Plattenfirmen schließen sich Klage gegen MegaUpload an

Kim Dotcoms Anwalt sagt: "RIAA, MPAA und das Justizministerium sind wie drei blinde Mäuse, die einander folgen, um wertlose Rechtsansprüche durchzusetzen und neutrale Cloud-Technik anzugreifen." Es handle sich grundlegend um "einen Angriff auf Cloud-Speicher".

Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat eine Klage gegen den 2012 vom FBI geschlossenen Online-Speicherdienst MegaUpload eingereicht. Sie verfährt damit ebenso wie vor drei Tagen die Vereinigung der sechs großen Hollywoodstudios MPAA und zieht auch vors gleiche Bundesbezirksgericht – nämlich in Alexandria, East Virginia.

Kim Dotcom bei 3News (Screenshot: News.com)Kim Dotcom bei 3News (Screenshot: News.com)

Die Klage der RIAA erfolgte stellvertretend für Warner Music, UMG Recordings, Sony Music und Capitol Records wegen „massiver Verstöße gegen das Urheberrecht“. Die RIAA geht wie die MPAA davon aus, dass eine Reihe von Administratoren des Diensts wissend gegen geltendes Urheberrecht verstieß und auch andere ermutigte, dies zu tun.

„Um einen riesigen, stets noch wachsenden Nachschub beliebter geschützter Materialen zu haben, mit denen sich Premium-Zugänge verkaufen ließen, bezahlten die Beklagten Nutzer, die beliebte Inhalte auf MegaUpload hochluden“, heißt es. Wer häufig heruntergeladene Songs hochlud, habe Prämien und Gutschriften bekommen. 87 Beispiele für bei dem Dienst gefundene Songs werden genannt, zu deren Urhebern Lady Gaga, Jay Z und Pink zählen.

Der Anwalt von MegaUpload-Gründer Kim Dotcom, Ira Rothken aus San Francisco, nannte die Vorwürfe haltlos. In einem Tweet schreibt er: „RIAA, MPAA und das Justizministerium sind wie drei blinde Mäuse, die einander folgen, um wertlose Rechtsansprüche durchzusetzen und neutrale Cloud-Technik anzugreifen.“ Es handle sich grundlegend um „einen Angriff auf Cloud-Speicher“.

Der 40-jährige Dotocm wird parallel auch strafrechtlich verfolgt. Er war bei einer Durchsuchung seiner neuseeländischen Villa verhaftet worden, später befand ein Gericht die Beschlagnahmung aber für unkorrekt. In den USA würden ihm im Fall einer Auslieferung bis zu 20 Jahre Haft drohen. Nach seiner Darstellung waren die Dienste von MegaUpload allerdings durch den Digital Millennium Copyright Act gedeckt.

Dotcom ist auf Kaution frei, während diese Verfahren gegen ihn laufen. Er hat eine politische Partei gegründet und betreibt mit Mega auch einen neuen Cloudspeicherdienst.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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Themenseiten: Mega, Urheberrecht

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