HP legt Aktionärsklage durch Zahlung von 57 Millionen Dollar bei

Darauf haben sich die Streitparteien im Rahmen einer Schlichtung geeinigt. Der Vergleich muss noch von einem Gericht bestätigt werden. Die Kläger um den Investor Richard Gammel hatten der ehemaligen HP-Führung um Léo Apotheker Irreführung der Anteilseigner bei WebOS vorgeworfen.

Hewlett-Packard hat sich laut der Presseagentur Reuters zur Zahlung von 57 Millionen Dollar bereit erklärt, um eine seit zweieinhalb Jahren laufende Sammelklage von Aktionären beizulegen. Eingereicht wurde sie im September 2011 von dem Investor Richard Gammel.

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Die Aktionäre werfen dem damaligen HP-Management um Ex-CEO Léo Apotheker vor, seine Anteilseigner getäuscht zu haben. Es soll während der Entwicklung des Tablets TouchPad verschwiegen haben, dass das zuvor stark beworbene WebOS kein zentraler Punkt der Unternehmensstrategie mehr war.

Apotheker hatte die Aktionäre am 18. August 2011 mit der Ankündigung geschockt, das Unternehmen neu auf Business-Services und -Produkte auszurichten. Zugleich gab er Pläne bekannt, das 2010 mit der Übernahme von Palm erworbene WebOS einzustellen. Der Verkauf des darauf basierenden TouchPad wurde nur sieben Wochen nach dem Marktstart wieder gestoppt.

„HP hat im Rahmen einer vermittelten Schlichtung eine einvernehmliche Lösung erzielt“, sagte Firmensprecherin Sarah Pompei gegenüber Reuters. Der noch von einem US-Bezirksgericht im kalifornischen Santa Ana zu bestätigende Vergleich sieht vor, dass HP den Schadenersatz in Höhe von 57 Millionen Dollar innerhalb von 20 Tagen auf einem verzinslichen Treuhandkonto hinterlegt.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Einigung und froh, diese Entschädigung für die betroffenen HP-Aktionäre erreicht zu haben“, sagte Anwalt Jonathan Gardner, der die Klägergruppe vertritt. Zu den Hauptklägern zählen die Pensionskassen Arkansas Teacher Retirement System, Labourers‘ Pension Fund of Central and Eastern Canada aus Oakville, LIUNA National Pension Fund und LIUNA Staff & Affiliates Pension Fund aus Washington sowie die deutsche Union Asset Management Holding AG aus Frankfurt am Main.

Der Fall hat nichts mit einem ähnlichen Streit um die verlustreihe Übernahme des Software-Anbieters Autonomy durch HP zu tun. Auch hier wurden der Führungsspitze mehrfach irreführende Aussagen gegenüber den Aktionären vorgeworfen, zuletzt sogar von Autonomy-CEO Mike Lynch.

Themenseiten: Gerichtsurteil, HP, Hewlett-Packard

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