HP will früheren Autonomy-CFO verklagen

Die Klage gilt Sushovan Hussain, weil er einen kürzlich erzielten Vergleich zwischen HP und seinen Aktionären zu verhindern sucht. Der frühere Finanzchef will den Vergleich gerichtlich blockieren, weil er HP erlaube, die Wahrheit hinter der Autonomy-Übernahme und der späteren Abschreibung von 8,8 Milliarden Dollar für immer zu verschleiern. Den juristischen Schlagabtausch begleiten weiterhin schwerwiegende gegenseitige Vorwürfe.

Hewlett-Packard hat angekündigt, Autonomys früheren Finanzchef Sushovan Hussain zu verklagen, weil dieser einen kürzlich erzielten Vergleich zwischen HP und seinen Aktionären zu verhindern sucht. Den juristischen Schlagabtausch begleiten weiterhin schwerwiegende gegenseitige Vorwürfe.

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„Die Vorstellung ist aberwitzig, dass Hussain erlaubt sein sollte, sich einzumischen und eine Einigung in ihrer Substanz anzugreifen, die die Interessen eben jenes Unternehmen schützen soll, das er betrogen hat“, zitiert Reuters aus einer Eingabe HPs an das Gericht in San Francisco. „Die Anteilseigner, die ursprünglich die Führungskräfte von HP verklagten, sind jetzt der gemeinsamen Auffassung, dass Hussain zusammen mit Autonomys Gründer und CEO Michael Lynch für diesen Betrug zur Rechenschaft gezogen werden sollte.“

Hussain hatte im Juli beim zuständigen Bundesgericht in San Francisco beantragt, den Vergleich abzulehnen, mit dem drei Aktionärsklagen wegen HPs Übernahme des britischen Softwareherstellers Autonomy beigelegt werden sollen. Ihm missfielen die ausgehandelten Vergleichsbedingungen, weil sie vorsehen, dass die klagenden Aktionäre alle Vorwürfe gegen Führungskräfte und Berater von HP fallenlassen – außer die gegen leitende Angestellte und Berater von Autonomy erhobenen. Die Kläger erklärten sich außerdem bereit, HP durch ihre Anwälte bei der Durchsetzung von Rechtsansprüchen gegen den ehemaligen Autonomy-CEO Michael Lynch und den früheren Finanzchef Hussain zu unterstützen.

Hussain wiederum erklärte in seinem Antrag an das Gericht, bei einer richterlichen Zustimmung zum Vergleich könne HP „den wahren Grund für die 2012 vorgenommene Abschreibung auf Autonomy für immer verbergen – wie HP selbst Autonomys Erfolg nach der Übernahme zunichte machte“. Den Vergleich selbst beschrieb er als „betrügerisch verabredet und unlauter“.

„Diese atemlosen Beschimpfungen von HP sind die Art von persönlicher Hetze, wie wir sie inzwischen erwarten“, legte jetzt ein Sprecher von Lynch und Hussain nach. „Mit der Zunahme emotionaler Ausbrüche verringert sich zugleich der Zugang zu den Tatsachen. Meg Whitman bezahlt einen Haufen Anwälte, um sich nicht vor einem Richter und einer Jury den Vorwürfen von Inkompetenz und Irreführung stellen zu müssen.“

HP hatte Autonomy im Oktober 2011 für mehr als 11 Milliarden Dollar übernommen, um seine Position im Bereich Enterprise-Software zu stärken. Der britische Spezialist für die Verwaltung unstrukturierter Daten sollte HPs Fähigkeiten stärken, die Bedeutung von Daten zu erkennen, was Einsichten, Voraussagen und Entscheidungsprozesse vereinfache. Später musste HP jedoch 8,8 Milliarden Dollar abschreiben, nachdem sich Autonomy weit unter den Erwartungen entwickelte. Gegen Autonomy wurde der Vorwurf betrügerischer Buchhaltung erhoben, und es kam zu behördlichen Ermittlungen in den USA und Großbritannien. Autonomys Ex-CEO Michael Lynch und sein früherer Finanzchef Hussain weisen noch immer alle Vorwürfe mit Nachdruck zurück.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

Themenseiten: Gerichtsurteil, Hewlett-Packard (HP), Software, Übernahmen

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