Twitters Video-Ableger Vine verbietet Pornografie

Im Blog heißt es: "Für mehr als 99 Prozent unserer Nutzer ändert sich dadurch rein gar nichts. Für die anderen: Wir haben kein Problem mit eindeutig sexuellen Internet-Inhalten - wir wollen nur keine Quelle dafür sein."

Twitter hat die Nutzungsbedingungen für seinen Kurzvideodienst Vine aktualisiert. Demnach sind künftig „eindeutig sexuelle“ Inhalte verboten.

Vine unter iOS (Bild: Twitter)

In einem Blogbeitrag kommentiert das Unternehmen, dass die deutliche Mehrzahl der Nutzer nicht von der Änderung betroffen sei. „Für mehr als 99 Prozent unserer Nutzer ändert sich dadurch rein gar nichts. Für die anderen: Wir haben kein Problem mit eindeutig sexuellen Internet-Inhalten – wir wollen nur keine Quelle dafür sein.“

Die Smartphone-App Vine, mit der sich sechs Sekunden dauernde Videos erstellen lassen, wurde schon gleich nach dem Start im Januar 2013 intensiv für Aufnahmen männlicher Genitalien und Zusammenschnitte kommerzieller Pornos genutzt. Zu einer breiten Debatte darüber kam es, als es ein solches Video kurzzeitig auf die Empfehlungsliste „Editor’s Pick“ schaffte.

Twitter reagierte zunächst, indem es einfach das Auffinden von pornografischen Videos erschwerte und etwa jede Suche nach dem Hashtag „#porn“ unterband. Als problematisch identifizierten Videos wurde zudem eine Warnung vorangestellt. Außerdem mussten Nutzer nach einer Aktualisierung der App bestätigen, dass sie mindestens 17 Jahre alt sind. Zuvor war Vine ab 12 Jahren freigegeben gewesen.

Aktaufnahmen oder nackte Haut generell verbietet die neue Richtlinie allerdings nicht, wie eine FAQ klärt – nur „Darstellung sexueller Akte“, „sexuell provozierende Nacktaufnahmen“ und „Abbildung sexueller Erregung“. Twitter betont ausdrücklich, dass Nacktaufnahmen zu dokumentarischen, erzieherischen oder künstlerischen Zwecken durchaus weiter gestattet sind. Damit hebt es sich etwa von Apple ab, dessen App-Store-Zensoren den Unterschied zwischen Aktaufnahmen und Pornografie offenbar nicht kennen, wie die Verbannung von 500px vor einem Jahr zeigte.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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Themenseiten: Software, Twitter, Zensur

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