Google-Ballon schaffte Weltumrundung in 22 Tagen

Bisher war Google selbst von 33 Tagen ausgegangen. Durch Testflüge kann es nun Flugbahnen zweimal so weit im Voraus berechnen. Außerdem machten Optimierungen die solargetriebene Pumpe dreimal so effizient, sodass die Ballons schneller die Höhe wechseln können.

Project Loon

Google hat seine eigenen Schätzwerte in einem Praxistest von Project Loon unterboten. Es gab bisher 33 Tage als den Zeitabschnitt an, in dem die Internet-Funk-Ballons eine Weltumrundung schaffen. Sein Testballon Ibis-167 brauchte dann aber in der Praxis nur 22 Tage.

Die Beschreibung des Flugs findet sich zusammen mit einer Bilderstrecke im Google+-Bereich für Project Loon. Demnach kreiste Ibis-167 zunächst über dem Pazifik, bevor ihn Luftströme in östlicher Richtung nach Chile und Argentinien brachten. Kräftige Winde hätten dann einen Rückflug nach Australien und Neuseeland ermöglicht, steht dort zu lesen.

Die größte Schwierigkeit sei aufgrund der Jahreszeit die Durchquerung der Stratosphäre gewesen, schreibt Google. Da in der südlichen Halbkugel Herbst sei, drehten die Winde gerade.

Flugbahn von Ibis-167 (Bild: Google)Flugbahn von Ibis-167 (Bild: Google)

Testflüge wie dieser dienen Google dazu, seine Vorhersagemodelle zu verbessern. Es kann Flugbahnen nach eigener Aussage jetzt zweimal so weit im Voraus berechnen. Außerdem wurde die solargetriebene Pumpe verbessert, die Luft in den Ballon drückt oder ihm entnimmt. Sie sei jetzt dreimal so effizient, heißt es, sodass man schneller die Höhe wechseln könne, um Winde in bestimmte Richtungen zu erreichen. Nur so sei es Ibis-167 gelungen, sich dem Polarwirbel fernzuhalten.

Google schreibt: „Wir können Stunde um Stunde Computersimulationen laufen lassen, aber durch nichts lernen wir so viel, als wenn wir tatsächlich zu jeder der vier Jahreszeiten einen Ballon hoch in die Stratosphäre schicken.“ Bisher haben seine Versuchsballons insgesamt 500.000 Kilometer zurückgelegt.

Die Ballons des im vergangenen Jahr vorgestellten Project Loon reisen in fast 20 Kilometern Höhe – weit höher als übliche Flugzeuge. Sie sind solargetrieben sowie ferngesteuert und sollen das Internet in entlegene Teile der Welt bringen – sind also ein ähnliches Werkzeug wie die Drohnen von Facebooks Internet.org.

Ibis-167 wird schon bald auf seine zweite Weltumrundung starten. Google geht bisher davon aus, dass die Ballons drei solche Touren überstehen.

[mit Material von Dara Kerr, New.com]

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Themenseiten: Forschung, Google, Internet, Kommunikation

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