Bericht: Facebook strebt Übernahme von Drohnen-Hersteller an

Die unbemannten Luftfahrzeuge von Titan Aerospace halten sich in 20 km Höhe auf - also fast in einer Umlaufbahn. Dank Solarantrieb können sie dort bis zu fünf Jahre bleiben. Facebook will über sie Internetzugänge für entlegene Regionen realisieren.

Facebook verhandelt nach Informationen von TechCrunch mit einer Firma namens Titan Aerospace über eine Übernahme. Deren unbemannte, solarbetriebene Drohnen könnten dem Unternehmen helfen, das Internet in entlegene Regionen der Welt zu bringen. Der Preis für Titan Aerospace wird auf 60 Millionen Dollar geschätzt.

Facebook

Ein Mitglied des Aufsichtsrats von Titan hat die Verhandlungen gegenüber TechCrunch bestätigt. Die Drohnen von Titan können bis zu 5 Jahre in der Luft bleiben. Sie begeben sich dazu nahezu in eine Umlaufbahn, weshalb das Unternehmen auch von „Satelliten für die Atmosphäre“ spricht. Erstmals vorgestellt wurden sie letztes Jahr. Als Einsatzzwecke kommen Wetterforschung und -überwachung, Katastrophenschutz, Luftbildaufnahmen sowie Kommunikationsdienste in Betracht.

Facebook würde dem Bericht zufolge 11.000 unbemannte Luftfahrzeuge des Typs Solara 60 nutzen, um zunächst in Afrika Internetverbindungen anzubieten. Dieses Drohnen-Modell begibt sich in eine Höhe von etwa 20 Kilometern über dem Meeresspiegel.

Laut TechCrunch ist Titan Aerospace in Privatbesitz; es steht vor einer zweiten Finanzierungsrunde. Gegründet wurde die Firma von CTO Max Yaney, während als CEO Vern Raburn dient, der zuvor mit Eclipse Aviation auch schon ein Luftfahrtunternehmen gegründet und als CEO geführt hatte.

Solara 60 (Bild: Titan Aerospace)

Für Facebook würde sich das Drohnen-Internet-Projekt offenbar bei der 2013 gestarteten Initiative Internet.org einfügen. Ziel von Internet.org ist ein bezahlbares Internet für alle Menschen der Welt. Zu den bisherigen Unterstützern gehören neben Facebook noch Samsung, Ericsson, MediaTek, Nokia, Opera und Qualcomm – und damit sicher nicht zufällig Firmen, für die sich durch eine größere Verbreitung des Internets neue Gewinnpotenziale eröffnen. Facebook-CEO Mark Zuckerberg durfte aufgrund dieser Initiative eine der Eröffnungsreden des diesjährigen Mobile World Congress halten.

Zu den Konkurrenten von Internet.org gehören Googles Projekte Link (Glasfaser für Afrika) und Loon, das entlegene Regionen mit Ballons erschließen will. Das Land Brasilien jedoch hat ein eigenes Ballon-Internet-Projekt gestartet.

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Themenseiten: Facebook, Internet, Soziale Netze, Telekommunikation, Übernahmen

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3 Kommentare zu Bericht: Facebook strebt Übernahme von Drohnen-Hersteller an

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  • Am 6. März 2014 um 10:48 von EDL

    So wird es kommen: bevor alle Menschen auf diesem Planeten etwas zu essen haben, werden sie Internet bekommen.

    • Am 6. März 2014 um 22:06 von Judas Ischias

      Und das Essen bringen dann die Drohnen.

  • Am 7. März 2014 um 10:00 von O_o

    Es gab mal eine hinreißende Trickfilmserie namens „Pinky und der Brain“! Da hieß es am Ende jeder Folge:
    „Was machen wir heute Abend? Wie immer! Die Weltherrschaft an uns reißen!“
    Daran musste ich beim Lesen des Artikels denken.

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