Bericht: NSA stattet in den USA hergestellte Hardware mit Hintertüren aus

Sie erlauben es dem Geheimdienst, einzelne Nutzer oder ganze Netzwerke zu überwachen. Die NSA fängt die Geräte angeblich ab, manipuliert sie und leitet sie dann an den eigentlichen Empfänger weiter. Das geht aus Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden hervor.

Der US-Auslandsgeheimdienst National Security Agency baut angeblich in Router, Server und andere Netzwerkgeräte, die in den USA hergestellt werden, Hintertüren ein. Das berichtet der Guardian unter Berufung auf den Journalisten Glenn Greenwald, dem wiederum Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden vorliegen. Demnach fängt die NSA die Geräte ab oder erhält sie, bevor sie exportiert werden.

NSA-Zentrale in Fort Meade, Maryland, USA (Bild: nsa.gov)

Die Unterlagen, die Greenwald auch für sein Buch über Edward Snowden mit dem Titel „No Place to Hide“ benutzt hat, stammen aus dem Jahr 2010. Laut Guardian sind sie vom Chef der NSA-Abteilung Access and Target Development. Darin wird beschrieben, wie die NSA in den USA produzierte Hardware abfängt, Überwachungswerkzeuge implementiert, sie neu verpackt und dann an die eigentlichen Empfänger im Ausland verschickt.

Die Hintertüren könnten es der NSA erlauben, einzelne Nutzer oder gar ganze Netzwerke zu überwachen. „In einem Fall hat sich ein implantiertes Ortungsgerät bei der geheimen Infrastruktur der NSA zurückgemeldet“, heißt es laut Guardian in dem Dokument. „Dieser Rückruf gab uns die Möglichkeit, das Gerät weiter auszunutzen und das Netzwerk zu untersuchen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass ein solcher Vorwurf gegen die NSA erhoben wird. Schon Ende Dezember 2013 hatte Der Spiegel gemeldet, dass die NSA Hintertüren in Geräte wie PCs, Router und Festplatten einbaut. Davon waren angeblich Produkte von Cisco, Dell, Western Digital, Seagate, Maxtor, Samsung und Huawei betroffen.

Die NSA wiederum räumt ein, dass sie in den USA hergestellte Hardware für ihre Zwecke nutzt. Ob damit allerdings auch die Installation von Hintertüren gemeint ist, ist unklar.

In einer CNET vorliegenden Stellungnahme heißt es, man sei auf in den USA hergestellte Produkte angewiesen, um die „geheimen Informationen unseres Landes zu schützen“. Die Sammlung von Informationen sei auf „gültige ausländische Ziele“ beschränkt. Einzelne Aktivitäten wollte die NSA nicht kommentieren.

Dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei werfen die USA ironischerweise vor, seine Produkte ebenfalls mit Hintertüren auszustatten. Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses teilte Huawei im Juni 2012 mit, man sei besorgt, dass chinesische Behörden versuchen könnten, in US-Netzwerke einzudringen, die Telekommunikationsgeräte von Huawei benutzen. Huawei bestritt jedoch jegliche Verwicklung in Cyberspionage.

Eine vom Weißen Haus beauftragte Risikostudie fand schließlich keine Beweise für Spionagesoftware in Huawei-Produkten. Trotzdem belasteten die Vorwürfe die Beziehung zwischen dem chinesischen Konzern und den USA, was schließlich zum Rückzug von Huawei aus dem US-Markt führte.

[mit Material von Dara Kerr, News.com]

Tipp: Wie sicher sind Sie bei der Sicherheit? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Themenseiten: Hardware, Huawei, National Security Agency, Netzwerk, Politik, Privacy, Secure-IT, Überwachung

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
Freier Mitarbeiter
Stefan Beiersmann
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

13 Kommentare zu Bericht: NSA stattet in den USA hergestellte Hardware mit Hintertüren aus

Kommentar hinzufügen
  • Am 13. Mai 2014 um 10:41 von GGF

    Ach deswegen will/muss Apple jetzt seine Harware in den USA produzieren. Mit dem für die NSA interessantesten Produkt ( den neuen Server ) haben sie angefangen. Apple in Perfektion. Server mit eingebauter Spionagesoftware.

    • Am 13. Mai 2014 um 10:54 von ATX

      Es gibt viel mehr Windows Geräte und allgemeine Ausrüstung aus den USA. Interessanter sind mit Sicherheit Drucker, Router, Switche etc. Hier können vor allem Wirtschaftsdaten gesammelt werden. Ja unser großer Freund ist unser größter Spion. Wie lange hängen wir uns dem noch an den Hals. Bei solchen Freunden braucht man wahrhaft keine Feinde mehr.

      • Am 27. Mai 2014 um 14:39 von firehorse

        Fakt ist: Die meiste Hardware wird in den USA entwickelt und nach deren Standards im Ausland, bei einem Partner – w.bspw. PC Partner oder im Fall Apple Foxconn – nach deren Vorgaben produziert.

        Im Fall Apple würde ich das Risiko als sehr groß einschätzen, weil hier so ziemlich alles aus den USA kommt oder dort entwickelt wird.

        Unter Windows schaut es hier „vielleicht“ sogar etwas besser aus, wobei man sich fragen sollte warum man wöchendlich mit einer Flut Updates überschwemmt wird, wo man doch eigentlich ein vollwertiges Produkt erworben haben sollte und keine Alpha- oder Beta-Version?!

        Selbst für Linux würde ich meine Hand nicht mehr ins Feuer legen wollen, wo die Chinesen doch sicherlich nicht ganz grundlos am eigenen Linux-Kernel basteln wollen.

        Die IT-Branche ist so ziemlich die einzige Branche auf die die US-Wirtschaft sich noch stützen kann. Ansonsten wären die längst Pleite und am Ende mit ihrem System.

        Es sollte allerdings wundern wie viele Entwickler auf Ideale und eigene Kultur/Gesellschaft einen großen Haufen scheißen wenn die IT-Konzerne in den USA mit den großen Scheinen winken. Das war jetzt kein Lob oder eine positive Auszeichnung an diesen Berufsstand…

        Denn ansonsten wären die Nationen längst unabhängiger von den USA.

  • Am 13. Mai 2014 um 19:33 von An GGF

    Was hat das nun explizit mit Apple zu tun? Muss wieder ein Taler ins Säckle springen? ;-)

    „Der Spiegel gemeldet, dass die NSA Hintertüren in Geräte wie PCs, Router und Festplatten einbaut. Davon waren angeblich Produkte von Cisco, Dell, Western Digital, Seagate, Maxtor, Samsung und Huawei betroffen.“

    Apple hier als negatives Beispiel zu nennen, ist schon arg bösartig, zumal sie nicht einmal genannt werden.

    Mit dem Finger auf Apple zu zeigen, lässt an Deiner Objektivität Zweifel aufkommen. Halt pures Apple-bashing. Wäre nicht weiter auffällig oder problematisch, wenn Du das nicht bei jedem Artikel über Apple machen würdest.

    • Am 14. Mai 2014 um 2:03 von C

      1.
      Apple ist US-basiert, damit gilt Patriot Act & FISC.

      2.
      Apple ist – wie jede US-Firma – davon AUCH betroffen, aber nicht exklusiv. Die US-Regierung gibt für IOS Zero-Day Exploits bis zu 250 T-US-$ je Einzel-Fall aus… und die NSA nutzt diesen Info- Vorsprung natürlich aus. Von daher IST APPLE genauso betroffen wie andere US-Firmen (unabhängig des Produktions-Standortes des Produktes). Deine Ablenkung („der Spiegel hat berichtet…“) geht voll daneben!

      3.
      Du lässt es an der notwendigen OBJEKTIVITÄT missen. Immer nur Apple-Kritische Kommentatoren permanent anzugreifen verortet Dich klar in der Apple-Fanboy-Ecke. Wärst Du neutral, hätte Dein Kommentar nicht Apple-Verteidigungs-Charakter sondern Aufklärungs- und Erläuterungs-Charakter. Dem fehlt es jedoch.

      Wie viel zahlt Apple Dir, damit Du hier jeden Hauch an Apple-Kritik 24 h lang gegen-kommentierst?

      4.
      Die NSA infiltiert und verändert andere, populäre Hardware/Software-Produkte, die nicht zwingend von US-Firmen stammen müssen. Von daher muss man auf allen Ebenen auf der Hut sein – und möglichst nur beim Hersteller direkt agieren.
      So hat BT z. B. DSL-Modems von Huawei mit einer Backdoor-Firmware in GB ausgeliefert, die direkte Verbindung zu DoD-Netzen aufbauten und die Daten kopierten. Die Original-Firmware war frei von der Backdoor.

      Wie bereits gesagt wurde: wer solche „Freunde“ hat, braucht keine Feinde mehr…

      • Am 14. Mai 2014 um 11:21 von Hi, hi...

        …den meisten Deiner Ausführungen würde ich ausnahmsweise zustimmen! Ich hätte aber auch einen Tipp/Hinweis/Ratschlag an Dich, wie Du magst.
        Sieh‘ Dich nicht als OBJEKTIV! Du BIST es NICHT! Immer nur applefreundliche Kommentatoren permanent anzugreifen, verortet Dich klar in der Android-Fanboy-Ecke. Wärst Du neutral, hätte Dein Kommentar nicht Apple-Angriffs-Charakter. Auch wenn Du es (der fehlenden Objektivität wegen) vielleicht nicht erkennst, Du steckst eindeutig in der Blechtonne fest!

        • Am 27. Mai 2014 um 15:15 von firehorse

          Ich kann es nicht mehr lesen…
          Es ist doch völlig eal ob nun Windows, Apple oder Linux oder von mir aus auch Solaris oder QNX.

          Fakt ist doch dass Apple nun einmal alles für seine Systeme dort entwickelt. Wer oder wo das ganze dann produziert wird, bleibt sich völlig gleich. Apple setzt diese Priorität von sich selbst aus und dieses schon seit Jahrzehnten und extremer als alle anderen (ein Apple braucht MacOS).

          Selbst bei Linus Torvalds wäre ich mir nicht sicher ob ja nicht auch schon ein paar fordernde Herren vor der Tür standen mit richterlichen Beschluss, unterzeichnet vom US-Präsidenten persönlich. Da kann er sich dann überlegen was er tun will. Auswandern nach Kuba oder Russland oder ähnliches Land oder sich dem Unterordnen/System beugen.

          Über Microsaft und Windows muss man gar nichts erst diskutieren…

          Viel wichtiger wäre zu klären wer eigentlich noch die Macht hat? Der Bürger und dessen Verfassung (Bezug USA, wiel die „hatten“ eine) oder bereits wieder die Militärs und deren Konzerne?

          Letztere hatten auch dazu beigetragen dass bei uns der Wahnsinn in Form eines Nazi-Regimes an die Macht kam. Nicht zu vergessen das diese Großindustriellen auch den Schöpfer der US-Verfassung nicht wollten und mehrfach versuchten umzubringen, was diesen aber erst nach dessen Amtszeit gelang (Abraham Lincoln).

          Nach der Aristokratie kam der Geldadel – hauptsächlich Rohstoffe/Rüstungsindustrie – und in dieser Schiene stecken wir immer noch drin und das ist nicht viel anders, sicherlich auf Dauer noch schlimmer als so mancher Aristokat, weil diese häufig noch einen Bezug zur eigenen Nation hatten. Wünschen sollte man sich von beiden allerdings keines.

          Das alles kann man zurückverfolgen und nachlesen. Am Ende wird man das Ende vermissen, was normal in jedem anständigen Film folgen täte.

          Vergiß also mal dieses bescheuerte „bashing“…

          Frage dich lieber was dir/deinen Kindern deine Demokratie und Freiheit wert ist?

      • Am 27. Mai 2014 um 14:47 von firehorse

        Danke, für diese Auflistung.

        Ich bezweifel allerdings dass die Leute hier mal weitere Recherchen anstellen um zu kapieren wie Abhängig wir alle mittlerweile von der USA geworden sind.

        Die meisten werden sogar aus Angst den besagten Schwanz – egal ob mit oder ohne – einziehen, wie man an Aussagen über das Freihandelsabkommen ersehen kann. Dabei sind es die USA die unter Druck stehen.
        Ohne ihre IT-Konzerne wären die nichts Wert oder müssten ihr „Spielzeug“ verkaufen um zu überleben oder wenigstens einigermaßen wieder auf die Beine zu kommen.

    • Am 14. Mai 2014 um 9:10 von GGF

      …. Muss wieder ein Taler ins Säckle springen? <> Du must ein Apple-FanBoy sein !!!!
      …..lässt an Deiner Objektivität Zweifel aufkommen. << Wo habe ich jemals geschrieben das ich Objektiv bin. Wer das von sich aus behauptet der lügt nach meiner Ansicht. Niemand von uns sitzt direkt an der Quelle (da wo die Entscheidungen getroffen werde – also beim Cheffe). Jeder von uns hat irgend eine Lieblings-Informations-Quelle. Aber keine Einzige von denen kennt die Wahrheit. Alle basteln sie sich irgendeine Geschichte zurecht und veröffentlichen diese. Und gerade in Bezug auf Apple gibt es NUR Vermutungen, Wünsche und Lügen. Apple streitet ja noch Fehler und Problem ab die weltweit bekannt sind. Applegate = erste Reaktion von Apple = der Kunde ist Schuld. Er hält das iPhone falsch. Fehlerbehebung = es wird per Softwaretrick dem Kunden vorgegaugelt das super Empfang ist.

  • Am 14. Mai 2014 um 1:24 von Judas Ischias

    @An GGF, Du bist ja selbst bösartig!
    Was soll denn der Scheiss mit den Talern? Wo ist denn da DEINE Objektivität?
    Was Du GGF als „pures Apple-bashing“ vorwirfst, betreibst DU doch selbst auch, indem Du in so vielen Kommentaren, die Leute beschuldigst, bezahlte Schreiberlinge zu sein!

  • Am 14. Mai 2014 um 1:43 von C

    Sämtliche US-Firmen unterliegen dem US-Rechts-System. Solange dort der Patriot Act und FISC/FISA gelten, sollte man alle US-Dienste und US-Produkte meiden.

    Unabhängig davon infiltriert die NSA auch Nicht-US-Produkte. Direkt, oder über Unterstützer (Five-Eyes, etc.). Von daher sollte man sich nie sicher sein, sondern explizit nachkontrollieren und sich zusätzlich schützen.

    Die US-Politik wird Ihre Schnüffel-Praxis auf absehbare Zeit nicht ändern. Darauf hat man sich einzustellen.

  • Am 14. Mai 2014 um 9:19 von Hey Jungs ...

    … euch wird aber schon aufgefallen sein, dass in dem Artikel Apple nicht genannt wird? Dafür aber ein Haufen andere? Und ihr Ober-Moserer lest nur das ‚A-Wort‘, das da nirgends steht.

    Ihr macht daraus wieder eine Apple-bashing Show, komplett am Thema vorbei? Dann nennt doch auch Microsoft, Google, Motorola … in diesem Fall sollte euch eher Cisco Sorge machen, die überall in den Rechenzentren ihre Geräte haben.

    Das tut ja schon fast weh.

    Seid ihr wirklich derart engsichtig, dass ihr an nichts anderes denkt? Oder geht es doch ums Klingeling, der Taler ins Säckle springt?

    Sind ja wieder dieselben verdächtigen ‚Spezis‘ wieder vertreten. ;-)

    • Am 27. Mai 2014 um 15:25 von firehorse

      Cisco.. :)
      Nicht ohne Grund haben die Einbußen hinnehmen müssen, was diese auch selbst eingestanden haben ;D

      Ich kann es genauso wenig fassen wie die Leute sich auf Produkte stürzen und sich daran binden. Solchen muss es vollends an Informationen fehlen. Anders kann ich mir das nicht erklären.

      Es ist doch ganz einfach:
      Was ist uns, denen, deren Kindern unsere Demokratie und Freiheit wert?

      Wer möchte dass diese Demokratie und Freiheit einen Wert hat, ob nun für sich selbst oder für seine Familie/Kinder, der geht auf die Straße und macht dieses den Politikern unmissverständlich klar.

      Ganz einfach und völlig legitim.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *