IBMs Watson-Sparte investiert in E-Commerce

Das Unternehmen Fluid erhält einen unbekannten Betrag und erweiterten Zugriff auf den Supercomputer. Es entwickelt für den Outdoor-Ausrüster The North Face einen persönlichen elektronischen Shoppingberater. Er soll beispielsweise für eine bestimmte Tour die angemessene Ausrüstung vorschlagen können.

IBM teilt mit, dass seine für den Supercomputer Watson zuständige Geschäftseinheit in Fluid investiert hat, eine E-Commerce-Lösung. Gemeinsam werde man eine personalisierte Shopping-App entwickeln, die von Watson angetrieben wird. Die Prototyp entsteht im Auftrag von Fluids Kunden The North Face, der Outdoor-Bekleidung herstellt.

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Die Höhe der Investitionssumme ist nicht bekannt. Die IBM-Watson-Einheit war dieses Jahr direkt mit 100 Millionen Dollar ausgestattet worden, um in Partner zu investieren und ein Ökosystem zu schaffen. Kürzlich konnte schon eine Investition in Welltok verkündet werden, die zu medizinischen Watson-Anwendungen führen soll.

Die auf Watson aufbauende Applikation trägt den Namen Fluid Expert Personal Shopper (XPS). Sie ist darauf ausgelegt, menschliches Verhalten beim Einkauf nachvollziehen und imitieren zu können. So kann sie etwa Präferenzen eines Nutzers erkennen und aus dem Stegreif etwaige Fragen beantworten. Werbetreibende können über sie mit den Kunden interagieren.

Im Fall des Prototypen soll es beispielsweise möglich sein, den Einsatzzweck für die Kleidung anzugeben – etwa eine fünftägige Mittelgebirgswanderung in Deutschland im September. Die App würde dann die passenden North-Face-Produkte empfehlen. Fluid arbeitet nach eigenen Angaben seit acht Jahren mit The North Face an E-Commerce-Projekten. Im November 2013 begann es, auch IBMs Watson zu nutzen. Neu ist, dass nun IBM einige Mitarbeiter und erweiterten Zugang zur Watson-Technik zur Verfügung gestellt hat. Watson soll nun Daten von North Face, aber auch Online-Rezensionen und sonstige Erwähnungen auf Websites auswerten. Der Kunde hat den Vorteil, dass die vor einem Kauf zur Produktrecherche benötigte Zeit sinkt.

Fluid-CEO Kent Deverell hat die Partnerschaft mit IBM kommentiert: Sie werde den elektronischen Handel im „genau die Erfahrung bereichern, die wir heute in realen Ladengeschäften mit kundigen Verkäufern heute schon haben.“ Fluid selbst hat diesen Monat mit 8th Bridge eine auf Social Commerce spezialisiertes Unternehmen gekauft.

Watson ist, wie IBM selbst einräumt, bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben, was aber nichts an seinen großen Plänen ändert. CEO Ginny Rometty hofft auf 10 Milliarden Dollar Jahresumsatz in etwa zehn Jahren. Der im Januar geschaffene Geschäftsbereich Watson Business Group verfügt über 2000 Mitarbeiter. IBM investiert eine Milliarde Dollar und hat unter anderem einen Ideenwettbewerb für die praktische Anwendung von Watson ausgerufen.

[mit Material von Larry Dignan, ZDNet.com]

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Themenseiten: Anwendungsentwicklung, E-Commerce, IBM, Supercomputing, Übernahmen

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