Bericht: Google wollte Spotify übernehmen

Laut WSJ war der Preis zu hoch. Recode bestätigt das Interesse Googles, in den Verhandlungen soll es aber nur um eine Zusammenarbeit gegangen sein. Googles neuer Chief Business Officer Omid Kordestani sitzt im Aufsichtsrat von Spotify.

Google hat nach Informationen des Wall Street Journal vergangenes Jahr mit dem Musikstreamingdienst Spotify über eine Übernahme verhandelt. Aufgrund des geforderten Preises habe es sich aber zurückgezogen. Recode bestätigt das Interesse insbesondere von Youtube-Chefin Susan Wojcicki, merkt aber an, nach seinen Informationen sei es nie zu tatsächlichen Übernahmeverhandlungen gekommen.

Google Play Music

Google hatte im Dezember in einer Pflichtmeldung angegeben, die Übernahme eines ausländischen Unternehmens im Wert von 4 bis 5 Milliarden Dollar „angestrebt“ – und später aufgegeben – zu haben. Das WSJ verweist darauf, dass der Wert von Spotify einen Monat 4 Milliarden Dollar betrug, als es nämlich eine Finanzierungsrunde über 250 Millionen Dollar abschloss. Spotify kommt aus Schweden.

In der Zwischenzeit hat Google Songza übernommen, einen Musikempfehlungsdienst, der die Stimmung der Anwender berücksichtigt. Er wird nun in Googles eigene Streaming-Angebote Play Music und Youtube integriert. Recode weist zudem darauf hin, dass Googles letzte Woche berufener Chief Business Officer Omid Kordestani im Aufsichtsrat von Spotify sitzt, während der frühere Google-Manager Shishir Mehrotra dem Spotify-CEO Daniel Ek als Berater dient.

Spotify

Konkret über einen Kauf oder Preise hätten beide Firmen nicht verhandelt, schreibt Recode. Es habe zwar Treffen zwischen Ek und dem Google-Management gegeben, darin sei es aber um „diverse umfangreiche Geschäftsabkommen“ gegangen. Eine Fusion sei nicht unmöglich – Youtube-Chefin Susan Wojcicki habe großes Interesse angemeldet, wenn Spotify zum Verkauf stünde.

Kritiker haben wiederholt daran gezweifelt, dass Spotify seine Nutzer für kostenpflichtige Abonnements gewinnen und somit ein nachhaltiges Geschäftsmodell realisieren kann. Im Mai teilte das Unternehmen aber mit, ein Viertel der monatlich aktiven Nutzer – nämlich rund 10 Millionen – habe inzwischen ein Abo geschlossen. Das von Apple für 3 Milliarden übernommene Beats kann nur etwa 100.000 Bezahlkunden vorweisen. Wie viele Abonnenten Googles eigenes Abo-Angebot Play Music All-Inclusive bisher gewinnen konnte, ist nicht bekannt.

Auf Streaming-Services entfielen im vergangenen Jahr schätzungsweise zehn Prozent aller mit digitaler Musik erzielten Einnahmen. Das geht aus einem Bericht des Weltverbands der Phonoindustrie (IFPI) von Anfang Mai 2013 hervor. Die Plattenlabels setzen auf weiteres schnelles Wachstum in diesem Bereich. Spotify zahlte nach eigenen Angaben im letzten Jahr 500 Millionen Dollar Lizenzgebühren.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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Themenseiten: Google, Musik, Spotify, Streaming, Übernahmen

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