Rückgaberecht: Apple und Google müssen in Südkorea App-Store-Richtlinien ändern

Google und seine Entwickler dürfen ein Rückgaberecht nicht mehr ausschließen. Die koreanischen Kartellwächter verschärfen auch die Regeln für kostenlose Testversionen. Apples Kunden steht nun bei einer Änderung der Geschäftsbedingungen ein Kündigungsrecht zu.

Die südkoreanische Fair Trade Commission hat Apple und Google angewiesen, die Geschäftsbedingungen ihrer App Stores zu ändern. Sie müssen alle Klauseln entfernen, die ein Rückgaberecht durch Verbraucher einschränken. Nach Ansicht der Kartellwächter sind sie unfair und zum Schaden der Verbraucher.

Smartphone-Apps (Bild: Shutterstock / Oleksiy Mark)

Google muss konkret alle Abschnitte entfernen, die ein Rückgaberecht ausschließen. Android-Entwickler wiederum müssen nun Regeln für die Rückgabe einer App sowie die Erstattung des Kaufpreises erarbeiten. Darüber hinaus dürfen Apps, die von Verbrauchern nach Ablauf einer kostenlosen Testphase automatisch eine Gebühr erheben, nicht mehr als kostenlose Testversion beworben werden. Stattdessen werden sie nun als kostenpflichtige Apps bezeichnet, die für einen begrenzten Zeitraum gratis genutzt werden können. Verbraucher sollen sich danach noch entscheiden können, ob sie ihr Abonnement kündigen. Außerdem haben Käufer einer fehlerhaften App nicht nur ein Recht auf die Erstattung des Kaufpreises, sondern auch auf Schadenersatz.

Entwickler, die ihre Anwendungen in Apples App Store anbieten, müssen Kunden künftig vorab über jegliche Änderungen der Geschäftsbedingungen informieren. Verbrauchern steht im dem Fall zudem ein Kündigungsrecht und die Erstattung bereits gezahlter Beträge zu. Außerdem können nun auch In-App-Käufe zurückgegeben werden.

Die koreanische Behörde hofft, dass ihre neuen Vorgaben als Vorbild für andere Länder dienen. „Google wird sich auf Korea beschränken, während Apple in Betracht zieht, die überarbeiteten Geschäftsbedingungen weltweit einzuführen“, zitiert der Korea Herald Hwang Won-chul, Leiter der Adhesion Contract Division der Fair Trade Commission.

Die neuen Regeln betreffen aber nicht nur Entwickler – sie nehmen auch Verbraucher in die Pflicht. Bei Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen einer App sind auch sie für mögliche Schäden verantwortlich. Der Entscheidung der Kartellwächter zufolge muss der Verstoß klar und nachweisbar sein und die vom Entwickler geltend gemachte Entschädigung angemessen sein. Darüber hinaus können nun auch Mitarbeiter von Entwicklern schadenersatzpflichtig sein, unabhängig davon, ob sie fahrlässig gehandelt haben oder nicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass die südkoreanische Fair Trade Commission die Regeln für App Stores verschärft. Ähnliche Bedingungen hatte sie im März den inländischen Anbietern SK Telecom, KT und LG Uplus auferlegt.

[mit Material von Sa Youn Hwang, News.com]

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3 Kommentare zu Rückgaberecht: Apple und Google müssen in Südkorea App-Store-Richtlinien ändern

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  • Am 9. Juli 2014 um 12:56 von hugo

    Respekt, das sind endlich mal tolle Vorgaben, würde mich freuen wenn deutsche Minister dies ähnlich sehen würden und auch umsetzen würden. Und wenn Apple diese Änderungen gleich weltweit umsetzen will dann haben die etwas dazugelernt.

    • Am 9. Juli 2014 um 17:06 von Carsten Haertl

      Ja, eine Verbreitung dieser Form von Verbraucherschutz wäre ein tolle Sache. Fürchte aber, in den meisten westlichen Ländern fehlt dazu der Eifer. Die koreanischen Verbraucher sind nun mal extrem anspruchsvoll, meckerfreudig und gehen sogar wg. Kleinigkeiten zum Anwalt. Da sind wir in D etwa viel zu fatalistisch und dickfellig.

  • Am 11. Juli 2014 um 17:20 von Judas Ischias

    Vielleicht sind in den meisten westlichen Ländern die Lobbyisten „besser“ oder „aktiver“.
    Und /oder die Politiker sind in den meisten westlichen Ländern „empfänglicher“ für die Einflüsterungen?;)

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