Facebook macht Tool für Privatsphäre-Check verfügbar

Die Überprüfung erfolgt in drei Schritten: Erstens sieht der Anwender seine Einstellungen zum Teilen von Posts. Zweitens erscheint eine Liste der Apps, die auf das Facebook-Konto zugreifen. Im dritten Schritt lässt sich der Privatsphäre-Status der Profilinformationen ändern.

Facebook hat seinen Nutzern ein neues Werkzeug namens Privacy Checkup verfügbar gemacht. Sie erhalten darin einen Einblick, wie ihre Posts für die Öffentlichkeit und ihre Freunde erscheinen. Dies soll zeigen, welche Auswirkungen die getroffenen Privatsphäre-Einstellungen haben, und eine eventuelle Anpassung erleichtern.

Privacy Checkup (Screenshot: Facebook)

Privacy Checkup wird derzeit nach und nach für alle 1,2 Milliarden registrierten Facebook-Nutzer verfügbar gemacht. Die Ankündigung war schon im April erfolgt. Damals informierte Facebook, es führe täglich mehr als 80 Billionen Privacy-Überprüfungen durch, um zu verhindern, dass Posts nicht einer größeren Anwendergruppe angezeigt werden als vom Autor beabsichtigt.

Um zu prüfen, ob das Werkzeug für ein bestimmtes Konto schon verfügbar ist, kann der eingeloggte Nutzer auf das Schlüsselsymbol in der rechten oberen Ecke der Website klicken. Gegebenenfalls ist Privacy Checkup gleich die erste Option und mit einem Dinosaurier-Icon versehen.

Die Überprüfung erfolgt in drei Schritten: Erstens sieht der Anwender noch einmal seine Einstellungen zum Teilen von Posts, etwa mit „Freunden“ oder „öffentlich“. Zweitens erscheint eine Liste der Apps, die auf das Facebook-Konto zugreifen, einschließlich Hinweisen, wer von dort aus gepostete Beiträge sehen kann. Im dritten Schritt lässt sich der Privatsphäre-Status der Profilinformationen ändern.

Der Datenschutz bei Facebook ist seit Jahren Gegenstand kritischer Berichte. Eine Sammelklage in Wien wegen Datenschutzverstößen hat letzten Monat nach wenigen Tagen die erwünschten 25.000 Unterstützer registriert. Initiator Max Schrems will mit seiner Klage erreichen, dass Facebook in Europa seine Datenverwendungsrichtlinie überarbeitet, die nach seiner Einschätzung ungültig ist. Zudem soll das Unternehmen für “viele Arten der Datenverwendung” keine Zustimmung seiner Nutzer einholen. Auch die Teilnahme am NSA-Überwachungsprogramm PRISM sowie das Tracking von Internetnutzern auf Webseiten, beispielsweise über den „Gefällt mir“-Button, verletzt angeblich europäisches Recht.

HIGHLIGHT

Wie Facebook tickt und was der Nutzer dafür kann

Vor drei Jahren war Max Schrems einfach Jurastudent in Wien, heute kennt ihn die halbe Welt: Er ist der, der Facebook wegen Datensammelei verklagt hat. Jetzt hat er mit "Kämpf um deine Daten" sein erstes Buch vorgelegt.

Nach dem Datenklau bei Apples Online-Speicher- und Synchronisierungsdienst iCloud am vergangenen Wochenende steht die Sicherheit von Anwendern diese Woche für viele Internetkonzerne im Mittelpunkt. Auch das Business-Social-Network LinkedIn hat gerade seine Schutzvorkehrungen verschärft. Es bietet drei neue Funktionen: Anwender können nun alle ihre Log-ins mit IP und Gerätetyp sehen. In Benachrichtigungmails zu Sicherheitsvorkommnissen erhalten sie zusätzliche Informationen. Und schließlich gibt es eine umfassende Exportfunkton einschließlich Suchanfragen und IP-Adressen-Log.

[mit Material von Seth Rosenblatt, News.com]

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Themenseiten: Datenschutz, Facebook, Privacy, Soziale Netze

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