Steve Ballmer: Die wenigsten Firmen denken langfristig

Microsoft hat heute "eine starke Position im Smartphone-Markt", Ballmer bedauert aber, "dass wir Hardware und Software nicht früher zusammengebracht haben." Als karriereprägend erwähnt der Ex-CEO seine Zeit als Teammanager des Football-Teams von Harvard.

Steve Ballmer ist diese Woche erstmals nach seiner Ablösung als Microsoft-CEO öffentlich aufgetreten. Vor Studenten der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford vertrat er die Auffassung, dass Microsoft gut für die Zukunft aufgestellt ist, weil es – anders als die meisten Unternehmen – langfristig denkt.

Steve Ballmer spricht in Oxford (Youtube-Screenshot: News.com).Steve Ballmer spricht in Oxford (Youtube-Screenshot: News.com).

„Der Ansatz einer langfristigen Perspektive ist nach meiner Auffassung das wichtigste Element, das den meisten Firmen fehlt, egal ob klein, groß oder Start-up“, sagte Ballmer wörtlich. „In den letzten zehn Jahren gab es aber auch Dinge, die nicht so gut liefen. Microsoft habe zwar heute „eine starke Position im Smartphone-Markt“, er bedaure aber, „dass wir Hardware und Software nicht früher zusammengebracht haben“.

Überraschend kam für viele der Studenten wohl das Eingeständnis von Ballmer, bis zur Universitätszeit sei er „quälend schüchtern“ gewesen. Dann aber habe er das Football-Team der Universität Harvard als Teammanager betreut. „Das war nicht der prestigeträchtigste Job, um es mal so zu formulieren. Aber man musste sich jeden Tag vors Team stellen und den Leuten sagen, was sie tun sollten.“

Dies sei eine gute Vorbereitung fürs Management bei Microsoft gewesen, führte der erst zweite CEO in Microsofts Firmengeschichte aus: „Football-Spieler sind grundsätzlich nicht nett zu ihren Teamchefs. Ich musste mich jedesmal in Stimmung bringen und unter Spannung setzen, und so wurde ich gut darin, vor Publikum aufzutreten und Anweisungen zu geben. Bei Microsoft bekam ich natürlich noch jede Menge Übung.“

Als weiteren Einfluss nannte Ballmer seinen Vater: „Mein Vater hat immer gesagt, wenn du eine Aufgabe übernehmen willst, dann geh es an. Und wenn du die Aufgabe nicht machen willst, dann lass es. Nein, im Ernst, das Konzept ist: Wenn man etwas macht, dann mit dem Herzen, mit Körper und Seele. Entweder setzt man alles ein – oder man lässt es ganz!“

Ballmer war im Januar durch Satya Nadella als Microsoft-CEO abgelöst worden. Sein Entschluss, den Chefposten für einen schneller agierenden Nachfolger freizumachen, hatte Ballmer öffentlich im August 2013 getroffen. Vorher führte er aber noch unter dem Motto „One Microsoft“ eine Neuausrichtung durch, die Nadella nun nur fortsetzen und modifizieren kann. Auch als Aktionär und Mitglied des Aufsichtsrats übt Ballmer weiter Einfluss auf Microsoft aus.

[mit Material von Charles Cooper, News.com]

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Themenseiten: Microsoft, Steve Ballmer, Strategien, Windows

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