Auch Gartner reduziert Prognose für weltweite IT-Ausgaben

Wie IDC korrigierte es seinen Ausblick nach unten. Die Marktforscher gehen zwar immer noch von einem Wachstum aus, dieses soll aber geringer ausfallen als zuvor erwartet. Statt um 3,2 Prozent sollen die Investitionen im Jahresvergleich nur um 2,1 Prozent auf 3,7 Billionen US-Dollar steigen.

Das Marktforschungsinstut Gartner hat seine Prognose für die weltweiten IT-Ausgaben im Jahr 2014 nach untern korrigiert. Zwar gehen die Marktforscher nach wie vor von einem Wachstum aus, dieses soll aber geringer ausfallen als zuvor erwartet. Statt um 3,2 Prozent sollen die Investitionen im Jahresvergleich nun nur um 2,1 Prozent auf 3,7 Billionen US-Dollar steigen.

Gartner hat seine Prognose für die weltweiten IT-Ausgaben gesenkt (Grafik: Gartner).

Die Analysten machen vor allem eine Stagnation in den Bereichen Devices, Systeme für Rechenzentren und IT-Services für das geringere Wachstum verantwortlich. „Preisdruck durch zunehmenden Konkurrenzkampf, das Fehlen von Produktdifferenzierungen und die wachsende Verfügbarkeit von brauchbaren Alternativen haben sich negativ auf die Aussichten bei kurzfristigen IT-Ausgaben ausgewirkt“, kommentiert Richard Gordon, Managing Vice President bei Gartner.

Gordon rechnet allerdings damit, dass sich in den Jahren zwischen 2015 und 2018 die Ausgaben wieder normalisieren. Denn dann würden sich die Pricing-Strategien der Anbieter und die Einkaufsstrategien der Anwender wieder einander anpassen. „Die IT erreicht nun ihre dritte Entwicklungsphase und bewegt sich damit weg von einem Fokus, der auf Technologien und Prozesse gerichtet ist, hin zu einer Ausrichtung auf künftige und neue Geschäftsmodelle, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden.“

Der Devices-Markt – zu dieser Kategorie zählt Gartner PCs, Notebooks, Smarthphones, Tablets oder auch Drucker – wird laut der jüngsten Prognose zwar wachsen, allerdings nicht mehr so schnell wie bisher. Im Vergleich zu 2013 erwarten die Analysten ein Plus von 1,2 Prozent auf 685 Milliarden Dollar. Dafür sei mitentscheidend, dass der US-Markt für Tablets eine Penetration von 50 Prozent erreiche. Dann würden die Kunden weniger hochwertige Geräte kaufen.

Noch geringer fallen die Investitionen in die Rechenzentren aus. Um lediglich 0,4 Prozent sollen sie im Vergleich zum Vorjahr auf einen Wert von 140 Milliarden Dollar steigen. Nach wie vor unter Druck ist demnach der Server-Markt. Die Abkehr von High-End-Servern mache sich noch immer bemerkbar, so Gartner. Anwender setzten auf günstige Standard-Hardware. Vor allem im Segment mit Kundenkontakt zögen zwar die Investitionen in High-End-Systeme an, doch auch hier schienen die Anwender eher auf günstige Lösungen zu setzen. Ebenfalls unter Druck sind den Marktforschern zufolge External Controller Based Storage (ECB). Unausgelastete Systeme und Cloud-Storage-Angebote drückten die Investitionen. Und auch hier seien die Anwenderunternehmen auf der Suche nach günstigeren Hardware-Alternativen.

Mit 3,8 Prozent Wachstum auf 967 Milliarden Dollar können hingegen IT-Services stark zulegen. Dieser gute Wert sei aber auch einem schwachen Ergebnis im Vorjahr geschuldet, stellt Gartner klar. Viele Anbieter hätten zudem die Preise im Cloud-Storage-Service-Markt dramatisch reduziert, und günstige Public Cloud Services verdrängten derzeit traditionelle Data-Center-Outsourcing-Services. Weil sich Unternehmen aktuell lieber kleine und risikoarme Projekte vornehmen, wachsen auch Implementierungsservices nicht so stark wie ursprünglich erwartet.

321 Millarden Dollar und damit 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr wollen Unternehmen für Software ausgeben. Große Datenmengen, Digitalisierung und Big Data treiben vor allem den Markt für Datenmanagement-Systeme (DBMS). Daher investieren auch mehr Unternehmen als erwartet in Infrastruktur-Software. Etwas geringer als erwartet fallen hingegen die Ausgaben in Anwendungen aus. Die schwachen PC-Verkäufe drücken zudem auf den Verkauf von Office-Suites und auf Digital Content Creation (DCC).

Im Telekom-Service-Markt erwartet Gartner für 2014 ein Wachstum von 0,7 Prozent auf 1,6 Billionen Dollar. Allerdings werden die durchschnittlichen Umsätze pro Nutzer jährlich um etwa 10 Prozent sinken. Dafür sind laut Gordon ein wachsender Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern und neue Low-Cost-Services verantwortlich, die mit Werbung gegenfinanziert sind. Der Rückgang der Umsätze falle dadurch höher aus, als ursprünglich erwartet.

Auch die Marktforscher von IDC mussten ihre Prognosen für 2014 erst vor wenigen Wochen nach unten korrigieren – zum dritten Mal in diesem Jahr. Anders als Gartner nennt IDC jedoch keine absoluten Zahlen. Mit einem vorhergesagten Wachstum von 4,1 Prozent für die weltweiten IT-Ausgaben ist es etwas optimistischer. Zuvor hatte IDC mit einem Plus gegenüber 2013 von 5 respektive 4,6 Prozent gerechnet. Es geht nun davon aus, dass in reifen Märkten die Anwender vor allem die zweite Jahreshälfte nutzen werden, um veraltete Infrastrukturen zu erneuern.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

Themenseiten: Gartner, IDC, Marktforschung

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