Eric Schmidt wirbt auf Kuba für mehr Internet

Eine Google-Delegation sprach mit Offiziellen wie Bloggern und ließ sich auch durch ein Forschungszentrum führen. Beteiligt war auch der früher fürs US-Außenministerium tätige Google-Angestellte Jared Cohen. Nur 5 Prozent der Kubaner gehen gelegentlich ins Internet.

Eine Delegation führender Google-Manager einschließlich Executive Chairman Eric Schmidt hat Kuba besucht, um dort „für die Vorteile eines freien und offenen Internets zu werben“, wie die erst letzten Monat gestartete unabhängige kubanische Nachrichtensite 14yomedio.com berichtet.

Google-Chairman Eric SchmidtGoogle-Chairman Eric Schmidt (Bild: Stephen Shankland, CNET.com)

Neben Schmidt waren Brad Perlmutter, Dan Keyserling und Jared Cohen vor Ort. Letzterer arbeitete früher fürs US-Außenministerium und verfasste vergangenes Jahr zusammen mit Schmidt ein Buch, in dem eine durch allgegenwärtigen Internetzugang veränderte Gesellschaft beschrieben wird.

Die Google-Delegation traf sich auf Kuba mit Offiziellen, ließ sich durch die Informatik-Fakultät der Universität Havanna sowie ein Forschungszentrum führen und sprach auch mit 14yomedio.com-Blogger Yonai Sanchez. Unter anderem wurde über schnelle Internetzugänge an öffentlichen Plätzen diskutiert.

„Das war eine Technik-Nacht ohne Technik“, schildert Sanchez das Treffen der Huffington Post. „Niemand holte sein Handy heraus, um im Web nachzusehen – das ist auf Kuba nicht möglich -, und niemand kam auf die Idee, uns das neuste Doodle zu zeigen oder auf Zahlen zur Größe seines Unternehmens zu verweisen.“

Kuba zählt zu den Ländern mit der geringsten Internetverbreitung weltweit. Nur 5 Prozent aller Kubaner greifen zumindest gelegentlich auf das Internet zu. Diese Zahl stammt von Freedom House, einer Menschenrechtsorganisation mit Sitz in den USA.

Im vergangenen Jahr hatte die kubanische Regierung 118 öffentliche Internetzentren eröffnet, die sich über das Land verteilen. Die Kosten übersteigen allerdings die Mittel großer Teile der Bevölkerung. Eine Stunde Internet kostet laut Associated Press 4,50 Dollar – bei einem durchschnittlichen Monatslohn von 20 Dollar.

Es war nicht Schmidts erste Auslandsreise als Advokat eines offenen Internets: Im Januar 2013 hatte er Nordkorea einen angesichts von US-Sanktionen für das Land scharf kritisierten Besuch abgestattet. Er besuchte eine Universität und warnte vor den wirtschaftlichen Folgen, die das Ignorieren des Internets für das Land haben könne. Im März 2013 traf sich Schmidt zudem mit Unternehmern und Offiziellen in Myanmar, um sie von den Vorteilen eines offenen Internets zu überzeugen.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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Themenseiten: Google, Internet, Kommunikation, Politik

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