Lenovo will Spartenkäufe von IBM und Google bis Jahresende abschließen

CEO Yuanqing Yang verneinte auf der Jahreshauptversammlung mögliche Probleme mit Regulierungsbehörden. Lenovos Produkte stellten keine Sicherheitsbedrohung dar, betonte er. Damit wies er indirekt einen WSJ-Bericht zurück, laut dem die Übernahme von IBMs x86-Servergeschäft sich verzögern oder gar scheitern könnte.

Lenovo geht davon aus, die Übernahme sowohl von IBMs x86-Servergeschäft als auch von Googles Handysparte Motorola Mobility bis Ende des Jahres abschließen zu können. Wie CEO Yuanqing Yang am Mittwoch gegenüber Reuters erklärte, liefen für beide Akquisitionen derzeit noch Prüfungen durch die zuständigen Regulierungsbehörden in China und den USA, aber diese „schreiten voran“.

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Auf Lenovos Jahreshauptversammlung in Hongkong sagte der Chief Executive Officer: „Wir hoffen, beide Deals bis Ende des Jahres abzuschließen. Die US-Regierung […] und die US Army zählen zu unseren Kunden. Es gibt kein Problem und wir werden diese Tradition fortsetzen.“

Mit dieser Aussage reagierte Yang offensichtlich auf einen Bericht des Wall Street Journal von vergangener Woche, laut dem die geplante Übernahme von IBMs Serversparte sich verzögern oder aufgrund von Sicherheitsbedenken sogar scheitern könnte. Nach Informationen der Zeitung haben Sicherheitsexperten der US-Regierung und Mitglieder des für ausländische Investitionen in US-Firmen zuständigen Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) schwere Bedenken geäußert.

Das Problem soll darin bestehen, dass IBM-Server in Kommunikationsnetzen und Rechenzentren des US-Verteidigungsministerium zum Einsatz kommen. Das Ministerium fürchtet laut den Quellen der Wirtschaftszeitung das Eindringen „chinesischer Spione“. Server könnten auch im Zug von Wartungsarbeiten kompromittiert werden.

Konkret wollte sich der Lenovo-CEO nicht zu dem WSJ-Bericht äußern, er wies jedoch die Idee zurück, Lenovos Produkte seien eine Sicherheitsbedrohung: „Wenn Sie sich unsere Geschichte ansehen, mit heimischen und Übersee-Kunden, gab es niemals Probleme hinsichtlich der Sicherheit.“

Schon im Anschluss an die Übernahme von IBMs PC-Geschäft durch Lenovo im Jahr 2005 hatte die US-Regierung allerdings ähnliche Bedenken geäußert. Damals erklärte ein nicht namentlich genannter Militärvertreter, die US-Luftwaffe habe eine Lieferung Lenovo-Notebooks erhalten, die sich Tests zufolge „mit China in Verbindung setzten“. Der Zweck dieser Verbindung sei zwar unklar, es habe sich aber um eine nicht autorisierte Verbindung gehandelt. Die Geräte seien zurückgeschickt und durch Hardware eines US-Anbieters ersetzt worden.

Lenovo hatte im Januar 2,3 Milliarden Dollar für die IBM-Serversparte geboten und dafür den Zuschlag bekommen. Motorola Mobility kaufte es Ende desselben Monats für 2,91 Milliarden Dollar von Google.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

Themenseiten: IBM, Lenovo, Motorola Mobility, Server, Smartphone, Übernahmen

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