Google erhält monatlich 30 Millionen Löschanträge wegen Piraterie

In der Woche bis 11. August waren es sogar 7,8 Millionen Anträge. Die meisten kommen von der BPI, einer Vereinigung der britischen Plattenindustrie. Im Jahresvergleich beträgt der Anstieg rund 40 Prozent.

Google erhält inzwischen über 30 Millionen URL-Löschanträge im Monat wegen Urheberrechtsverstößen. Das sei ein neuer Rekord, teilt es in einem neuen Transparenzbericht mit. TorrentFreak hat die Angabe auf einen Antrag alle acht Millisekunden umgerechnet.

Im letzten Monat meldeten 2244 Organisationen Verstöße, die sich auf 47.301 Domains bezogen. Verletzt wurden die Rechte von 4547 Firmen.

Bei Google eingegangene Löschanträge wegen Urheberrechtsverstößen (Diagramm: Google)Bei Google eingegangene Löschanträge wegen Urheberrechtsverstößen
(Diagramm: Google)

Nach dem Digital Millennium Copyright Act muss Google Links auf Raubkopien löschen, wenn es darauf hiungewiesen wird. Dies soll das Auffinden illegaler Kopien und von nicht lizenzierten Streaming-Angeboten erleichtern. Der offizielle Ausdruck für solche Anträge lautet übrigens „Löschungsersuchen“.

Der Transparenzbericht zeigt auch, dass in der Woche bis 11. August allein 7,8 Millionen Urheberrechtsbeschwerden eingingen. Das ist eine Million mehr als der Wochenschnitt des letzten Jahres. Im Jahresvergleich scheint insgesamt sogar etwa eine Steigerung um 40 Prozent vorzuliegen, denn im Monat September 2013 gingen insgesamt 21,5 Millionen Löschanfragen bei Google ein.

Die Zahlen zeigen, dass die Rechteinhaber ihre Bemühungen noch intensiviert haben, um eine Suche nach Raubkopien zu erschweren. Die meisten Löschanträge kamen von der BPI, einer Vereinigung der britischen Musikindustrie, die im vergangenen Monat 6,3 Millionen Links beanstandete. Seit 2011 hat sie mehr als 270.000 Anträge an Google geschickt, die sich auf 93 Millionen Links bezogen.

Auf dem zweiten Platz folgt mit geringem Abstand und 5,7 Millionen beanstandeten Links Degban – ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell der Schutz des Urheberrechts ist. Zu den häufigsten Antragstellern zählen außerdem die Recording Industry Association of America (RIAA), Takedown Piracy LLC und MarkMonitor AntiPiracy.

Google weist abschließend darauf hin, dass es nicht jedem Antrag Folge leistet, und zählt einige Beispiele auf, ohne Gründe zu nennen. Wie Torrentfreak betont, lässt sich ein gelegentlicher Irrtum oder auch Missbrauch des Systems bei der großen Zahl an Anträgen wohl kaum ausschließen.

Zusätzlich zu den Urheberrechtsbeschwerden muss Google sich seit Juni auch mit Löschanträgen europäischer Einzelpersonen auseinandersetzen, die sich durch Google-Links in ihrer Persönlickeit verletzt sehen. Das hatte der Europäische Gerichtshof im Mai entschieden. Stand Ende Juli waren Anträge von rund 91.000 Personen eingegangen, die 328.000 Links beanstandeten.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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2 Kommentare zu Google erhält monatlich 30 Millionen Löschanträge wegen Piraterie

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  • Am 22. August 2014 um 9:43 von rene munsch

    Wenn Google einfach mal allem nachgibt, was angemäkelt wird, und einfach löscht, bleiben nur noch pornos übrig.

  • Am 27. November 2014 um 9:49 von Alex Metzger

    Meiner Meinung nach ein sehr gutes Urteil.
    Es kann immer mal wieder vorkommen, dass etwas im Internet auftaucht, was dort nichts zusuchen hat.
    Aber ich denke das Google jetzt eine Menge Arbeit hat.
    https://www.aid24.de/rechtsblog/eugh-google-muss-datenschutzrechtswidrige-inhalte-auf-antrag-loeschen
    Allerdings bin ich mir nicht so sicher wie schnell die Anträge bearbeitet werden.

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