Google kauft mit mDialog eine Video-Werbefirma

Seine Plattform unterstützt iOS und Android, aber auch Straming-Boxen wie Roku und Microsofts Xbox. Langfristig soll sie in DoubleClick integriert werden. "Wir freuen uns darauf, gemeinsam denjenigen, die Live- oder On-demand-Inhalte erstellen, neue und noch bessere Möglichkeiten zu bringen, um Umsatz zu machen."

Google hat mDialog übernommen, ein auf Videowerbung spezialisiertes Start-up. Es ermöglicht Medienfirmen, Videowerbung auf eine ganze Anzahl von Endgeräten zu bringen – darunter Apples iPhones und iPads, Modelle mit Googles Android, aber auch Streaming-Lösungen wie die von Roku und Microsofts Konsole Xbox.

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Vorerst soll mDialog seinen Dienst weiterlaufen lassen. Langfristig plant Google aber, ihn in die Werbe-Suite seiner Tochter DoubleClick zu integrieren. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam denjenigen, die Live- oder On-demand-Inhalte erstellen, neue und noch bessere Möglichkeiten zu bringen, um Umsatz zu machen“, heißt es in einem Kommentar auf der Website von mDialog. Google wollte darüber hinaus auf Nachfrage durch News.com keine Erklärung abgeben.

Google reagiert damit auf den Trend, dass Werbegelder immer weniger für Displaywerbung und zunehmend für Videoanzeigen ausgegeben werden. Eine wichtige Rolle spielt daneben – oder in Kombination – Native Advertising, was bedeutet, dass Werbung sich wie ein redaktioneller Beitrag gibt. Yahoo etwa hatte sich im Februar mit Gemini verstärkt, um diesen Trends Rechnung zu tragen, Twitter kaufte diesen Monat schon den Native-Advertising-Spezialisten Namo Media.

Allgemein nimmt der Druck auf Google im Werbemarkt zu. Nach Zahlen von eMarketer ist etwa sein Anteil bei der Mobilsuche in 82,8 Prozent im Jahr 2012 auf noch 68,5 Prozent 2013 zurückgegangen. Der Grund ist den Marktforschern zufolge darin zu sehen, dass Mobilnutzer immer öfter in einzelnen Apps suchen, statt eine Allround-Suchmaschine einzusetzen.

Mit „+Posts“ hatte Google letzten Dezember ein interaktives Anzeigenformat vorgestellt. Solche Anzeigen nutzen Google+-Technik für Kommentare, kombiniert mit Bildern und Videos. Allerdings erscheinen die Anzeigen nicht in Googles Social Network, sondern über das Netzwerk für Display-Anzeigen. Bei einer Mausbewegung über die Anzeige öffnen sie sich, um beispielsweise ein Video abzuspielen oder Nutzern die Möglichkeit zu geben, einen Kommentar zu hinterlassen. Verbraucher können Google zufolge über +Posts auch Fragen stellen oder sich einem Hangout anschließen.

Googles Einnahmen stammen fast vollständig aus Werbung. Die Werbeeinnahmen von Googles eigenen Websites kletterten zwischen Januar und März um 21 Prozent auf 10,47 Milliarden Dollar, was einem Anteil von 68 Prozent am Gesamtumsatz entspricht. Partnerseiten und AdSense steuerten 3,4 Milliarden Dollar bei (plus vier Prozent). Die Zahl der bezahlten Klicks erhöhte sich im Jahresvergleich um 26 Prozent, während die Einnahmen pro Klick um neun Prozent zurückgingen.

[mit Material von Richard Nieva, News.com]

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