Acer-Manager wegen Insiderhandels verhaftet

Kurz vor Bekanntgabe unerwartet hoher Verluste im vergangenen November waren große Aktienpakete verkauft worden. Diese Woche durchsuchte die Polizei 14 Acer-Büros. Es kam zu sechs Festnahmen, darunter ein Unternehmenssprecher.

Die Polizei in Taiwan hat einen Angestellten von Acer und einen Börsenmakler wegen Verdachts auf Insiderhandel verhaftet. Die Ermittler gehen Vorwürfen nach, dass große Aktienpakete verkauft wurden, kurz bevor der PC-Hersteller im dritten Quartal 2013 unerwartet hohe Verluste meldete. In insgesamt 14 Büros des Konzerns hat sie Bloomberg zufolge Razzien durchgeführt.

Acer

Der betroffene Acer-Manager ist demnach Sprecher Henry Wang. Laut den Behörden gibt es derzeit insgesamt zehn Verdächtige, von denen sechs verhaftet und gegen Kaution freigesetzt wurden. Einer fällt zudem unter eine Kronzeugenregelung, wie Sprecher Lee Hai-Lung für die Staatsanwaltschaft Taipeh mitteilte.

Durch ihren vorgezogenen Verkauf konnten die Verdächtigen dem Bericht zufolge rund 120.000 Euro mehr für ihre Aktienpakete erzielen, als dies kurz darauf – nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse – möglich gewesen wäre. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zehn Jahre Gefängnis und Strafen von bis zu 200 Millionen Taiwan-Dollar (rund 5 Millionen Euro).

Nach unerwartet hohen Verlusten von 13,1 Milliarden Taiwan-Dollar war Acer-CEO J.T. Wang am 6. November vergangenen Jahres zurückgetreten. Die Aktie fiel auf ein Zwölfjahrestief. Acer sah sich außerdem veranlasst, 7 Prozent seiner Mitarbeiter weltweit zu entlassen. Als neuen CEO berief es im Folgemonat Jason Chen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte die Börsenaufsicht die Unregelmäßigkeiten beobachtet und der Polizei das hohe Transaktionausfkommen kurz vor Bekanntgabe der Quartalszahlen gemeldet. Dies führte zu den am Dienstag dieser Woche durchgeführten Razzien, die der China Post zufolge auch die Acer-Zentrale in Xizhi betrafen.

Das Unternehmen selbst hat die Razzien wie auch die Festnahmen bestätigt und mitgeteilt, es kooperiere mit den Behörden. In einer Börsenmeldung heißt es zudem, die Polizei habe umfangreiche Unterlagen beschlagnahmt.

Unter Chen versucht Acer, seine Kompetenzen bei Hard- und Software für eine Kehrtwende zu nutzen, wie der neue CEO im Januar ankündigte. Unter anderem ist ein Produkt unter dem Motto „Build Your Own Cloud“ (Bau deine eigene Cloud) geplant. Eine Ankündigung mit Details zur Strategie wird für kommenden Monat erwartet.

[mit Material von Eileen Yu, ZDNet.com]

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Themenseiten: Acer, Börse, Quartalszahlen

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1 Kommentar zu Acer-Manager wegen Insiderhandels verhaftet

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  • Am 21. März 2014 um 0:26 von Judas Ischias

    „Gier frisst Hirn“, dieser Spruch hat Gültigkeit solange es Menschen gibt. Wie kann man nur erwarten, obwohl vom Fach, dass die Geschichte unentdeckt bleibt? Und dann noch so ein schlechter Tausch, für die paar Kröten so hohe, zu erwartende Geld-und Haftstrafen. Kann man nur sagen:“Sie haben es sich verdient“.

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