laut Ericsson im vierten Quartal 2014. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2014 unveränderte Aufwendungen in Höhe von 2,6 Milliarden Schwedische Kronen (rund 2,8 Milliarden Euro) für Forschung und Entwicklung im Geschäftsbereich Modems.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

Themenseiten: Ericsson, IT-Jobs, Mobile, STMicroelectronics, Telekommunikation

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