Operation Shotgiant: NSA griff auch Server von Huawei an

Es ging dabei um mögliche Verbindungen zum chinesischen Militär. Die NSA hörte aber auch Kommunikation von führenden Huawei-Managern ab. Zudem soll sie versucht haben, Lücken in Huawei-Routern zu finden und für Spionagezwecke zu nutzen.

Der US-Auslandsgeheimdienst National Security Agency (NSA) hat offenbar Server des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei ausgespäht. Das geht laut New York Times aus Unterlagen aus dem den Fundus des Whistleblowers Edward Snowden hervor. Unter anderem wollte die NSA im Rahmen der sogenannten Operation Shotgiant herausfinden, ob es Verbindungen zwischen Huawei und dem chinesischen Militär gibt.

Huawei

Der Geheimdienst habe Informationen über die „riesigen Router und komplexen digitalen Switches erhalten, die laut Huawei ein Drittel der Weltbevölkerung verbinden“, schreibt die New York Times. Zudem sei die Kommunikation von führenden Huawei-Managern überwacht worden.

Die NSA wollte laut New York Times aber nicht nur eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Huawei und der Volksbefreiungsarmee aufdecken, sondern auch Informationen über mögliche Sicherheitslücken oder Hintertüren in Huawei-Produkten sammeln. Sie sollten benutzt werden, um Huawei-Kunden beispielsweise in Afghanistan, Iran, Kenia, Kuba und Pakistan auszuspähen.

Einige US-Regierungsvertreter vermuten, dass Huawei nur eine Fassade für Aktivitäten der Volksbefreiungsarmee ist. 2012 warf dar Geheimdienstausschuss des US-Abgeordnetenhauses dem chinesischen Konzern vor, er sei eine Gefahr für die Sicherheit der USA. US-Firmen forderte er auf, keine Produkte des Unternehmens zu kaufen.

„Die Ironie ist, dass das, was sie jetzt mit uns machen, genau das ist, was sie uns immer vorgeworfen haben, dass es China durch uns tun würde“, zitiert die New York Times den Huawei-Manager William Plummer.

Huawei vermutet hinter den Anschuldigungen von US-Politikern wirtschaftlichen Protektionismus. Die USA wiederum argumentieren, es seien chinesische Hacker, die wiederholt US-Firmen angegriffen hätten, um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen. Außerdem sei der Schutz der nationalen Sicherheit die einzige Aufgabe der US-Geheimdienste. „Wir geben die Informationen, die wir erhalten, nicht an US-Firmen weiter, damit sie international konkurrenzfähiger werden. Viele Länder können das nicht über sich sagen“, erklärte eine Sprecherin des Weißen Hauses.

Laut New York Times enthalten die Unterlagen von Edward Snowden keine Hinweise darauf, dass Huawei tatsächlich mit dem chinesischen Militär zusammenarbeitet.

Der Bericht geht auch auf die Zunahme von Hacking-Angriffen aus China ein. Unter Berufung auf aktuelle und ehemalige Geheimdienstmitarbeiter schreibt die New York Times: „Für einige seiner dreistesten Angriffe baut China auf staatlich unterstütze Universitäten und private Technologiefirmen.“ Dabei gehe es der Regierung nicht nur um deren Fähigkeiten, sondern auch um die Möglichkeit, plausibel jegliche Beteiligung abstreiten zu können. Die NSA verfolge mehr als ein halbes Dutzend solcher Gruppen, die „auf Geheiß des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit“ arbeiteten.

China hat stets jegliche staatliche Beteiligung an Angriffen abgestritten. „Das chinesische Militär hat niemals irgendwelche Hackerangriffe unterstützt“, sagte der Verteidigungsminister des Landes im vergangenen Jahr der Washington Post. Cyberangriffe erfolgten länderübergreifend und anonym. Deswegen sei es unprofessionell, das chinesische Militär ohne jegliche Beweise zu beschuldigen.

[mit Material von Edward Moyer, News.com]

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