Oracle widerspricht: In-Memory nicht standardmäßig aktiv

Produktmanagerin Maria Colgan zufolge sind mehrere Schritte nötig. Sie räumt ein, dass die fragliche In-Memory-Funktion standardmäßig "installiert" ist. Ihre Diskussion mit dem Datenbankexperten Kevin Closson hat inzwischen an Schärfe gewonnen.

Oracle hat einem Bericht widersprochen, dass das Update 12.1.0.2 für die Datenbank 12c ein neues Feature aktiviere, für das der Hersteller rund 20.000 Dollar zusätzlicher Lizenzgebühren berechnet. Produktmanagerin Maria Colgan schreibt in einem Blogbeitrag, es seien mehrere Schritte nötig, um In-Memory Column Store zu nutzen. Sie bestätigte aber, dass die Funktion „installiert“ sei.

Oracle versucht nachzuweisen, dass einige Schritte zur Aktivierung von In-Memory nötig sind, was mit 20.000 Dollar berechnet werden könnte (Bild: Oracle).Oracle versucht nachzuweisen, dass einige Schritte zur Aktivierung von In-Memory nötig sind, was mit 20.000 Dollar berechnet werden könnte (Bild: Oracle).

Der Datenbank-Experte und ehemalige Oracle-Software-Architekt Kevin Closson, der inzwischen für EMC arbeitet, hatte zuvor dargelegt, wie ein unbedarfter Anwender dieses kostenpflichtige Feature „aus Versehen“ nutzen könnte – durch Eingabe einer einzigen Kommandozeile. Colgan protestiert, es handle sich nicht um ein Feature, das man hinzugefügt habe: „In-Memory wurde nahtlos in den Kern der Datenbank integriert, als neue Komponente der Shared Global Area (SGA).“ Daher installiere man zusammen mit dem Update auch dieses In-Memory-Feature. Es sei zwar untrennbar mit der Datenbank verbunden, werde aber durch das Update 12.1.0.2 nicht werksseitig aktiviert.

Colgan macht sechs Parameter fest, die für die Initialisierung nötig sind. Einer dieser Parameter ist „inmemory_size“ mit dem Standardwert 0. Dieser Wert müsse für die aktive Nutzung mindestens 100 MByte groß sein. Auch durch die Abfrage v$SGA In-Memory-Query, die Closson demonstrierte, werde nicht automatisch der nötige Speicher allokiert.

Die Oracle-Managerin erklärt zudem in einem Tweet, dass sich Closson in seinem dritten Beitrag zu dem Thema offenbar auf einen bekannten Bug mit der Nummer 19.308.780 beziehe. Er steckt in der Tat im Feature Tracking, hat aber ihr zufolge nichts mit dem ursprünglich diskutierten Problem zu tun.

Closson äußerte sich vor fünf Tagen zunächst insgesamt von dem Update recht angetan. Er wolle aus einer Mücke keinen Elefanten machen, schrieb er, sehe aber durchaus die Gefahr, dass diese Funktion „aus Versehen“ genutzt werden könnte. „Eine einzige Kommandozeile kann schon bedeuten, dass der nächste Lizenz-Audit – sagen wir mal – recht unterhaltsam werden dürfte.“ In seinem vierten Blogbeitrag von heute gibt er sich nicht mehr ganz so freundlich, da er „einen Angriff auf meinen Charakter“ ausgemacht hat. Oracle könne sich ruhig so verhalten, solle aber dann doch bitte auf korrekte Fakten achten.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

Themenseiten: Business-Software, Datenbank, Oracle

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