Amazon verdreifacht Auswahl in seinem App Store in einem Jahr

Amazon bietet nach eigenen Angaben inzwischen 240.000 Apps in seinem App Store an. Die Zahl habe sich in den vergangenen zwölf Monaten nahezu verdreifacht, teilte das Unternehmen im Vorfeld der für morgen geplanten Vorstellung eines noch unbekannten Produkts mit. Der Appstore sei zudem inzwischen in 200 Ländern weltweit verfügbar.

Icon Amazon-App

Es wird erwartet, dass Amazon morgen in Seattle ein lange erwartetes Smartphone enthüllen wird, um sein vorhandenes Hardware-Portfolio mit Tablets, E-Readern und einer Streaming-Box zu erweitern. Amazon nutzt diese Produkte vermehrt, um seine Kunden an seine Dienste zu binden, insbesondere auch an Amazon Prime.

Eine große Auswahl an Apps ist für viele Verbraucher ein wichtiges Argument für den Kauf eines Smartphones. Vor allem alternative Plattformen wie Blackberry und Windows Phone kämpfen damit, dass einige Nutzer in ihren Online-Marktplätzen nicht alle Apps finden, die sie benötigen. Allerdings laufen viele Android-Apps auf der von Amazon abgewandelten Version von Googles Mobil-OS.

Da Amazon nicht das Original-Android einsetzt, fehlen wichtige Google-Dienste wie Maps, Gmail und vor allem der Play Store. Stattdessen setzt Amazon für seine Tablets und Kindle Fire TV auf seinen eigenen Amazon App Store.

Der zieht laut Amazon inzwischen immer mehr Entwickler an. Im vergangenen Monat hätten sich doppelt so viele neue Programmierer angemeldet wie im Mai 2013. „Entwickler sagen uns, dass sie eine größere Reichweite und oftmals auch höhere Einnahmen feststellen, wenn sie ihre Apps und Spiele im Amazon App Store anbieten“, wird Mike George, Vizepräsident des Bereichs App Store and Games, in einer Pressemitteilung zitiert.

Nicht alle Analysten sind von einem Erfolg eines Amazon-Smartphones überzeugt. „Es bleiben viele Fragen, warum Amazon in einen Markt einsteigen sollte, in dem so viele zuvor gescheitert sind“, kommentiert Julie Ask, Vizepräsidentin und Principal Analyst bei Forrester Research. „Es gibt viel, dass Amazon verschenken kann, um den Verkauf anzukurbeln, aber ist das eine brauchbare langfristige Strategie?“ Andere Anbieter hätten vor allem in den Bereichen Apps und Services einen deutlichen Vorsprung. „Amazon braucht deswegen etwas großes, um Aufmerksamkeit zu erhalten.“

„Seien wir doch ehrlich: Trotz des großen Ökosystem-Kriegs mit Apple oder Google ist Amazon bestimmt nicht in der Lage, in einem sehr konkurrenzbetonten und etablierten Smartphonemarkt ein Global Player zu werden. Wie auch die Produktreihe Kindle Fire kommt das neue Gerät wahrscheinlich zuerst in den USA und dann nur in Großbritannien und Deutschland in den Handel, den wichtigsten Amazon-Märkten in Europa“, ergänzte ihr Kollege Thomas Husson. Durch die Verknüpfung von Amazon Prime mit einem subventionierten Gerät könne Amazon seinen besten Kunden allerdings ein sehr differenziertes Erlebnis bieten und seine Umsätze steigern.

[mit Material von Roger Cheng, News.com]

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