Amazon übernimmt Onlineplattform für Comics

Comixology gilt als US-Marktführer. Sein Aufstieg wurde durch eine Marktlücke und das erste iPad als Veröffentlichungsplattform ermöglicht. Seine App "Comics" führte Apple 2012 und 2013 als umsatzstärkste außerhalb des Spielesegments.

Amazon.com hat mit Comixology den Marktführer für den digitalen Vertrieb von Comics übernommen. Das 2007 von David Steinberger in New York gegründete Unternehmen betreibt einen Shop, über den die meisten amerikanischen und viele importierten Comics erhältlich sind, und bietet Lese-Apps an. Der von Amazon gezahlte Preis bleibt unbekannt.

Comixology App Icon

„Die Mission von Comixology ist es, die Liebe zu Comics und Graphic Novels in allen Formen zu verbreiten“, kommentiert Steinberger den Verkauf seines Unternehmens. „Es gibt kein besseres Zuhause für Comixology als Amazon, um diese Vision umzusetzen.“ Für Amazon sagte Vizepräsident David Naggar, beide Firmen damit befasst „das Lesen in einer digitalen Welt neu zu erfinden“.

Amazon bietet selbst Comics für die hauseigene Tablet-Reihe Kindle Fire an. Darin sieht Comixologys Marketing-Vizepräsident Chip Mosher aber kein großes Konfliktpotenzial: Man werde Wege finden, um Kindle und Comixology zusammenzubringen. Er sagte auch, er erwarte keine Preisänderungen durch Amazon.

Comixology kann 75 Verlagspartner weltweit vorweisen, arbeitet aber auch mit unabhängigen Zeichnern und Autoren zusammen. Zudem gibt es ein spezielles Programm für Nachwuchstalente. Sein Sitz wird nach Abschluss der Übernahme voraussichtlich im Juni in New York bleiben.

Icon Amazon-App

Comixology hatte mit seinem Angebot eine Marktlücke getroffen und vor allem vom ersten iPad als idealer Plattform für seinen Dienst profitiert. Seine Touchscreen-Präsentationstechnik Guided View ließ es sich später schützen. Nach Verkäufen schaffte es seine iPad-App „Comics“ 2010 und 2011 in Apples Top 10. 2012 und 2013 war sie die jeweils umsatzstärkste App außerhalb des Spielebereichs.

Allerdings ist das Unternehmen auch für Selbstzensur bekannt: Es hält bestimmte Comics, die andere Anbieter ohne Bedenken veröffentlichen, aus seinem Angebot heraus, da sie nicht für Kinder geeignet seien. Ein Sonderangebot mit 700 kostenlosen Marvel-Comics brachte einmal seine Server zum Absturz, und kürzlich wurden nach einem Sicherheitsvorfall Kunden aufgefordert, ihre Passwörter zu erneuern.

[mit Material von Seth Rosenblatt, News.com]

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