Übernahme durch Amazon: Comixology unterbindet In-App-Käufe

Die marktbeherrschende Comics-Reader-App stellt auf das Kindle-System um. Nutzer sollen ihre Inhalte nun über den Browser kaufen. Somit kassieren die Plattformbetreiber Apple beziehungsweise Google nicht mehr 30 Prozent der Umsätze.

Amazon hat zwei Wochen nach dem Kauf des marktführenden Comics-Readers mit eingebautem Shop namens Comixology Schritte eingeleitet, um zu verhindern, dass die Konkurrenten Apple und Google an jedem Kauf 30 Prozent verdienen. Die Apps für Android und iOS ermöglichen jetzt kein Bezahlen via Google-Play- oder iTunes-Konto mehr. Die Leidtragenden scheinen die Nutzer, die über den nun umständlichen Einkaufsprozess klagen.

Comixology App Icon

Wie die Kindle-Apps setzt Comixology jetzt auf Amazons Modell auf, dass Inhalte übers Web gekauft und über den Reader nur angesehen beziehungsweise gelesen werden. Dies erklärte der Chief markeing Officer von Comixology, Chip Mosher, gegenüber News.com. „Nach Abschluss der Übernahme wird uns dies nach Meiner Erwartung die Möglichkeit geben, den besten Kompromiss aus preis, Auswahl und Kundenerfahrung zu treffen.“

Um die Kunden zu dem Umstellungsschritt zu ermutigen, wirbt Comixology derzeit mit 5 Dollar Gutschrift bei Registrierung in seinem eigenen System. Die jüngste Version der iOS-App allerdings hat nach einem Tag nur einen Schnitt von 1,5 Sternen aus 800 Bewertungen: Sie ermöglicht erstmals keine In-App-Einkäufe mehr. Ob sich auch Verlage beschwert haben, wollte Mosher aus Nachfrage nicht sagen.

Nach Verkäufen schaffte es die iPad-App „Comics“ in den Jahren 2010 und 2011 in Apples Top 10. 2012 und 2013 war sie die jeweils umsatzstärkste App außerhalb des Spielebereichs. Einzelne Comic-Titel kosten typischerweise 2,99 oder 3,99 Dollar. Apple verdiente als Vermittler bisher jeweils 30 Prozent.

Mosher betont einen weiteren Vorteil des neuen Modells: Man sei jetzt nicht mehr Apples Beschränkungen für App-Anbieter unterworfen. Erst vor einigen Monaten hatte Apple den Verkauf des höchst erfolgreichen, von Kritikern euphorisch aufgenommenen Comics „Sex Criminals“ untersagt.

Für Comics-Autoren wiederum kann die Umstellung positive wie negative Folgen haben, worauf Chris Roberson von Monkeybrain Comics auf Twitter hinweist. Er erwarte, dass der Autor künftig stärker von jeder Transaktion profitiere, schreibt er. Allerdings wäre es ein Problem für alle Autoren, falls die Comics-Käufe von iPad-Besitzern jetzt signifikant zurückgehen.

In der Comics-App für Android sind In-App-Käufe weiter möglich. Allerdings verwendet sie nicht mehr Google Play als Bezahlsystem., sondern zwingt die User, im neuen System von Comixology mit Paypal oder Kreditkarte zu zahlen.

[mit Material von Seth Rosenblatt, News.com]

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