WWDC: Ausblick auf iOS 8 und OS X 10.10 geplant

Banner am Veranstaltungsort weisen auf die kommenden Versionen von Apples Betriebssystemen hin. iOS 8 soll mehrere neue Apps erhalten, während die Kartenanwendung Maps ein größeres Update erfährt. OS X 10.10 könnte "Yosemite" heißen - und seine Bedienoberfläche ganz dem aktuellen Design von iOS angepasst sein.

Apple wird auf seiner am 2. Juni beginnenden Worldwide Developers Conference (WWDC) einen Ausblick auf iOS 8 und OS X 10.10 geben. Das wurde schon vorab berichtet und wird jetzt auch durch die Vorbereitungen am Veranstaltungsort sichtbar. Großflächige Banner im Moscone Center in San Francisco weisen auf die kommenden Versionen von Apples Betriebssystemen hin.

Für iOS steht eine weiße 8 vor einem blauen Hintergrund mit Wasserwellen. Das kommende Mac OS kündigt sich mit einem großen X vor dem Hintergrund von El Capitan an, einem 1000 Meter hohen Monolithen im kalifornischen Yosemite-Nationalpark. Das passt zu von Apple angemeldeten Warenzeichen, die von Apple Insider entdeckt wurden. Sie beziehen sich durchweg auf geographische Besonderheiten und Städte im US-Bundesstaat Kalifornien, die für die Benennung künftiger OS-X-Versionen in Frage kämen. Das Banner im Kongresszentrum wiederum lässt ein anstehendes „OS X Yosemite“ vermuten.

Montage des Apple-Logos am Moscone Center in San Francisco (Bild: James Martin / CNET) Montage des Apple-Logos am Moscone Center
in San Francisco (Bild: James Martin / CNET)

 

Reichlich Vorabinformationen gibt es bereits zu dem unter dem Codenamen Okemo entwickelten iOS 8, die 9to5Mac in einem umfangreichen Überblick zusammenfasst. Es soll neue und verbesserte Apps erhalten – unklar sei aber aufgrund von Verzögerungen noch immer, welche Features tatsächlich in die neue Version aufgenommen werden.

Als wichtigste Neuerung darf die App Healthbook (Gesundheitsbuch) gelten. Sie soll die Bewegung des Nutzers quantifizieren, von ihm verbrannte Kalorien angeben und auch Blutdruck, Wasseranteil im Körper sowie Glukosespiegel messen. Die Anwendung soll deutlich über das hinausgehen, was existierende Fitness-Tracker für iOS von Nike und Fitbit leisten. Sie könnte die erforderlichen Daten von Geräten wie etwa einer drahtlos verbundenen Waage erhalten – aber auch von Apples geplanter Uhr namens iWatch.

Ein größeres Update steht für Apples Kartenanwendung Maps an, die bei ihrer Einführung zunächst durch erhebliche Schwächen in die Kritik kam. Mit einfließen sollen Kartendaten der von Apple übernommenen Firmen BroadMap, Embark und HopStops. Ein überarbeitetes Kartendesign soll die Straßen besser hervorheben, und die Nutzer sollen auch öffentliche Verkehrsmittel in ihre Routenplanung einbeziehen können.

Nach Berichten von Gigaom und Financial Times bereitet Apple außerdem eine Software-Plattform für Smart-Home-Geräte vor. Über sein Mobilbetriebssystem iOS soll es möglich sein, intelligente Lampen, Sicherheitssysteme oder auch mit dem Internet verbundene Haushaltsgeräte zu steuern. Das Programm soll ähnlich wie Apples „Made for iPhone“-Programm offen für Drittanbieter sein, deren Geräte dann über iOS-Geräte zu steuern sind.

Angeblich will der iPhone-Hersteller auch den Musik-Identifikationsdienst Shazam in iOS 8 integrieren. Apples intelligenter Assistent Siri wäre damit in der Lage, einen im Hintergrund abgespielten Song zu identifizieren und ihn auch zum Download aus dem iTunes Store anzubieten. Für iPad-Nutzer soll zudem verbessertes Multitasking mit Split-Screen in Vorbereitung sein. Wie es Microsoft schon jetzt mit seinen Surface-Tablets ermöglicht, könnten sie zwei Anwendungen gleichzeitig laufen lassen und auch bedienen. Im Zusammenhang mit dieser Funktion will Apple offenbar auch die Interaktion zwischen Apps verbessern, so dass zwei gleichzeitig geöffnete Apps es erlauben, Inhalte wie Texte, Bilder oder Videos direkt per Drag and drop von einer Anwendung in die andere zu ziehen.

OS X 10.10 erfährt laut 9to5Mac vor allem auffällige Design-Veränderungen rund um das User Interface. Mit der Entwicklung vertraute Quellen beschrieben die Gestaltung als „extrem flach“. Apple will hier offenbar die mit iOS 7 eingeschlagene Richtung konsequent auf die Bedienoberfläche von OS X übertragen. Das Desktop-Betriebssystem soll jedoch seine eigenen Charakteristiken und Features bewahren, also nicht zugunsten einer iOS-ähnlichen Erfahrung vereinfacht werden. Die Konvergenz betreffe vielmehr nur die Design-Ästhetik und eine gewisse Harmonisierung der Features.

Die Vorstellung völlig neuer Hardware ist auf der WWDC 2014 kaum zu erhoffen. Möglich sind jedoch Aktualisierungen von Apples Desktop- und Laptop-Reihen, insbesondere ein MacBook Air mit Retina-Display. Weniger wahrscheinlich sind nähere Informationen zu neuen Mobilgeräten wie dem iPhone 6 oder der seit langem erwarteten Smartwatch iWatch oder gar dem Apple-Fernseher iTV. Entsprechende Ankündigungen wird sich Apple voraussichtlich bis Herbst aufsparen, auch wenn eine vorgezogene Vorstellung der nächsten iPhone-Generation nicht ausgeschlossen ist.

Themenseiten: Apple, Betriebssystem, Mac OS X, Software, iOS

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2 Kommentare zu WWDC: Ausblick auf iOS 8 und OS X 10.10 geplant

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  • Am 1. Juni 2014 um 14:36 von Judas Ischias

    Das typische Gewäsch von Apple. Viele Gerüchte und Marketing-
    Trara. Sollen können, könnte sein. Am Ende kommt nur etwas abgekupfertes bei raus, weil Apple keine vernünftigen Ideen mehr hat. Was vielleicht in Zukunft besser werden könnte, da man in Zukunft wohl öfter mal ein bisschen Marihuana rauchen wird. Die Experten dafür, haben ja gerade bei Apple angeheuert.
    Typisch Apple. Nach mittlerweile gefühlten Ewigkeiten, ist z.B.der iTV von Apple immer noch nicht am Start. Da wird auch immer nur geschrieben, was es können, wollen, sollen, haben müsste. Aber es passiert…..NICHTS.;)
    Ich würde jetzt zwar nicht wetten, dass Apple-TV ein Flop wird, falls es denn irgendwann mal kommt, denn es gibt mit Sicherheit noch genügend Käufer, egal wie übel das Teil am Ende aussieht und seinen Dienst verrichtet.;)

  • Am 2. Juni 2014 um 9:37 von rainwebs

    Man muss Apple nicht mögen, aber eines ist beobachtbar: reduce to the max wird konsequent gelebt und die User Experience ist immer einen Tick besser. Im Vergleich zu dem Gefummel auf anderen Plattformen und den damit einhergehenden Qualitätsproblemen gibt es zumindest eine brauchbare Alternative. Und auf deren Weiterentwicklung wartet man dann gerne auch etwas länger ;-)

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