Die Infrastruktur des Cloud-Zeitalters braucht Software Defined Networking

Traditionelle Netzwerke stoßen immer öfter an ihre Grenzen, denn sie können die heute benötigte Flexibilität und Dynamik nicht immer liefern. Mit Software Defined Networking steht eine Lösung bereit. Sie wird die Netzwerkinfrastrukturen genauso revolutionieren wie Virtualisierung den Server- und Storagebetrieb.

Die zunehmende Verbreitung von Cloud Computing und der Einsatz von Cloud Services haben vielfältige Auswirkungen auf die IT in den Unternehmen. Hierbei lassen sich verschiedene Anwendungsszenarien unterscheiden. Einige Unternehmen haben bereits vorhandene SAP-Applikationen in eine Private Cloud verlagert. In den Bereichen Vertrieb und Marketing werden Public-Cloud-Angebote wie Salesforce.com genutzt. Dazu kommen Hybrid-Cloud-Lösungen, bei denen beispielsweise Kunden- und Artikeldaten aus einer Private Cloud mit Salesforce.com verknüpft werden.

Alexander Thiele, DellAlexander Thiele, der Autor dieses Gastbeitrags für ZDNet, ist Director Dell Enterprise Solutions, Networking in Deutschland (Bild: Dell)

Die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten zwischen vorhandenen sowie neuen Applikationen und die Einbindung verschiedener Cloud-Plattformen verändern die IT-Systemlandschaft. In vielen Fällen wird das Rechenzentrum damit zur Montagehalle des Informationszeitalters, wobei die IT vergleichbare Effizienzvorgaben erfüllen sollte wie die Fertigungs- und Montageanlagen. In beiden Fällen müssen sich Prozesse und Services schnell und reibungslos an neue Anforderungen anpassen lassen.

Eine zentrale Komponente für Cloud-Plattformen stellt die Virtualisierung dar, die bei Servern, Storagesystemen und Applikationen bereits weit fortgeschritten ist. Für Branchenexperten steht fest: Software Defined Networking (SDN) ist der nächste Schritt bei der weiteren Virtualisierung der Rechenzentren. Die Marktforscher von IDC schätzen, dass der SDN-Markt im Jahr 2016 ein Volumen von 3,7 Milliarden Dollar aufweisen wird. Gegenüber 2013 soll sich der Markt dieser Prognose zufolge mehr als verzehnfachen.

Der Bedarf an Echtzeitinformationen, kombiniert mit einem rasanten Datenwachstum, stellt in der Folge deutlich höhere Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur. Die vorhandene IT-Landschaft ist dafür in den meisten Fällen nicht vorbereitet. Es ist daher verständlich, dass Unternehmen sich hin zu einem Software Defined Datacenter orientieren.

SDN reduziert die Komplexität

Die Entwicklung und somit auch der Erfolg der aktuell genutzten Netzwerke leiten sich ab aus dem etabliertem OSI-Modell ab – Aufgaben und Schnittstellen einzelner Layer sind genau definiert und beschrieben. Das OSI-Modell wurde jedoch nur für die Datenebene (Data Plane), nicht aber für die Kontrollebene (Control Plane) entwickelt. Bisherige Netzwerklösungen basieren auf einer Kombination von Control- und Dataplane, was dazu führt, dass die Netzwerke zum Teil sehr komplex und inflexibel sind. Hier setzt Software Defined Networking an: SDN reduziert in erster Linie die Komplexität der Netzwerke.

SDN trennt die Daten- von der Kontrollebene. Eine Abstraktionsebene definiert das Forwarding Model unabhängig von der darunterliegenden Hardware. Gerade im Zeitalter der Virtualisierung besteht die Anforderung, die virtuellen Instanzen unabhängig vom physischen Netzwerk und somit auch unabhängig vom Netzwerkhersteller zu erhalten.

Die Netzwerke der nächsten Generation erfordern ein flexibles, abstraktes Konstrukt, abgekoppelt von der eigentlichen Topologie. Der Netzwerkadministrator definiert zum Beispiel das Profil des Netzwerkzuganges und damit die Kommunikationsbeziehungen. Für die Umsetzung auf Switch- oder Portebene ist ein Netzwerkbetriebssystem-Layer verantwortlich.

Während in der klassischen Netzwerkwelt mehr oder minder proprietäre Protokolle die Funktionen und Leistungsfähigkeit definieren, ermöglicht SDN die programmatische Kontrolle eines Netzwerkes von einem logischen, zentralen Punkt aus. SDN nutzt dazu offene Standards wie OpenFlow und ermöglicht so eine Steuerung über die Kontrollebene.

Auch wenn der Einsatz noch in den Anfängen steckt, gehört die Zukunft dem SDN, das unter anderem darauf abzielt, die Administration und Steuerung von Netzwerken zu vereinfachen. Erreicht werden soll dies durch programmierbare Schnittstellen, über die ein Regelwerk erstellt und somit die Automatisierung der Netzprozesse möglich wird.

Viele Standards und Technologien rund um SDN sind bereits entstanden und werden von den Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt. Die Aufgabe für die IT besteht nun darin, diese innovativen und aktuell verfügbaren Lösungen für den produktiven Einsatz zu evaluieren. Ziel muss es sein, das Datacenter konsequent weiterzuentwickeln, um damit das Business optimal zu unterstützen.

AUTOR

Alexander Thiele ...

... ist Director Dell Enterprise Solutions im Bereich Networking in Deutschland. Der Hersteller engagiert sich bereits seit längerem bei der Weiterentwicklung von Software Defined Networking und hat mit der Dell Virtual Network Architecture ein eigenes Konzept dafür vorgestellt.

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