FBI verhaftet angebliches Mitglied der Hackergruppe NullCrew

Ein weiteres mutmaßliches Gruppenmitglied wurde in Kanada verhaftet. Die Hacktivisten führten Cyberangriffe auf Universitäten sowie Unternehmen durch, darunter Sony und einen Sicherheitsdienstleister der US-Regierung. Sie veröffentlichten tausende Benutzernamen und Passwörter, um die Organisationen bloßzustellen.

Ein Mitglied der Hackergruppe NullCrew ist verhaftet worden, wie das US-Justizministerium mitteilt. Ihm wird vorgeworfen, sich mit anderen verabredet zu haben, um Cyberangriffe auf mehrere Universitäten und Unternehmen zu starten. Die Hacktivisten sollen außerdem tausende Benutzernamen und Passwörter veröffentlicht haben, um die betreffenden Organisationen bloßzustellen.

nullcrew

FBI-Agenten nahmen den 20-jährigen Timothy French im US-Bundesstaat Tennessee fest. Er muss mit einer Anklage in Chicago wegen Computerbetrugs rechnen. Bei einer Verurteilung drohen ihm als Höchststrafe zehn Jahre Haft sowie eine Strafzahlung von 250.000 Dollar.

French war unter Namen wie „@Orbit“, „rootcrysis“ und „COrps3“ bekannt. Den Behörden zufolge nutzte er Twitter-Konten, um Dutzende von Attacken gegen verschiedene Organisationen anzukündigen. Im November 2012 soll NullCrew einen Angriff auf ein ausländisches Verteidigungsministerium – vermutlich das britische – unternommen haben, dem die Veröffentlichung von über 3000 Nutzernamen, E-Mail-Adressen und Passwörtern folgten, die angeblich Mitarbeitern dieses Ministeriums gehörten.

Das FBI arbeitete mit einem Informanten zusammen, der zu Chats mit Mitgliedern der Hackergruppe eingeladen wurde, die über Skype, Twitter und CryptoCat geführt wurden. In Kanada wurde außerdem ein 16-Jähriger festgenommen, der ebenfalls zu NullCrew gehören soll.

Das US-Justizministerium erwähnte die von den Angriffen betroffenen Universitäten und Firmen nicht namentlich, aber einige wurden schon durch frühere Berichte bekannt. Mit Klas Telecom traf es ausgerechnet einen Sicherheitsdienstleister, der geheime Kommunikationslösungen für amerikanische und andere Regierungen entwickelt. Nach eigenen Angaben konnte die Hackergruppe die Kontrolle über acht Server von Sony übernehmen – und warf dem japanischen Unternehmen allzu lasche Sicherheitsvorkehrungen vor. Sie soll außerdem Maildienste der britischen Universität Cambridge und der US-Universität Yale gehackt sowie Zugangsdaten veröffentlicht haben.

Andere Mitglieder von NullCrew gaben sich betont unbeeindruckt von den Verhaftungen. In einer bei Pastebin veröffentlichten Erklärung beschrieben sie die Verhafteten als zu unvorsichtige „Skids“, die ihre Identität nur unzureichend verschleiert und es nicht besser verdient hätten. „Startet keine Angriffe von euren Zuhause-IPs, Skiddies!“, heißt es darin. „Verschafft euch etwas Ahnung und ein verdammtes VPN!“

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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