Blackberry-CEO droht nach durchgesickertem Update mit Konsequenzen

Ein Eindringling hat sich als Mitarbeiter eines Netzbetreibers ausgegeben. Jetzt kursiert Blackberry OS 10.3 im Netz. Auch Screenshots illustrieren Neuerungen wie automatisches Standby nach dem Ablegen auf glatten Oberflächen, einen persönlichen Assistenten für die Suche sowie zahlreiche Verbesserungen der Kamera.

BlackBerry-CEO John Chen hat in einem Blogbeitrag mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht, nachdem angebliche Bilder des Betriebssystem-Updates Blackberry 10.3 durchgesickert waren – und das trotz positiver Resonanz in den einschlägigen Foren. Er schreibt, jemand habe sich „fälschlich als Angestellter eines unserer Netzbetreiber-Partner ausgegeben, um Zugang zu abgesicherten Netzen zu bekommen“ und dort „geheime Informationen zu einem künftigen Blackberry-Produkt“ gestohlen sowie anschließend veröffentlicht.

John Chen auf Bloomberg TV im Jahr 2011 (Screenshot: News.com)

„Mir ist klar, dass solche Lecks in einigen Fällen das starke Interesse der Menschen an Blackberry zeigen“, schreibt der CEO weiter. „Es gibt eine Menge Leute, deren Begeisterung für unsere Firma und unsere Produkte sie dazu treibt, erfahren zu wollen, was als nächstes kommt – und das kann für uns von großem Wert sein. Aber wenn aus Neugier kriminelles Handeln wird, müssen wir entschieden agieren.“

Die von Chen somit als echt bestätigten Bilder von Blackberry 10.3 im Forum von ZonaBlackberry zeigen etwa eine Funktion namens Advanced Interaction, die „Sensoren nutzt, um das Erlebnis insgesamt zu verbessern“. Unter anderem aktiviert sich der Bildschirm, wenn jemand das Telefon von einer flachen Oberfläche nimmt, und versetzt es in den Schlafmodus, wenn es auf eine solche Fläche gelegt wird. Dies könnte signifikant Energie sparen.

Porsche P'9982 mit Technik des Blackberry Z10 (Bild: CNET.co.uk)

Dazu gibt es eine ganze Reihe Verbesserungen für die Kamera, darunter einen zeitverzögerten Selbstauslöser, und die Möglichkeit, Größe und Ausschnitt eines Bilds schon vor der Aufnahme zu verändern. Statt dass der Nutzer zwischen Video- und Fotokamera umschalten muss, steht künftig offenbar ein roter Knopf für Videoaufzeichnungen zur Verfügung. Ein Foto wird dagegen durch Antippen des Bildschirms gemacht.

Die Tastatur erscheint auf den Screenshots in einem zurückgenommenen Design, auch wenn rote Farbakzente zur Farbpalette hinzugekommen sind, die sich bisher auf Schwarz, Weiß und Grau beschränkte. Und die Suche erhält erkennbar einen digitalen Assistenten in der Art von Siri.

Auf dem Home-Screen wurden die grauen Umrandungen der Icons entfernt. Das Ergebnis wirkt heller und moderner, aber auch aufgeräumter. Bei N4BB vergleicht ein User namens „James“ die alte und neue Optik. Er hat offenbar Zugang zu einer Vorabversion des Betriebssystem-Updates. Über eine Panoramafunktion sagt er, sie „funktioniere „sehr, sehr gut – Blackberry hat einen Volltreffer gelandet.“ Er lobt zugleich eine „smarte“ Funktion namens „Automatic Stories“, die Gesichtserkennung und Geodaten nutzt, um selbständig Fotoalben zu erstellen.

Blackberry Empire hält sogar einen Download-Link zur „sehr frühen“ Vorab-Version von Blackberry 10.3 bereit. Sie enthält allerdings – in Großbuchstaben – den Hinweis, es werde noch Fehler geben. Möglicherweise droht zudem eine Verfolgung durch den Hersteller.

[mit Material von Michelle Maisto, TechWeekEurope.co.uk]

Tipp: Was wissen Sie über Blackberry? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Themenseiten: Betriebssystem, Blackberry, Smartphone, Software

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Blackberry-CEO droht nach durchgesickertem Update mit Konsequenzen

Kommentar hinzufügen
  • Am 28. März 2014 um 9:55 von Ebs

    Wew,
    der Ton wird ruppiger als noch unter dem netten Thorsten Heins aus Gifhorn..
    Aber immerhin scheinen ein paar coole Gimmicks in dem nächsten Update zu stecken!

  • Am 28. März 2014 um 13:24 von Kon

    Naja, ist doch nicht schlimm wenn Chen nicht will, dass Dinge geleakt werden, die dafür nicht gedacht sind und der Leak ja klar aus Betrug hervorgeht, finde ich die Ansage eigentlich sehr gut, denn er, sagt es klar und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das macht ihn finde ich berechenbar und sympathisch ;) und die kurze Frequenz in der (Feature!) Updates ausgeliefert werden finde ich auch grandios.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *