Patentstreit: Bose verklagt künftige Apple-Tochter Beats

Es geht um Schutzrechte für die Störschallunterdrückung bei Kopfhörern. Bose fordert Schadenersatz in nicht genannter Höhe und ein Verkaufsverbot. Es hat auch eine Beschwerde bei der US-Handelsbehörde International Trade Commission eingereicht.

Der US-Lautsprecher- und Kopfhörerhersteller Bose hat Ende vergangener Woche eine Patentklage gegen Beats Electronic eingereicht. Das Unternehmen, das Apple Ende Mai für 3 Milliarden Dollar gekauft hat, soll laut CNBC fünf Schutzrechte für die Störschallunterdrückung bei Kopfhörern verletzen. Die Klage richtet sich unter anderem gegen die Beats-Kopfhörer Studio und Studio Wireless. Bose fordert Schadenersatz und ein Verkaufsverbot.

Kopfhörer von Beats Audio (Bild: CNET.com)

Bose hat sich nicht nur an ein Bezirksgericht im US-Bundestaat Delaware gewandt, sondern auch eine Beschwerde bei der Außenhandelsbehörde International Trade Commission (ITC) eingereicht. Demnach hat das Unternehmen Umsätze und auch Gewinne eingebüßt, da Beats unerlaubt seine Technologien nutze. In der 50-jährigen Firmengeschichte habe man „erhebliche Summen in Forschung und Entwicklung proprietärer Technologien“ investiert, die in den eigenen Produkten zum Einsatz kämen. Alleine für die Störschallunterdrückung besitze man mindestens 22 US-Patente sowie 14 Patentanträge.

„Weil Bose erheblich in Forschung und Entwicklung investiert, und weil Boses Ruf sich auf durch seine innovative Technik überlegene Produkte gründet, ist Boses anhaltender Erfolg unmittelbar davon abhängig, ob es seine proprietären Technologien durch die Durchsetzung seiner geistigen Eigentumsrechte schützen kann“, heißt es in der Klageschrift.

Gerade in der Mobilbranche wenden sich Firmen immer wieder an Gerichte, um ihre Erfindungen zu verteidigen. Vor allem der Patentstreit zwischen Apple und Samsung sorgte in den vergangenen Jahren für viel Aufmerksamkeit. Bose und die künftige Apple-Tochter Beats wiederum sind zwei der bekanntesten Hersteller von Kopfhörern, die zunehmend auf hochpreisige Produkte setzen.

Ende Mai hatte Apple die Übernahme von Beats Electronic für 3 Milliarden Dollar angekündigt. Dem iPhone-Hersteller ging es dabei aber nicht in erster Linie um die Kopfhörer von Beats, sondern den abobasierten Musikstreamingdienst Beats Music. In der vorigen Woche hatte Apple anlässlich der Veröffentlichung seiner Juni-Quartalszahlen erklärt, es werde die Akquisition noch in diesem Quartal abschließen.

„Mit Beats erhalten wir einen unglaublichen Abodienst, einige sehr seltene Talente, von denen wir glauben, dass sie bei Apple großartige Dinge leisten können, und Zugang zu einem sehr schnell wachsenden Geschäft im Bereich Kopf- und Ohrhörer“, sagte Apple-CEO Tim Cook am vergangenen Dienstag.

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

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Themenseiten: Apple, Bose, Patente, Patentstreit, Übernahmen

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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2 Kommentare zu Patentstreit: Bose verklagt künftige Apple-Tochter Beats

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  • Am 28. Juli 2014 um 11:18 von Hmm ...

    … will nicht spitzfindig sein, aber solange die Übernahme von Beats nicht abgeschlossen ist, könnte sie noch scheitern, und daher ist Beats Beats und nicht Apple?

    • Am 28. Juli 2014 um 11:29 von Björn Greif

      Da haben Sie Recht. Der Artikel wurde entsprechend geändert.

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