Mark Zuckerberg erläutert Facebooks App-Hierarchie

Auf einer Analystenkonferenz beschreibt der CEO Facebook als innovatives Unternehmen, das noch am Anfang steht. Den Mobil-Client sieht er in der zentralen Rolle des Geldbringers. Bei Instagram, WhatsApp, Messenger und weiteren Apps hingegen soll zuerst die Reichweite ausgebaut und dann erst an die Profitabilität gedacht werden.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat während einer Analystenkonferenz zur Bilanz für das erste Quartal 2014 seine App-Strategie verdeutlicht. An oberster Stelle eines hierarchischen Modells sieht er die Mobil-App von Facebook, die erheblich zum verdreifachten Gewinn beitrug. Die Apps in den Ebenen darunter hingegen sollen laut Zuckerberg zuerst weitere Nutzer gewinnen und dann erst ernsthaft zu den Einnahmen beitragen.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Bild: James Martin / CNET)Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Bild: James Martin / CNET)

Der Facebook-Gründer versuchte mit seinen Ausführungen offenbar die Begehrlichkeiten der Investoren einzudämmen, die nach den letzten kostspieligen Akquisitionen auf entsprechende Einnahmen hoffen. Die zentrale Rolle des Geldbringers aber sieht Zuckerberg weiterhin in der Mobil-App von Facebook, die im ersten Vierteljahr rund 1,34 Milliarden Dollar und damit 59 Prozent der Werbeeinnahmen einbrachte. „Die Facebook-App selbst ist … nicht nur die am meisten genutzte Anwendung, sie ist der Kern unseres Geschäfts“, sagte er.

Eine Ebene darunter befindet sich nach diesem Modell mit Instagram, WhatsApp und Messenger eine Gruppe von Apps, mit denen Facebook seine weltweite Reichweite noch einmal drastisch ausbauen will. Sie ziehen zwischen 200 und 500 Millionen Nutzer an, und bei ihnen zählt vor allem die Größe. „Diese Apps haben jetzt eine ziemlich gute Reichweite, und die aktuelle Priorität besteht darin, sie auf eine Milliarde Menschen auszubauen“, sagte Zuckerberg. „Darauf konzentrieren wir uns also weiterhin, bevor wir uns stärker dem Geldverdienen zuwenden.“ Das sollte offenbar umschreiben, dass diese Apps äußerst beliebt sind, aber noch über längere Zeit nicht profitabel sein werden.

Die unterste Ebene schließlich soll eine Gruppe experimenteller Mobilanwendungen besetzen, deren Erfolg noch unsicher ist. Dazu zählt der iOS-Newsreader Paper, der im Januar als erstes Produkt einer neuen Abteilung namens Facebook Creative Labs vorgestellt wurde. Weitere Experimente sollen sich ganz anders als Facebook privateren Kommunikationsformen widmen, und ans Geldverdienen ist bei ihnen noch lange nicht zu denken. „Es wird wohl ein paar Jahre brauchen, bevor sie überhaupt das Stadium erreichen, in dem sich jetzt Instagram, Messenger und WhatsApp befinden“, erklärte der Facebook-Chef. „Unsere nächste Priorität wird sein, sie auf 100 Millionen Nutzer auszubauen, bevor wir damit beginnen, sie zu bedeutsamen Geschäftsbereichen zu entwickeln.“

Zusammen mit COO Sheryl Sandberg und dem scheidenden Finanzchef David Eberman versuchte Zuckerberg den Investoren auch immer wieder zu vermitteln, dass Facebook selbst sich in einer frühen Phase seiner eigenen Entwicklung befindet und noch immer innovieren kann. Mit 200 Millionen monatlich aktiven Nutzern bezifferte er erstmals die bisher gewonnenen Messenger-Nutzer. Er stellte außerdem ein weniger öffentliches Sharing heraus, als bislang von Facebook gewohnt.

„Wir glauben, dass wir an der Schnittstelle aller unterschiedlichen Inhalte und Zielgruppen eine überzeugende Nutzererfahrung schaffen können“, versicherte Zuckerberg den Investoren. „Facebook hat sich von Haus aus auf Freunde und öffentliche Inhalte ausgerichtet. Mit Messenger und WhatsApp wählen wir jetzt einige unterschiedliche Herangehensweisen zu privateren Inhalten.“

[mit Material von Jennifer Van Grove, News.com]

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