Microsoft bereitet E-Reader-Apps vor

Ein "Consumer Reader" soll offenbar die Nook-App von Barnes & Noble ersetzen. Die Firmen haben aber ihre Kooperation verlängert und eine neue Umsatzverteilung vereinbart. Der US-Buchhändler wird möglicherweise einen Großteil der Inhalte beisteuern.

Microsoft arbeitet an wenigstens zwei E-Reader-Apps für seine Betriebssysteme Windows 8.1 und Windows Phone. Das hat Mary Jo Foley von ZDNet.com von Quellen erfahren. Eine Anwendung heißt intern „Microsoft Consumer Reader“ und soll die Nook-Windows-App von Barnes & Noble ersetzen. Die zweite, „Microsoft Office Reader“, wurde im vergangenen Jahr schon einmal Angestellten vorgeführt. Sie soll Zugang zu digitalen Inhalten, PDF-Dateien und Sachbüchern geben, heißt es.

Nook-Windows-App mit deutschsprachigem Angebot (Bild: Barnes & Noble)Nook-Windows-App mit deutschsprachigem Angebot (Bild: Barnes & Noble)

Einen dedizierten E-Book-Reader, also eine Hardware-Lösung, plant Microsoft laut den Quellen von Foley nicht, obwohl schon anders lautende Gerüchte kursierten. Auch werde die bestehende Kooperation mit Barnes & Noble durchaus aufrecht erhalten.

Dies scheint zu einer jetzt von Barnes & Noble bei der SEC eingereichten Börsenpflichtmeldung zu passen. Demnach haben Microsoft und der US-Buchhändler am 10. März ihr bestehendes Abkommen verlängert. Ihre gemeinsame Tochter Nook Media ist aber nicht länger verpflichtet, die Nook-App für Windows zu promoten, und kann die Arbeit an einer Windows-Phone-App einstellen.

Aufgrund dieser Fakten lässt sich vermuten, dass Nook zumindest teilweise für die Inhalte zuständig sein wird, die die Microsoft-Reader-App anbieten wird. Als wahrscheinlich gilt zudem, dass die „Consumer Reader“-App auch für Windows Phone eingeführt wird. Auf Nachfrage antwortete der Nook-Kundendienst in einem (inzwischen gelöschten) Tweet, man suche immer nach Möglichkeiten, sich im Interesse der Kunden weiterzuentwickeln.

Zusätzlich ist aufgrund einer Stellenausschreibung die Rede von einer Xbox-Reading-App, die aus dem Xbox-Entwicklungsteam kommen soll. Ob sie mit Office Reader identisch ist, steht nicht fest.

Im Rahmen des neuen Abkommens haben Microsoft und Barnes & Noble auch einen überarbeiteten Schlüssel für die Verteilung von Umsätzen vereinbart, ihn jedoch nicht öffentlich gemacht. Nook Media war 2012 durch eine Investition von Microsoft in Höhe von 300 Millionen Dollar entstanden. Zunächst nannte man das Joint Venture einfach „Newco“.

Seit November 2013 ist die Nook-App für Windows auch in Deutschland verfügbar. Für die Nutzung kann man sich bei B&N registrieren, aber auch ein Microsoft-Konto verwenden. Import von Büchern ist zudem von SkyDrive möglich, wobei die App die Formate PDF und ePub unterstützt.

[mit Material von Mary Jo Foley, ZDNet.com]

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Themenseiten: Barnes & Noble, E-Books, Microsoft, Software

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