Apple-Patentantrag lässt auf Siri für Mac schließen

Der 92-seitige Antrag beschreibt den Einsatz einer Sprachsteuerung in einer Desktop-Umgebung. Gesprochene Befehle sollen Eingaben mit Tastatur und Maus ergänzen und manchmal völlig ersetzen. Dem intelligenten Assistenten ist zugedacht, den Nutzer als "dritte Hand" auch bei komplexen Aufgaben zu unterstützen.

Ein Patentantrag Apples beschreibt den Einsatz einer Sprachsteuerung in einer Desktop-Umgebung. Der im Februar 2013 eingereichte und jetzt veröffentlichte Antrag stützt schon lange gehegte Vermutungen, dass der iPhone-Hersteller den seit 2011 für iOS verfügbaren digitalen Assistenten Siri auch für Mac OS X anbieten will. Apples Desktop-Betriebssystem bietet bislang keine Sprachsteuerung, sondern nur eine Diktierfunktion an.

Siri-Logo iOS 7

Auf 92 Seiten beschreibt US-Patentantrag 20.140.218.372 „Methoden, Systeme, ein computerlesbares Speichermedium und Benutzerschnittstellen, um in einer Desktop-Umgebung mit einem intelligenten digitalen Assistenten zu interagieren“. Wörtlich ist davon die Rede, der Assistent könnte dem Nutzer als „dritte Hand“ helfen, bereits begonnene Aufgaben durchzuführen.

Wie das iOS-Vorbild von Siri soll auch die Desktopversion natürlich gesprochene Sprache verarbeiten, Anweisungen umsetzen, Diktate aufnehmen und Suchanfragen durchführen können. Der Desktop-Assistent soll weiterhin den Kontext und die mutmaßliche Absicht des Nutzers berücksichtigen. Gesprochene Befehle sollen Eingaben mit Tastatur und Maus ergänzen sowie in manchen Fällen ersetzen. „Siri für Mac“ ist offenbar zugedacht, auch komplexere Aufgaben in der Desktop-Umgebung zu erleichtern.

Ein digitaler Assistent bietet seine Dienste in der Desktop-Umgebung an (Bild: Apple / USPTO).Ein digitaler Assistent bietet seine Dienste in der Desktop-Umgebung an
(Bild: Apple / USPTO).

Der Assistent könnte in eigenständige Anwendungen integriert und beispielsweise durch Gesten mit Maus oder Trackpad aktiviert werden. Er könnte aber auch im Hintergrund laufen und auf einen definierten Sprachbefehl wie „Hallo, Siri“ warten. Die Patentbeschreibung sieht weiterhin vor, ein Symbol im Dock zu platzieren, das über den aktiven virtuellen Assistenten informiert. Der Nutzer könnte ihn in diesem Modus jederzeit aufrufen, um sich bei seinen Aufgaben in der Desktop-Umgebung unterstützen zu lassen.

In einem beschriebenen Beispiel zieht der Nutzer Dateien oder Ordner per Drag and drop auf das Assistenten-Symbol im Dock, um weitere Bearbeitungsschritte einzuleiten. Durch eine Anweisung wie „Nach Datum sortieren“ könnte etwa ein Ordner mit Bildern neu sortiert werden. Einer solchen Aktion könnte ein weiterer Sprachbefehl folgen – oder der digitale Assistent könnte von sich aus mögliche Optionen anbieten.

Unklar bleibt trotz des umfangreichen Patentantrags, ob ein Siri für Mac in absehbarer Zeit zu erwarten ist. Die Betaversionen des kommenden OS X 10.10 Yosemite jedenfalls wiesen eine solche Funktionalität noch nicht auf. Andererseits arbeitet der iPhone-Hersteller sogar schon mit Fahrzeugherstellern daran, Siri in Sprachsteuerungssysteme zu integrieren. In iOS 7.1 entdeckte Codezeilen deuteten auf ein geplantes Siri für Apple TV hin.

[mit Material von Leon Spencer, ZDNet.com]

Themenseiten: Apple, Betriebssystem, Mac OS X, Patente, iOS

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2 Kommentare zu Apple-Patentantrag lässt auf Siri für Mac schließen

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  • Am 8. August 2014 um 19:08 von Makdavar

    Inwieweit lässt sich hier überhaupt eine Sprachsteuerung patentieren. Soweit ich mich erinnern kann, gab es zu OS/2 bereits eine, wenn auch rudimetäre, Sprachsteuerung?

    • Am 12. August 2014 um 8:35 von EDL

      Ja, Sprachsteuerung auf PCs ist natürlich nichts neues … die Frage ist, wie gut sie (ins System) integriert ist.

      Abgesehen davon, kann man in den USA auch ’n Fliegenschiss patentieren lassen. Selbst wenn ähnliche Patente schon existieren, reicht in den USA manchmal schon eine Umformulierung, um ein weiteres Patent auf den Weg zu bringen …

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