iOS 8 stellt Jailbreaker vor neue Probleme

Stefan Esser zufolge scheint es einen neuen Root-Schutz fürs Dateisystem zu geben. Apple hat offenbar die Verzeichnisstruktur für die Container geändert, in denen native iOS-Dateien abgelegt werden. Esser alias i0n1c war zunächst von einem schnellen Jailbreak ausgegangen.

Ein namhafter Jailbreaker – Stefan Esser alias i0n1c – hat einen Ansatz für ein Entsperren von iOS 8 gefunden, musste aber später zurückrudern, da er auf zusätzliche Probleme gestoßen war. Dies lässt sich seinen jüngsten Tweets entnehmen.

iOS8-Logo

Am Montag merkte er zur Beta des jüngsten Mobilbetriebssystems von Apple an: „Download abgeschlossen. Erste Tests zeigen, dass iOS 8 Beta keine Lücken schließt. Kernel-Dump einwandfrei, Code aber verändert und Patches werden nicht gefunden.“ Später verkündete er optimistisch: „Wahrscheinlich brauche ich morgen einige Stunden, um den Code zu flicken. Dann wird der Jailbreak zu iOS 8 Beta kompatibel sein.“

In einem weiteren Tweet ging es schon um die Frage, ob Jailbreak-Apps aus dem Cydia Store unter iOS Beta laufen würden. Alles deutete auf einen schnellen Jailbreak des neuen iOS hin.

Am Dienstag schrieb Esser dann: „iOS 8 scheint einen neuen Root-Schutz fürs Dateisystem zu haben. Manche meiner Patches gehen völlig daneben.“ Später führte der Sicherheitsforscher und Jailbreaker aus, Apple habe offenbar die Verzeichnisstruktur für die Container geändert, in denen native iOS-Dateien abgelegt werden.

Im Katz-und-Maus-Spiel mit den Jailbreakern scheint also vorerst Apple die Führung zu behalten. Trotzdem dürfte ein erfolgreicher Jailbreak von iOS 8 nur eine Frage der Zeit sein, zumal zahlreiche Hacker um die Ehre wetteifern, die neue Version als erste zu knacken. Esser war etwa letzten Monat schon bei iOS 7.1.1 als erster erfolgreich gewesen.

Mit einem Jailbreak wird der alternative App-Store Cydia auf den iDevices installiert. Die Nutzer erhalten dadurch Zugriff auf Programme, die Apple in seinem App Store nicht anbietet. Neben Must-Have-Tools wie SBSettings sind vor allem Programme für den Schutz der Privatsphäre beliebt. Mit Protect my Privacy (PMP) und Privacy lässt sich die Datensammelleidenschaft, die fast jede offizielle App aus dem App Store an den Tag legt, stark einschränken. Die beiden Tools bieten deutlich mehr Datenschutzoptionen als die von Apple in iOS 7 integrierten Privatsphärefunktionen.

Apple warnt hingegen regelmäßig vor Jailbreaks. Sie könnten verschiedenste Probleme auf den gehackten iOS-Geräten verursachen, darunter Instabilität, Sicherheitsprobleme, Gesprächsabbrüche, unzuverlässige Datenverbindungen und verschlechterte Akkulaufzeiten. Der iPhone-Hersteller vertritt außerdem die Ansicht, dass ein Jailbreak seine Lizenzbedingungen verletzt und gegen den US Digital Millennium Copyright Act verstößt. Er behält sich vor, „Kundendienstleistungen für Geräte zu verweigern, auf denen nicht genehmigte Software installiert ist“.

Das US Copyright Office hat indes 2010 entschieden, dass ein Entsperren des iPhone für die Installation beliebiger Software legal ist. Die Entscheidung fiel im Rahmen eines alle drei Jahre üblichen Revisionsprozesses des Digital Millennium Copyright Act auf Antrag der Electronic Frontier Foundation (EFF). Zudem ist es Nutzern erlaubt, einen sogenannten Unlock zur Aufhebung der Providersperre (SIM-Lock) durchzuführen.

Eine ähnliche Auffassung vertritt auch der Europäische Gerichtshof. Im Januar erklärt er das Umgehen von Schutzmechanismen für die Installation von Programmen für legal. Verboten bleibt das Aushebeln des Kopierschutzes von urheberrechtlich geschützten Inhalten.

[mit Material von Lance Whitney, News.com]

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Themenseiten: Apple, Jailbreak, iOS

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