Gartner rechnet mit Erholung des weltweiten PC-Markts

Im laufenden Jahr sollen die Verkäufe nochmals leicht um 2,9 Prozent zurückgehen. Für 2015 erwarten die Marktforscher dann aber die Trendwende. Als Grund für die Belebung geben sie an, dass Unternemen unter anderem alte Windows-XP-Rechner ersetzen werden.

Die Marktforscher von Gartner haben neue Zahlen und Prognosen für den weltweiten PC-Markt vorgelegt. Demnach werden die Verkäufe im laufenden Jahr nur noch leicht um 2,9 Prozent auf 308 Millionen Einheiten zurückgehen, ehe sie 2015 wieder auf knapp 317 Millionen steigen.

„2014 wird von einer relativen Erholung des weltweiten PC-Marktes gekennzeichnet sein“, erklärt Ranjit Atwal, Research Director bei Gartner. Nachdem der Verkauf von Desktops, Notebooks und hochwertigen Ultramobilgeräten 2013 im Vergleich zu 2012 um 9,5 Prozent zurückgegangen war, sehen die Marktforscher in dem Minus von 2,9 Prozent erste Zeichen für eine Trendwende.

Weltweite Geräteverkäufe nach Segment (Tabelle: Gartner)

„Unternehmens-Upgrades von Windows XP und der allgemeine Business-Replacement-Cycle werden den Abwärtstrend abschwächen, vor allem in Westeuropa“, kommentiert Atwal. „In diesem Jahr erwarten wir nahezu 60 Millionen professionelle PC-Replacements in den reifen Märkten.“

Bislang aber haben sich die Anwender von Windows XP mit Upgrades auf neue Geräte relativ lange Zeit gelassen. Aktuelle Zahlen für den Monat Juni von Net Applications zeigen sogar eine leichte Steigerung des Marktanteils von Windows XP. Damit liegt das fast 13 Jahre alte Betriebssystem noch immer vor den beiden Windows-8-Varianten. Im Unternehmensumfeld erfolgt zudem eher eine Aktualisierung auf Windows 7, während Windows 8 übergangen wird.

Wahrscheinlich wird Microsoft 2015 mit „Threshold“ eine neue Windows-Version veröffentlichen, die eher die Bedürfnisse von Unternehmen erfüllt als Windows 8 und somit eine Alternative zu Windows 7 darstellt. Viele Firmen warten dennoch mit dem Upgrade etwa zwölf Monate oder bis zum ersten Service Pack. Häufig brauchen sie diese Zeit für die nötigen Kompatibilitätstests.

Letztlich scheinen die traditionellen Formen des PCs, also Desktop und Notebook, weiter unter Druck zu sein. Für 2015 rechnen die Gartner-Analysten mit rund 260 Millionen verkauften Einheiten. 2013 waren es noch rund 296 Millionen. Gestützt wird das Wachstum im PC-Markt durch „Ultramobilgeräte“, worunter Gartner Ultrabooks wie Apples MacBook Air versteht.

Gleichzeitig sagen die Marktforscher weiteres Wachstum bei Tablets voraus. In diesem Jahr sollen die Verkäufe auf 256 Millionen Stück steigen. 2013 lag die Zahl bei 207 Millionen. Im nächsten Jahr werden voraussichtlich 321 Millionen Tablets abgesetzt, womit sie den PC bei den Stückzahlen überholen würden. Diese Entwicklung wird Atwal zufolge auch dadurch begünstigt, dass die Geräte günstiger werden und mehr Funktionalität bieten.

Wachstum sehen die Gartner-Analysten auch bei Smartphones: Hier sollen die Verkäufe 2014 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf 1,86 Milliarden Einheiten steigen. Für 2015 rechnen die Analysten mit einem Absatz von 1,95 Milliarden Geräten. Android bleibt ihrer Meinung nach das wichtigste Mobilbetriebssystem, woran auch das nächste iPhone nichts ändern wird, das Apple voraussichtlich im Herbst 2014 auf den Markt bringt.

Weltweite Geräteverkäufe nach Betriebssystem (Tabelle: Gartner)

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

Themenseiten: Desktop, Gartner, Marktforschung, Notebook, Tablet

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1 Kommentar zu Gartner rechnet mit Erholung des weltweiten PC-Markts

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  • Am 8. Juli 2014 um 19:55 von Jupdich

    Bei uns wird gerade gerechnet… ein Servicevertrag läuft aus, da bietet sich die Möglichkeit, MacBooks anstatt Laptops zu kaufen… hoffentlich klappt’s! Die Rede ist von 2.000 Geräten :-)

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