Adobe erweitert seine digitale Rechteverwaltung auf Webvideo

Dadurch könnten Nutzer künftig kopiergeschützte Inhalte in einem einzelnen Browser statt in Dutzenden verschiedenen Anwendungen betrachten. Zunächst funktioniert Adobes HTML-Video-Ansatz aber nur in Kombination mit Firefox. Bei anderen Browsern setzt es weiterhin auf seinen Flash Player.

Adobe hat auf der Konferenz IBC 2014 angekündigt, dass seine digitale Rechteverwaltung Primetime künftig auch für kopiergeschütze Videos auf Websites eingesetzt werden kann. Zunächst funktioniert dies jedoch nur mit Mozillas Browser Firefox. Mozilla selbst kümmert DRM nicht, aber es sieht die Integration von Adobes Video-DRM in Firefox offenbar als bessere Alternative dazu, dass über Apps abrufbare Premium-Videoinhalte den Browser vollständig umgehen.

Adobe-Logo

Für Adobe ist die Ausweitung seines DRM-Systems auf Webvideo ein bedeutender Schritt bei der Abkehr von seiner Flash-Technologie. Adobes Flash Player ebnete Videostreaming im Internet den Weg, doch die Branche wendet sich inzwischen neuen Browser-Videotechniken zu, etwa aufgrund von weiterentwickelten Webstandards, Sicherheitsbedenken hinsichtlich Browser-Plug-ins und Apples Flash-Verweigerung. Ein Schlüssel für diesen Wechsel ist die Unterstützung direkt in Webseiten eingebetteter Videos auf Basis einer relativ neuen HTML-Erweiterung, mit der sich individuelle Webseiten gestalten lassen.

Doch Firmen, die durch DRM die Möglichkeiten einschränken wollen, Videomaterial zu kopieren, abzuspeichern oder weiterzuverbreiten, hilft HTML Video nicht weiter. Denn so einfach sich Videos damit in Webseiten einbinden lassen, so leicht können Nutzer diese auch auf ihrer Festplatte speichern. Und das ist nicht im Interesse der Filmstudios und Streamingdienste.

Der durchschnittliche Nutzer wird aktuell keinen Unterschied feststellen, ob kopiergeschützte Videos über Flash ausgeliefert werden oder nicht. Langfristig ist der nun angestoßene Umstieg von Flash auf einen gewöhnlichen Browser für das Web aber von großer Bedeutung. Künftig könnten Nutzer dadurch Premium-Videos in einem einzelnen Browser statt in Dutzenden verschiedenen Anwendungen von Hulu, Youtube, HBO, Netflix oder Amazon betrachten.

Webvideo nutzt zwei HTML5-Standards, Encrypted Media Extensions (EME) und Media Source Extensions (MSE), die gerade in Browser integriert werden. Unglücklicherweise für das Web implementieren verschiedene Browser diese Standards jedoch mit unterschiedlichen DRM-Mechanismen namens Content Decryption Modules. Das erschwert Videoanbietern den Support mehrerer Browser. Adobes webbasiertes DRM-System unterstützt nur Firefox, nicht aber Chrome, Safari, Opera oder Internet Explorer. Bei diesen Browsern setzt Adobe weiterhin auf Flash Player.

Schon heute setzten zahlreiche Streaming-Anbieter Adobe Primetime ein. Jüngster Kunde ist Netflix, wie Adobe auf der IBC bekannt gab. Weitere sind BBC, Comcast, HBO, Hulu, NBC, Time Warner, Turner Broadcasting, Vudu und Yahoo.

Auf der IBC kündigte Adobe zudem an, mit den Chipherstellern Intel, AMD und Broadcom an einem hardwarebasierten Kopierschutz zu arbeiten. Dies soll das Streaming hochauflösender 4K-Videos alias Ultra HD oder UHD voranbringen. „Hardwarebasiertes DRM bietet höchstmögliche Sicherheit um ‚Super‘-Premium-Videoinhalte zu schützen, inklusive HD- und 4K-Inhalte in den neuesten UHD-Fernsehgeräten.“

[mit Material von Stephen Shankland, News.com]

Themenseiten: Adobe, Browser, Firefox, Flash Player, HTML 5, Mozilla, Streaming, Video

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