IBM kündigt US-Regierungscloud an

Zwei spezielle Rechenzentren sollen zunächst bis zu 30.000 Servern Platz bieten. IBM investiert 1,2 Milliarden Dollar und bringt damit auch seine Cloud-Partner als Regierungsdienstleister ins Gespräch. Vorbild ist Amazons 2011 etablierte GovCloud. Auch Microsoft bereitet ein solches Angebot vor.

IBM informiert über den Bau von SoftLayer-Cloud-Rechenzentren für US-Regierungsbehörden nach dem Vorbild von Amazons GovCloud. Sie entstehen in Dallas (Texas) und Ashburn (Virginia). Zunächst sollen sie bis zu 30.000 Servern Platz bieten.

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Um für die Zielgruppe überhaupt in Frage zu kommen, müssen die Einrichtungen den Vorgaben des US Federal Risk and Authorization Management Program (FedRAMP) und des Federal Information Security Management Act (FISMA) entsprechen. IBM sieht vor, dass seine SoftLayer-Partner in den beiden Anlagen ebenfalls Dienste für Behörden anbieten können.

IBM ist heute schon in mehreren Bereichen ein wichtiger IT-Dienstleister der US-Regierung. Parallel zur SoftLayer-Ankündigung hat es auch seine Plattform Bluemix als Clouddienst für Regierungen verfügbar gemacht. Zudem plant es ein spezielles Security-Center für Behördenkunden. Insgesamt soll der Ausbau der Rechenzentren und der Infrastruktur 1,2 Milliarden Dollar kosten.

Wie wichtig ihm seine Behördenkunden sind, hatte IBM im vergangenen Jahr mit einer Klage unterstrichen: Es focht einen von der CIA mit Amazon Web Services (AWS) geschlossenen Vertrag an. IBM zufolge erfüllt Amazons Angebot gar nicht alle Erfordernisse des Projekts. Welche das genau sind, ist vor allem aufgrund der nötigen Geheimhaltung unklar. Die Cloud-Strategie der CIA scheint aber den Plan zu beinhalten, Big Data für nachrichtendienstliche Analysen einzusetzen. Amazon Web Services soll helfen, eine Private-Cloud-Infrastruktur aufzubauen, um neue Technologien kostengünstig nutzen zu können. Der Vertrag mit der CIA hat angeblich ein Volumen von rund 600 Millionen Dollar und zehn Jahre Laufzeit. Damit geht auch eine Anerkennung von AWS als geheimdiensttauglichem Dienstleister einher. Der zuständige Richter entschied zugunsten von Amazon.

SoftLayer  (Screenshot: ZDNet)

Gerade Private- und Hybrid-Cloud-Umgebungen stehen im Fokus von SoftLayer, das IBM als Alternative zu AWS positioniert. Den Infrastructure-as-a-Service-Anbieter hatte es 2013 übernommen. Amazons GovCloud erfüllt schon seit 2011 die regulatorischen Anforderungen, um es amerikanischen Regierungsbehörden zu ermöglichen, vertrauliche Arbeitsprozesse in die Cloud zu verlagern.

Auch Microsoft hat letztes Jahr Pläne für einen regierungstauglichen Clouddienst öffentlich gemacht. Das Produkt, das unter dem Namen „Fairfax“ entwickelt wurde, ist speziell für die US-Regierung vorgesehen. Am Standort Fairfax im US-Bundesstaat Virginia residiert die General Services Administration, also eine wichtige Zielgruppe des Angebots.

Andere Regierungen als die der USA decken die genanten Dienstleister bisher nicht ab. Amazon-CTO Werner Vogels hat die GovCloud aber im Juni 2013 als „exportfähiges Erfolgsmodell“ gepriesen.

[mit Material von Larry Dignan, ZDNet.com]

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Themenseiten: Amazon, Cloud-Computing, IBM, Politik

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