Computex: AMD stellt Mobilversionen seiner Kaveri-APUs vor

Sie besitzen bis zu zwölf Rechenkerne, genauer vier CPU- und acht GPU-Kerne. Die grundsätzliche Architektur ähnelt den seit Jahresbeginn verfügbaren Desktop-Modellen. Die Performance soll an die von Intels aktuellen Core-i-Prozessoren herankommen oder sie sogar übertreffen.

AMD hat auf der Computex in Taipeh die Mobilversionen seiner Kaveri-APUs präsentiert. Mit den „Mobile Performance APUs“, wie AMD die Kombination aus Anwendungs- und Grafikprozessor (CPU und GPU) nennt, sieht sich das Unternehmen gerüstet, mit Intels Core-i5- und Core-i7-Prozessoren zu konkurrieren. Außerdem kündigte es in Taipeh ein neues Branding und eine Pro-Reihe für Business-Systeme an.

Im vergangenen Jahr hatte AMD an gleicher Stelle die Desktopmodelle von Kaveri enthüllt. Seit Anfang des Jahres sind sie im Handel erhältlich. Die grundsätzliche Architektur der Desktop- und Mobilvarianten ist identisch: Sie vereint eine weiterentwickelte Steamroller-CPU mit AMDs Graphics-Core-Next-Grafik (GCN) auf Basis der Radeon-R7-Reihe. Der Hersteller spricht von bis zu zwölf Rechenkernen, also vier CPU-Kernen und acht GPU-Kernen. Zusammen sollen sie eine Performance von 818 Gigaflops liefern. Notebooks mit den neuen Kaveri-APUs werden in den kommenden Monaten unter anderem von Acer, Asus, Dell, HP, Lenovo, Samsung und Toshiba in den Handel kommen.

Die Kaveri-APUs bieten bis zu zwölf Rechenkerne, vier zur Anwendungs- und acht zur Grafikberechnung (Bild: AMD).Die Kaveri-APUs bieten bis zu zwölf Rechenkerne, vier zur Anwendungs- und acht zur Grafikberechnung (Bild: AMD).

Laut Kevin Lensing, für die Mobilprodukte zuständiger Senior Director, ist Kaveri AMDs erster Chip, der CPU und GPU mittels seiner heterogenen Systemarchitektur (HSA) verbindet. Dies bedeutet, dass CPU und GPU eng zusammenarbeiten, aber unterschiedliche Aufgaben übernehmen, sodass sie ihre jeweiligen Stärken ausspielen können. So eignen sich CPUs besser für serielle, GPUs aber besser für parallele Rechenaufgaben. Die Verteilung soll weniger Leistungsaufnahme und höhere Leistung ermöglichen. Ein wesentlicher Unterschied gegenüber der bisherigen Architektur ist, dass CPU und GPU den gleichen Speicherbereich nutzen. Dadurch müssen Daten, die übergeben werden, nicht mehr vom Speicherblock des einen in den des anderen kopiert werden.

Die Kaveri-APUs bringen zudem AMDs Techniken Quick Stream und Steady Video auf Notebooks, die die Videowiedergabe verbessern sollen. Auch Support für Ultra-HD/4K-Auflösungen, Gestensteuerung und Log-in per Gesichtserkennung ist enthalten. Eine weitere Neuerung stellt AMDs TrueAudio-Technik dar, die der CPU einige Aufgaben zur Audioberechnung abnehmen soll. Sie sorgt laut Hersteller für eine bessere räumliche Klangdarstellung, setzt aber wie AMDs Grafikschnittstelle Mantle angepasste Software voraus.

Als Beispiel für die Leistungsfähigkeit seiner neuen Mobilprozessoren zeigte AMD, wie ein Kaveri-System einen Filter in Adobe Photoshop deutlich schneller anwendet als ein Intel-Core-basierter Rechner mit OpenCL-Hardwarebeschleunigung. Abseits von 3D-Grafik hatte sich AMD bisher stets vor Leistungsvergleichen mit Intels Core-Prozessoren gescheut, weil es bei der CPU-Performance nicht mithalten konnte. Das scheint jetzt nicht mehr der Fall zu sein. „In Benchmarks liegen wir durch die Bank tatsächlich gleichauf mit dem Core i7 und übertreffen ihn in vielen Fällen“, versicherte Lensing. Allerdings sind die Ergebnisse von Herstellern durchgeführter Benchmarks grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. Ob Lensings Aussage stimmt, muss sich erst noch in unabhängigen Tests erweisen. Immerhin ist es interessant zu sehen, dass AMD seinen großen Konkurrenten Intel auch bei der CPU-Leistung wieder herauszufordern scheinen will.

Laut AMD können seine mobilen Kaveri-CPUs mit den aktuellen Core-i-Modellen von Intel mithalten oder sie sogar übertreffen (Bild: AMD).Laut AMD können seine mobilen Kaveri-CPUs mit den aktuellen Core-i-Modellen von Intel mithalten oder sie sogar übertreffen (Bild: AMD).

Gleiches gilt offenbar für Business-Notebooks, einen Bereich, in dem AMD viel Boden auf Intels vPro gutzumachen hat. Das will es mit der neuen Pro Series erreichen, die sich in drei Punkten von der Consumer-Reihe unterscheidet. Erstens werden die Pro-APUs jeder Preisklasse ihre Consumer-Pendants leistungsmäßig übertreffen. Zweitens werden dieselben Pro-Modelle länger verfügbar sein. Und drittens verspricht AMD ein stabileres Software-Image mit wenigen Änderungen bei BIOS oder Treibern.

Für die Kaveri-APUs reaktiviert AMD zudem wieder seine Marke FX. Der Namenszusatz fand bisher bei seinen Hochleistungs-CPUs für Spieler und Technikenthusiasten Verwendung. Die Zukunft der Marke war aber ungewiss, nachdem AMD die FX-CPUs aus seiner Produkt-Roadmap entfernt hatte. Künftig verwendet der Hersteller die Bezeichnung FX für seine schnellsten mobilen Kaveri-APUs. Lensing zeigte beispielsweise einen Gaming-Laptop von HP, der als einer der ersten eine APU der FX-Serie einsetzen wird.

[mit Material von John Morris, ZDNet.com, und Nate Ralph, News.com]

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