Ukraine meldet Cyberangriffe auf Abgeordnetenhandys

Diese gehen von der russisch kontrollierten Halbinsel Krim aus. Ukrainische Parlamentarier können ihre Smartphones parteiübergreifend nicht mehr nutzen. Der Inlandsgeheimdienst arbeitet an Gegenmaßnahmen.

Mitglieder des ukrainischen Parlaments melden parteiübergreifend, dass ihre Mobiltelefone in den letzten beiden Tagen gestört waren. Einem Bericht von Reuters zufolge geht die Störung von Telekommunikationsausrüstung auf der Halbinsel Krim aus, die von russischen Truppen – wahrscheinlich völkerrechtswidrig – kontrolliert wird.

Kommunikationsnetz

Die Nachrichtenagentur zitiert Walentin Naliwaitschenko, den Chef des ukrainischen Inlandsgeheimdiensts SBU, der die Berichte der Parlamentarier bestätigte. „Bei Ukrtelecom auf der Krim wurde illegal und alle Verträge verletzend Ausrüstung installiert, die mein Handy ebenso wie die von Abgeordneten blockiert.“

Der Geheimdienst arbeitet nun daran, die Verbindungen wiederherzustellen. Wann die Blockade beseitigt sein wird, kann er noch nicht sagen.

Zur Klärung können möglicherweise auch Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beitragen, die sich diese Woche ein Bild von der Lage in der Ukraine machen und nach Möglichkeit auch auf die russisch besetzte Krim reisen sollen, wie die taz berichtet. Die OSZE-Mission umfasst je zwei Teilnehmer aus insgesamt 15 Mitgliedsländern. In der Organisation sind neben allen EU-Staaten etwa auch Russland, die USA und Kanada vertreten.

Neben der Telekommunikationsinfrastruktur sind es vor allem ukrainische Atomkraftwerke, denen die Hauptsorge der Ukraine gilt, wie sie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilte. Die Ukraine generiert etwa 44 Prozent ihres Stroms aus 15 Reaktoren in vier Kraftwerken.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

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Themenseiten: Cybercrime, Politik, Telekommunikation

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